Handball-Landesliga

Derby zwischen VfL Wanfried und ETSV: Fabian Otto sorgt für die Entscheidung

Die meisten Offensivaktionen wurden am Samstagabend schon von den Abwehrreihen beider Seiten im Keim erstickt.
+
Die meisten Offensivaktionen wurden am Samstagabend schon von den Abwehrreihen beider Seiten im Keim erstickt.

Die einen konnten ihr Glück kaum fassen, die anderen hockten mit leeren Blicken auf der Bank am Ende der sechzig Minuten.

Wanfried - In einer Partie, die eigentlich keinen Sieger verdient hatte, setzten sich in der mit rund 500 Zuschauern gut besuchten Wanfrieder Sporthalle am Ende in einem jederzeit spannenden, aber selten hochklassigen Landesligaderby die Handballer vom Eschweger TSV denkbar knapp mit 25:24 beim VfL Wanfried durch.

Exakt drei Minuten und 51 Sekunden dauerte es, bis der erste Treffer bejubelt werden konnte. Milos Milosavljevic verwandelte den ersten Siebenmeter des Spiels zur 1:0-Führung für die im Vorfeld leicht favorisierten Wanfrieder.

Doch schon bis zu diesem Treffer zeigte sich auf beiden Seiten, was viele bereits im Vorfeld der Partie vermutet hatten. Nämlich, dass die lange Pause bei den Akteuren ihre Spuren hinterlassen hatte.

Viele Fehler auf beiden Seiten

Ein völlig unvorbereiteter Wurf von Paul Nemenco auf Wanfrieder Seite, ein einfacher technischer Fehler von Alin Smeu auf der anderen waren nur der Anfang vieler weiterer Fehler, die auch im Laufe der weiteren Spielzeit immer wieder auf beiden Seiten fabriziert wurden und offensichtlich ihre Ursache in der fehlenden Wettkampfpraxis der Protagonisten hatten.

Nach acht Minuten verhängte das gute Schiedsrichtergespann Hildebrand/Loll die erste Zeitstrafe des Spiels gegen Johannes Susebach, was die Gäste mit dem 2:3 durch Bojan Manojlovic, der eine gute Leistung zeigte, bestraften. Doch die sollte nur kurz Bestand haben und Milosavljevic sorgte mit seinem zweiten verwandelten Siebenmeter für die erste Zwei-Tore-Führung des Spiels zugunsten des VfL (6:4/14.).

Aber die Kreisstädter zeigten sich unbeeindruckt, begegneten den Hausherren weiterhin auf Augenhöhe und konnten auch die zweite Zwei-Tore-Führung des VfL (11:9) postwendend kontern, sodass es mit einem leistungsgerechten Remis in die Kabinen ging.

Abwehrreihen erstickten die meisten Angriffe

Mit Nick Degenhardt für Stefan Harseim im Tor startete der VfL in Halbzeit zwei, der unter dem Jubel der Wanfrieder Fans gleich den ersten Wurf durch Jonas Wagner parierte. Insgesamt waren auf beiden Seiten allerdings lediglich durchschnittliche Torwartleistungen zu notieren. Die meisten Angriffe wurden bereits durch die Abwehrreihen hüben wie drüben erstickt, während in den Offensivaktionen insgesamt vieles Stückwerk blieb.

So wurde die Partie mit fortlaufender Spielzeit immer mehr vom Spannungsfaktor beeinflusst, denn keinem der beiden Lokalrivalen sollte es gelingen, sich vorentscheidend abzusetzen. In den ersten zehn Minuten war es der insgesamt weit von seiner Bestform entfernte und nicht ganz austrainiert wirkende Paul Nemenco aufseiten der Gastgeber, der gleich dreimal die Führung des ETSV egalisierte, ehe Johannes Susebach beim 16:15 (42.) erst mal wieder den VfL in Front brachte.

Hoch spannend war dann die Schlussphase. Mit drei Treffern in Folge verwandelten die Gäste ein 17:18 in ein 20:18 (48.), ehe auch der VfL dreimal in Serie erfolgreich war (21:20/51.).

Fabian Otto sorgte für die Entscheidung

Es war die Nummer sieben der Gäste, die dann vier Minuten vor dem Ende für die Entscheidung sorgen sollte. Bis dahin in der Offensive kaum erfolgreich in Szene gesetzt, wurde der Linksaußen Fabian Otto innerhalb von 17 Sekunden gleich zweimal mit langen Bällen von seinen Mitspielern gefunden und sorgte für das vorentscheidende 24:22 (56.).

Und auch wenn der VfL Wanfried noch einmal alles versuchte und die letzten Sekunden den Ball in den eigenen Reihen hatte, der eigentlich verdiente Ausgleich sollte nicht mehr gelingen. „Wir haben uns mit vielen kleinen überflüssigen Fehlern selbst besiegt“, suchte ein sichtlich enttäuschter VfL-Trainer Stefan Schröder die Gründe für die Niederlage zunächst im Spiel seines Teams, um im Nachgang den Gästen ein Kompliment zu machen. „Das, was der ETSV heute gespielt hat, war richtig gut. Sie haben die Corona-zeit genutzt, um als Team zu wachsen. Wir müssen aus unseren Fehlern schnell lernen und das werden wir“, richtete er den Blick schon wieder nach vorne.

„Eigentlich fand ich unsere Leistung gar nicht so gut, aber wir haben alles reingeworfen, was wir hatten. Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen, am Ende war das Spielglück ein wenig auf unserer Seite“, strahlte ETSV-Trainer Christian Löbens über das ganze Gesicht, um dann mit den Seinen den ersten Sieg der Saison kräftig zu feiern.

(sk)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.