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Aaron Wilhelmi über den Willinger Bikemarathon: „Es lief wie am Schnürchen“

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Von: Friederike Weiler

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Der Löhlbacher Aaron Wilhelmi (rechts, Regio-Team der MT Melsungen) und Tobias Schmidtmann aus Römershausen nach dem Marathon-Rennen im Zielbereich.
Geschafft: der Löhlbacher Aaron Wilhelmi (rechts, Regio-Team der MT Melsungen) und Tobias Schmidtmann aus Römershausen nach dem Marathon-Rennen im Zielbereich. © Friederike Weiler

119 Kilometer, 3333 Höhenmeter – die lange Strecke beim Willinger Bike-Marathon hatte es mal wieder in sich, durch ständiges Auf und Ab blieb keine Zeit zur Erholung – brennende Waden garantiert.

Willingen – Aber ganz egal, ob man sich für die 119, 88 oder 53 Kilometer entschieden hatte, schwer war es für alle. Denn neben den Anstiegen hatte auch das Wetter sein möglichstes getan, um die Strapazen noch zu steigern: Ein böiger Wind blies den Fahrern ins Gesicht, und einzelne Streckenpassagen hatte der Regen der beiden Vortage teils unberechenbar matschig gemacht.

Doch davon ließen sich Aaron Wilhelmi und Tobias Schmidtmann nicht irritieren, die beiden Mountainbiker griffen über die lange Distanz an – und das mit Erfolg: Wilhelmi sicherte sich Rang zehn, Schmidtmann wurde 16. „Beim ersten Berg habe ich schon gemerkt, dass heute was geht“, sagte Aaron Wilhelmi. Der Löhlbacher, der für die MT Melsungen startet, war erstmals beim Willinger Bike-Marathon am Start und nahm gleich die lange Strecke von 119 Kilometern in Angriff. „Und es lief super. Ich bin mit dem Niederländer André Resende fast das ganze Rennen zusammen gefahren, das lief wie am Schnürchen“, so der 25-Jährige. „Und zwischendurch haben wir auch mal ein paar Laufeinheiten gemacht“, sagte Wilhelmi lachend. Denn an manchen Ecken ist die Strecke so steil, dass man absteigen muss. Wie beispielsweise an der Rampe des K1-Lifts auf dem Ettelsberg. „Das war schon kernig.“

Aber auch dort blieben Resende und Wilhelmi zusammen – nur im Zielsprint war der Niederländer dann einen Wimpernschlag schneller. Wilhelmis Zeit: 5:33,30 Stunden. „Ich kann mich wirklich nicht beschweren. Der zehnte Platz ist schon super, wenn man sich anschaut, wer ganz vorn liegt.“ Nämlich Sieger Urs Huber (5:05,20 Stunden) aus der Schweiz, der bereits 2018 im Upland siegte, sowie der amtierende Marathon-Weltmeister Andreas Seewald (5:06,27) aus Lenggries. Dritter wurde Simon Schneller (Schömberg; 5:07,03). Aber auch die weiteren Namen der Ergebnisliste waren keine Unbekannten.

Wie Tobias Schmidtmann aus Römershausen, der sich Platz 16 sicherte. „Die Strecke ließ sich besser fahren als gedacht und war gar nicht so schlammig, wie ich erwartet hatte“, sagte der Mountainbiker des EGF Bunstruth-Racing-Teams und fügte an: „Meine Form war auch besser als gedacht. Und von der zweiten Runde an hatte ich das Glück, dass ich mich an Sven Pieper und Alexander Koch hängen konnte, die haben gut Tempo gemacht und das hat ein Loch zu meinen Verfolgern gerissen.“

Koch und Pieper bogen dann nach der zweiten Runde in Richtung Ziel ab, lieferten sich noch einen Sprint, bei dem Koch die Nase vorn hatte. Mit 4:10:50,1 Stunden schnappte er sich den Sieg über die mittlere Distanz von 88 Kilometern, 3,8 Sekunden später fuhr Pieper ins Ziel.

Für den 33-jährigen Schmidtmann ging’s weiter, noch 31 Kilometer standen an, um auf die 119 Kilometer und 3333 Höhenmeter zu kommen. Nach 5:52,43 Stunden überquerte der 33-Jährige die Ziellinie. „Ich bin total zufrieden mit dem Ergebnis.“

Das war auch Friderike Schnatz, die gebürtig aus Dorfitter kommt, mittlerweile aber wegen des Studiums in Freiburg lebt. Sie war eine von sechs Frauen, die sich der langen Distanz stellten. Nach 7:15,16 Stunden überquerte die 24-Jährige als Vierte die Ziellinie. Auf Siegerin Katrin Schwing, die ebenfalls in Freiburg wohnt, fehlten ihr am Ende nur 23,47 Minuten.

Über die kurze Strecke von 53 Kilometern war der Frankenberger Sascha Richter angetreten. Für ihn stoppte die Uhr bei 3:33,51 Stunden, damit sicherte sich der 38-Jährige Rang 82. Ebenfalls unterwegs auf der kürzesten Distanz war Johann Depner, Fußballer beim TSV Haubern. „Das war mein erstes Mountainbikerennen überhaupt und noch dazu bin ich ohne vorheriges Training gestartet“, sagte der 33-Jährige aus Friedrichshausen und ergänzte: „Die Strecke hat’s ziemlich in sich gehabt und war ganz schön heftig und anstrengend, gerade für einen Amateur wie mich.“ Depner fuhr die 53 Kilometer gemeinsam mit Teamkollege Marc Stahl. Stahl setzte sich gegen Ende allerdings etwas ab und überquerte die Ziellinie nach 5:00,35 Stunden als 250. Depner beendete das Rennen nach 5:07:48,9 Stunden als 255. „Damit bin ich sehr zufrieden.“ Direkt nach ihm kam Karl Priester aus Ellershausen, mit 72 Jahren der älteste Teilnehmer des Wettkampfs, ins Ziel. Seine Zeit: 5:08:21,9 Stunden.

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