Fußball

Fan-Stimmen zur personellen Situation der Eintracht

Trainer Adi Hütter, Eintracht Frankfurt
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Trainer Adi Hütter Eintracht Frankfurt

Die Stimmung bei Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt könnte wegen des sportlichen Höhenflugs nicht besser sein. Wären da nicht die Abgänge der kompletten sportlichen Führung am Saisonende.

Hersfeld-Rotenburg – Es ist offiziell: Adi Hütter, Trainer von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt, verlässt den Verein im Sommer und wechselt zu Ligakonkurrent Borussia Mönchengladbach – der am Samstag nächster Gegner ist. Damit bricht der SGE zum Saisonende die komplette sportliche Führung weg, da auch Sportvorstand Fredi Bobic und Sportdirektor Bruno Hübner angekündigt haben, den Verein im Sommer zu verlassen.

Vor allem die Nachricht des Abgangs vom Trainer sorgte bei den Eintracht-Fans aus dem Kreis für bittere Enttäuschung. „Das Loyalität im Fußball nicht mehr so eine große Rolle spielt, das kennt man mittlerweile von Spielern, aber nicht vom Trainer oder anderen Funktionären“, sagt Andreas Kurz, Spielertrainer des Kreisoberligisten SG Heinebach/Osterbach.

Für ihn ist die Entscheidung Hütters nicht nachvollziehbar – vor allem im Hinblick auf den sportlichen Erfolg der SGE, zu dem auch Hüter seinen Teil beigetragen hat. „Ich hatte gedacht, dass er noch weiter macht und die Lorbeeren erntet“, sagt der 35-Jährige aus Neuenstein und fügt hinzu: „Hütter denkt nur an seine Karriere. In zwei bis drei Jahren wird er sich auch aus Gladbach verabschieden und sich etwas Neues suchen.“

„Das ist wie im Traum. Manchmal muss man gezwickt werden, ob das wahr ist“, sagt Kurz. Doch der sportliche Erfolg hätte sich angedeutet. „Der Verein hat sich finanziell gut gefestigt und die Transferarbeit hat über Jahre Früchte getragen. Das muss nun weitergeführt werden“, betont er. Dass die Frankfurter Eintracht diesen großen Umbruch in der sportlichen Führung gut bewältigen wird, davon ist Kurz überzeugt: „Der Verein steht über allem und auch das wird Frankfurt meistern.“ Für ihn gilt nun: „Danke für alles und mach’s gut – auf nimmer Wiedersehen.“

„Dass Adi Hütter den Verein verlässt, finde ich nicht so tragisch, so ist leider dass Geschäft Profifußball heutzutage. Was ich und viele ihm aber vorwerfen, sind die Art und Weise, sowie Zeitpunkt der Bekanntgabe, und dass Gladbach für ihn kein richtiger Fortschritt ist“, sagt Eintracht-Fan Christian Lotz, der Fußball-Abteilungsleiter des VfL Heimboldshausen.

Wenn man von der Quali für die Champions League ausgehe, sei das auch kein schlechter Verhandlungsstandpunkt für zukünftige Funktionäre und Spieler. So könne man vielleicht Akteure wie Silva, Jovic oder auch Kostic doch noch halten.

„Angst vor Abgängen habe ich keine. Wenn einer geht, bekommt man auch den entsprechenden Gegenwert, den man dann wieder für neue und talentierte Spieler nutzen kann“, meint Lotz.

Drei Wünsche hat der 31-Jährige: Einen neuen Trainer, der den Stil von Hütter weiter spielen lässt – sowie mit den Fanclubs EFC Mückenstürmer (Bad Hersfeld und Ludwigsau) und EFC Insel-Adler (Heimboldshausen) durch Europa zu reisen und endlich wieder ins Waldstadion zu dürfen.

„Ich bleibe! Nur zwei simple Worte – allerdings mit einer klaren Aussage. Im Fußball gibt es aber wohl kein Ehrenwort mehr. Schade“, ärgert sich Jahn Böhm, Vorsitzender des EFC Adlerhorst Waldhessen. Die Abgänge von Bobic und Hütter würden einen faden Beigeschmack hinterlassen“, findet der 47-Jährige, der in Ronshausen lebt. „Aber ich sage auch ganz klar: Spieler, Trainer, Manager kommen und gehen – wir Fans bleiben und nichts ist größer als der Verein. Ich genieße auf jeden Fall den Blick auf die Tabelle, und auf die Entwicklung in allen Bereichen der letzten Jahre“, sagt Böhm. Er ist davon überzeugt, dass der Verein mittlerweile stark genug aufgestellt sei, um auch diese Situation zu meistern.

Ganz gelassen sieht Tino Hölzer aus Meckbach die Situation. „Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Wir sind Eintracht Frankfurt und stehen kurz vor Platz drei und ziehen voraussichtlich erstmals in die Champions League ein“, sagt er. Und auch sonst stünde der Klub richtig gut da. Wirtschaftlich deutlich besser als die meisten anderen Vereine in Europa. Prima Kader, kluge Infrastruktur-Investitionen und großes Entwicklungspotenzial sieht Hölzer aktuell.

Deshalb fragt er: „Sollen wir uns wirklich von Personalfragen aus der Ruhe bringen lassen?“ Sowohl für Bobic als auch Hütter bekäme man gutes Geld – und sicher auch gute Nachfolger. „Jetzt mal schön locker bleiben und weiterhin durch die Hosenträger atmen, fleißig Punkte sammeln und ganz seriös arbeiten“, meint Hölzer.

Den Höhenflug der Eintracht genießt auch André Krämer. Seit 30 Jahren ist der Wildecker Fan der SGE und hofft nun auf die erfolgreiche Qualifikation zur Champions League, bedauert aber gleichzeitig, dass man nicht im Stadion am Erfolg teilhaben kann. „In der Europa League habe ich alle Heimspiele besucht“, blickt er wehmütig zurück. „Ich hoffe, dass der Trainerwechsel keine Auswirkungen auf den weiteren Saisonverlauf hat“, sagt Krämer zum Abschied von Adi Hütter.

Anfreunden kann er sich auf jeden Fall mit den neuesten Meldungen, dass Ralf Rangnick in Doppelfunktion als Trainer und Sportvorstand im Gespräch ist.

Eintracht Frankfurt Sportdirektor Bruno Hübner
Fredi Bobic, Sportvorstand Eintracht Frankfurt
Christian Lotz, Heimboldshausen
Jahn Boehm
Andreas Kurz, Trainer Heinebach

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