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Zwei haben eine Medaille im Visier

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Vor dem ersten Start bei den Paralympics: Noemi Ristau (links) und Paula Brenzel, hier noch beim Training vor einem Weltcup.
Vor dem ersten Start bei den Paralympics: Noemi Ristau (links) und Paula Brenzel, hier noch beim Training vor einem Weltcup. © Christoph Gramann/NH

Am Freitag vergangener Woche war Abflug in Frankfurt für das deutsche Paralympics-Team, zu dem auch das Ski alpin-Duo Noemi Ristau und Paula Brenzel zählt. Die beiden haben in Peking eine Medaille im Visier.

Peking/Schenklengsfeld – Der Tag vor dem Abflug war noch einmal mit viel Stress verbunden. Ausgerechnet am Donnerstag musste Paula Brenzel, Studentin der Wirtschaftswissenschaften an der Uni Jena, noch eine Klausur im Fach Marketing-Management schreiben, ehe es am Freitag in den Flieger nach Peking ging.

Zum Abschied gab es für die 18 Athletinnen und Athleten, sechs Guides sowie einige Trainer und Betreuer noch das obligatorische Gruppenfoto in der Abfertigungshalle. Per Videoschalte war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zugeschaltet, der den Athleten auf diesem Weg die Daumen drückte. Schon vorher begann auch für Paula Brenzel das Prozedere, das alle Olympia-Teilnehmer über sich ergehen lassen müssen: PCR-Test folgt auf PCR-Test.

Die aus Schenklengsfeld stammende Paula Brenzel startet bei den Paralympics vom 4. bis zum 13. März als Guidin von Noemi Ristau, die aus Groß-Ostheim bei Aschaffenburg kommt und für den Marburger Verein SSG Blista antritt. Ristau (31), die unter Morbus Stargardt, einer sehr seltenen angeborenen Augenkrankheit leidet, spekuliert auf eine Medaille. Schließlich war sie bei ihrer ersten Olympia-Teilnahme im südkoreanischen Pyeongchang Vierte im Riesenslalom. Und bei der WM in Norwegen vor Kurzem wurde sie Fünfte.

Brenzel versteht sich perfekt mit Ristau. Die beiden harmonieren auf der Piste prima. Die Eingewöhnungszeit in Peking war kürzer als gedacht. Schon einen Tag nach der Ankunft ging es zum Training auf die Piste. Brenzel sagt, dass es absolut schade sei, dass die Teilnehmer an den Paralympics nicht Land und Leute kennenlernen können. „Das ist etwas, was für meine Begriffe zu Olympia dazugehört“, meint die 22-Jährige. Auch die Menschenrechtsdiskussionen in China lassen die Freude an den Spielen schwinden. „Aber das hätte man weit im Vorfeld diskutieren sollen. Und schon bei der Vergabe von Olympia handeln müssen.“

Nichtsdestotrotz wollen die beiden Skirennläuferinnen Bestleistungen auf der Piste bringen. Sie haben sich im Trainingslager in Südtirol den Feinschliff verpasst und gehen in allen alpinen Disziplinen an den Start: in der Abfahrt, dem Super-G, Slalom und Riesenslalom und in der Superkombi. Medaillenhoffnungen machen sich die beiden vor allem im Super-G und in der Kombi. Sie starten am Samstag in der Abfahrt und am Sonntag im Super-G.

Von Hartmut Wenzel

Vor dem Abflug nach Peking: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verabschiedete die Athleten per Videoschalte am Frankfurter Flughafen.
Vor dem Abflug nach Peking: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verabschiedete die Athleten per Videoschalte am Frankfurter Flughafen. © Deutscher Behindertensportverband

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