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Erst überlebt, dann triumphiert

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Der Überraschungssieger: Axel Hauschke (links), der im Spurt der 12. Edermünder Runde Titelverteidiger Dirk Müller (rechtes Bild, links) das Nachsehen gab.  Fotos: Hahn
Der Überraschungssieger: Axel Hauschke (links), der im Spurt der 12. Edermünder Runde Titelverteidiger Dirk Müller (rechtes Bild, links) das Nachsehen gab. Fotos: Hahn

Edermünde. So ist das mit den Experten. Mit ihren Prognosen liegen sie häufig richtig, aber nicht immer. Diesmal lagen sie komplett falsch. Auf 10:90 taxierte Henning Tonn, der kompetente und unterhaltsame Rennsprecher der Edermünder Runde, die Chancen von Axel Hauschke im Finish gegen Dirk Müller, die sich bei der 12. Auflage von Nordhessens einzigem Profirennen vom restlichen Feld abgesetzt hatten, um den Sieg unter sich auszumachen.

Rennleiter Ralf Pfeiffer setzte bei aller Wertschätzung für den Außenseiter („Was Axel Hauschke hier als lupenreiner Amateur leistet, ist sensationell“) noch einen drauf: „Es wird gar nicht zu einem Sprint kommen, denn Dirk Müller wird spätestens am letzten Berg ernst machen.“ Genau das versuchte der Titelverteidiger. Aber vergeblich. Axel Hauschke blieb an ihm dran, wohl auch, weil der Gegenwind beim Anstieg dem Lohfeldener etwas entgegenkam.

Zwar bog der Titelverteidiger vom Kontinental Team Nutrixxion Sparkasse nach rasanter Abfahrt als erster auf die Zielgeraden auf der Fritzlarer Straße ein, machte dann aber außen etwas auf und sein Kontrahent zog mit mächtig Schwung noch um eine Reifenlänge an ihm vorbei.

„Einfach schön, unglaublich, unbeschreiblich“, konnte der Sieger sein Glück kaum fassen, während sich der Besiegte als fairer „Verlierer“ dieses Duells erwies: „Ich freue mich für Axel, er hat‘s verdient.“

Auch weil sich die beiden dominanten Fahrer der 12. Edermünder Runde die Führungsarbeit durchaus geteilt hatten. Erst mit einer Tempoverschärfung das Feld gesprengt (19. Runde) und dann nach einem Fluchtversuch von Jan Simek und Markus Koop (38. Runde) selbst gemeinsam Reißaus genommen.

„Wenn Du das überlebst, hast Du gute Karten“, erklärte Axel Hauschke, der dieses rasante Manöver an Müllers Seite überlebt hatte. Am Ende hatten sie ihren Verfolgern in harmonischer Zweisamkeit fast eine Minute abgenommen, was auch seinem Mannschaftskameraden Koop zu verdanken war, der ihm diese vom Hals hielt und selbst noch Fünfter wurde.

Der Kampf um den dritten Platz (Dennis Klemme vor Ondrej Vobora) war ebenfalls eine spektakuläre Sprintentscheidung, ging aber fast im Staunen über Hauschkes Husarenstück unter. „Was ist denn da passiert?“, fragte sich Henning Tonn stellvertretend für die Fachwelt und die begeisterten Zuschauer. Seine Antwort: „Axel hatte keine Chance und die hat er genutzt.“

Von Ralf Ohm

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