Erster Einsatz für Buxtehude

Ex-SVR-Talent Madita Probst spielt jetzt Handball-Bundesliga

Carolin Heckmann
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Freut sich über den sportlichen Werdegang ihres Ex-Schützlings Madita-Probst: Carolin Heckmann vom SV Reichensachsen. Dort ist sie als Spielerin und Jugend-Trainerin aktiv.

Den 5. Mai 2021 wird Madita Probst so schnell wohl nicht vergessen. An diesem Tag spielten die Bundesliga-Handballerinnen des Buxtehuder SV bei den Kurpfalz Bären – und die 19-Jährige aus Nentershausen absolvierte ihre ersten Minuten auf dem Feld.

Reichensachsen/Buxtehude ‒ Ein Moment, der ihre Ex-Trainerin Carolin Heckmann vom SV Reichensachsen extrem stolz macht. „Es ist einfach unglaublich cool zu sehen, dass es jemand so weit geschafft hat, den man selbst trainiert hat“, sagt Heckmann.

Sie selbst spielt heute noch für den SVR und trainierte Probst in der E- und D-Jugend sowie für ein Jahr in der C-Jugend. Danach ging das Handball-Talent zur TSG Dittershausen, ehe sie im Alter von nur 15 Jahren den Sprung nach Buxtehude wagte.

„Zu sehen, wie weit es Madita geschafft hat, ist ein riesiger Lohn für die eigene Arbeit. Wobei ich nicht sagen würde, dass es allein an mir lag, dass sie sich so entwickelt hat“, beschreibt Heckmann ihre Gefühlslage. Und sie fügt hinzu: „Scheinbar haben wir in der Ausbildung der jungen Talente doch einiges richtig gemacht.“

Talent früh erkannt

Das Talent von Madita Probst sei dabei schon in jungen Jahren erkennbar gewesen. Heckmann erklärt, dass die damals 10-Jährige ihren Mitspielerinnen schon weit voraus war: „Madita besaß schon früh ein unglaublich gutes taktisches Verständnis und hatte ein super Auge für ihre Mitspielerinnen. Dazu hat sie auch schon vor Spielen immer über den Gegner nachgedacht.“

Das bedeutet: Madita habe immer gewusst, wie hoch ihr Team gewinnen müsse, um in der Tabelle nach oben zu klettern. Oder welche Gegenspielerin besonders gefährlich gewesen waren. „Das war aber auch nicht immer einfach, da sie manchmal zu viel nachgedacht hat“, fügt Heckmann hinzu.

Aufgrund ihres Talents sei Heckmann aber nie anders mit Madita Probst umgegangen: „In dem Alter hast du schon gemerkt, dass sie mehr Talent hatte und du gibst ihr die Möglichkeit, mehr Verantwortung zu übernehmen. Viel mehr kannst du in dem Alter aber noch nicht machen.“ Daher sei es umso wichtiger gewesen, Madita auf ihrem weiteren Weg zu unterstützen.

„Bei ihrem Wechsel nach Dittershausen haben wir ihr keine Steine in den Weg gelegt und haben sie bestärkt, dass der Schritt der richtige für ihre Karriere ist. Für uns war zum damaligen Zeitpunkt klar, dass sie größere Aufgaben brauchte, da Reichensachsen nicht hoch genug gespielt hatte“, erläutert Heckmann.

Was sie persönlich freut: Auch nachdem Madita die Heimat verließ, brach der Kontakt zwischen Heckmann und ihrem Ex-Schützling nie ab. Zunächst habe man immer mal sporadisch miteinander geschrieben, in letzter Zeit geschah das häufiger. „In den letzten Wochen und Monaten standen wir regelmäßig im Austausch miteinander“, bestätigt Heckmann.

Laufbahn verfolgt

Und sie erläutert, dass auch weitere Offizielle beim SV Reichensachsen mit Spannung die Entwicklung von Madita verfolgen. „Ihre Spiele sind online abrufbar, da haben gegen die Bären einige Leute vom SVR zugeguckt. Da hat sich Madita gefreut“, sagt Heckmann. Denn: Die 19-Jährige habe nicht damit gerechnet, dass ihr Ex-Verein ihre sportliche Laufbahn noch verfolgen würde.

In der Handball-Bundesliga stehen jetzt noch zwei Spiele für die Frauen des Buxtehuder SV auf dem Programm, gegen Halle-Neustadt und HL Buchholz 08-Rosengarten. Und in beiden Spielen darf Madita Probst auf Einsatzzeiten hoffen. „Sie ist bei beiden Spielen im Kader und darf hoffentlich spielen“, bestätigt Heckmann. Zudem erläutert die SVR-Spielerin, dass Probst seit März dieses Jahres mit der ersten Mannschaft trainiert.

Zuvor in der Zweiten

Zuvor war sie bei den Einheiten der zweiten Mannschaft zu Gange, wo die 19-Jährige gesetzt ist. Aufgrund der Coronapandemie wurde der Spielbetrieb des Zweitteams, welches in der dritten Liga spielt, abgebrochen. Training war nur einmal pro Woche.

Für die Zukunft glaubt Carolin Heckmann, dass ihr Ex-Schützling viel erreichen kann: „Madita ist ehrgeizig und besitzt definitiv das Talent, sich in der ersten Bundesliga festzuspielen. Sie ist leider etwas klein und hat eine gestandene Spielerin auf ihrer Position vor sich. Trotzdem traue ich ihr alles zu.“

Und wer weiß, vielleicht steht der 19-Jährigen eine große Karriere bevor. Sollte diese einmal enden, hat Heckmann auch noch einen Wunsch: „Ich habe Madita schon gesagt, dass ihr in Reichensachsen alle Türen offen stehen. Es wäre cool, sie irgendwann noch mal hier spielen zu sehen.“ (Kevin Hildebrand)

Ihr altes Team: Madita Probst (vorne, Zweite von rechts) mit ihrem Team des SVR im Jahr 2011.

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