Im PORTRÄT Jason Schade (22) ist Pressesprecher der Kassel Huskies

Faszination Eishockey

Die altehrwürdige Kasseler Eissporthalle ist mittlerweile die zweite Heimat von Jason Schade, dem Pressesprecher der Kassel Huskies.
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Die altehrwürdige Kasseler Eissporthalle ist mittlerweile die zweite Heimat von Jason Schade, dem Pressesprecher der Kassel Huskies.

Der 22-jährige Jason Schade aus Bebra-Weiterode ist seit dieser Saison Pressesprecher der Kassel Huskies in der DEL 2. Wir stellen ihn vor.

Weiterode/Kassel – Jason Schade ist vier oder fünf Jahre alt – so genau weiß er das nicht mehr – als ihn seine Eltern erstmals zu einem Eishockeyspiel mit in die Kasseler Eissporthalle nehmen. Es ist ein prägendes Erlebnis. Der Ausgangspunkt für Jason Schades Liebe zum Eishockeysport.

Der 22-Jährige aus Weiterode ist seit dieser Saison Pressesprecher der Kassel Huskies, die derzeit als souveräner Tabellenführer durch die DEL 2 gleiten wie das Messer durch die warme Butter. Schade absolviert ein duales Studium der Betriebswirtschaftslehre in Kassel, sein Ausbildungsbetrieb ist die Kassel Huskies GmbH.

Als Jugendlicher ist Jason Schade zu einem echten Eishockey-Fan geworden. Er besucht regelmäßig die Heimspiele, oftmals ist er auch bei Auswärtsspielen mit dabei, wenn die Fahrten nicht allzu weit sind. „Die Schnelligkeit, die Härte, aber auch die technischen Finessen der Spieler haben mich gleich begeistert“, erzählt er. Und schwärmt: „Eishockey ist mit seiner ganzen Atmosphäre einfach ein toller Sport. Auch die Fans gehen friedlich miteinander um.“ Wenn es für die Huskies nicht gerade die südhessischen Rivalen aus Frankfurt und Bad Nauheim geht. Aber das nur am Rande.

Im Herbst 2014 absolviert Jason Schade ein zweiwöchiges Schulpraktikum auf der Geschäftsstelle und lernt dabei auch deren Geschäftsführer Joe Gibbs kennen. Von da an reißt der Kontakt zum Klub nicht mehr ab. Schade hilft immer mal in der Eissporthalle aus, wenn Not am Man ist. Sitzt zwei Jahre lang bei Heimspielen ehrenamtlich an der Abendkasse und kommt über das Live-Radio der HNA als Leser-Reporter schließlich zum Huskies-Radio. Nach etwa anderthalb Jahren gehört Schade dann zum Medienteam des Eishockey-Zweitligisten. Dabei unterstützt er seine Vorgänger, die ehemaligen Pressesprecher Steffen König und Thomas Lange. Und sammelt wichtige Erfahrungen. „Ich habe da viel gelernt, was mir jetzt zugutekommt“, sagt er.

Montags und dienstags sind seine Uni-Tage (seit März digital), an den anderen Tagen arbeitet er in der Geschäftsstelle. „Der Haupt-Arbeitstag ist immer der Heimspieltag. Da gibt es viel zu organisieren bis hin zur Leitung der Pressekonferenz nach dem Spiel“, berichtet Schade.

An den anderen Tagen ist er hauptsächlich mit E-Mails, Pressemitteilungen, den Social-Media-Kanälen des Klubs sowie Presseanfragen beschäftigt. Wenn es das Studium zulässt, reist der Weiteröder auch so oft wie möglich zu den Auswärtsspielen mit, um für die Huskies-Fans auf der Homepage des Klubs zu berichten.

Den Kontakt zu den Huskies-Cracks genießt Jason Schade – und aus seinen Worten hört man irgendwie auch noch ein bisschen den Eishockey-Fan heraus. „Ich hätte es ja selbst nie zum Profisportler geschafft. Deshalb ist es klasse, ein kleiner Teil des Teams zu sein.“ Er sei relativ nah an den Spielern dran – der Kontakt zu den Jüngeren sei aufgrund des ähnlichen Alters etwas intensiver.

Dass die Huskies derzeit das überragende Team der DEL 2 sind, hat für deren Pressesprecher mehrere Gründe. „Wir haben gute Charaktere im Team, und es gibt keine Grüppchenbildung. Es passt einfach“, erzählt Schade. Anfangs sei es sportlich noch nicht ganz rund gelaufen, man habe sich erst finden müssen und nicht das gesamte Potenzial abgerufen.

„Jetzt aber merkt man, dass alle ein klares Ziel vor Augen haben: Den Aufstieg in DEL.“ Man habe gute Führungsspieler und starke Ausländer, dazu mit Jerry Kuhn und Leon Hungerecker das überragende Torhüter-Duo der Liga. „Kapitän Denis Shevyrin und die beiden Kasseler Jungs Michael Christ und Derek Dinger machen einen super Job und gehen voran“, erzählt Schade.

Der Höhenflug der Kasseler, die zuletzt zehn (!) Spiele in Folge gewannen, ist umso bemerkenswerter, weil Corona auch in der DEL 2 immer wieder zu Spielabsagen führt. „Man muss den Hut vor den Spielern ziehen, die absolut professionell mit der Situation umgehen und größtenteils auch in der Freizeit unter sich bleiben“, sagt Schade. „Bubble“ (englisch: Blase), nennt er das. Und ergänzt: „Das Thema ist natürlich täglich präsent. Es ist Wahnsinn, was die Spieler abrufen und wie sie die schwierige Situation um Existenzängste oder den Fortbestand ihres Sports ausblenden.“

Eishockey auf professionellem Niveau sei auf lange Sicht ohne Zuschauer extrem schwer am Leben zu erhalten. Ein echter Eishockey-Fan wie Jason Schade weiß, wovon er spricht.

Von Sascha Herrmann

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