60 Prozent der Mitglieder unter 18

Fechtclub Kassel feiert 25-jähriges Jubiläum

+
Gut gewappnet: Der Fechtclub Kassel mit (vorn von links) Trainer Florian Bender, Franziska Grassewitz, Emma Rühl, Remi Peters, Patricia Vera Schulenburg, (hinten von links) Trainer Leonid Dermitchev, Daniel Dieter, dahinter Präsident Marcel Ansorge, Maximilian Weiler, Jan Methe, Lilly Becker, Marta Seibel, Katrin Meißner, Jürgen Dittmar, Esther Bronner, Sven Schirmer und Fechtmeister Daniel von der Ahé. 

25 Jahre alt wurde der Fechtclub Kassel kürzlich. Nach der Insolvenz des KSV Hessen Kassel 1993 wagte die Abteilung den Schritt in die Selbstständigkeit. 

Trotz mancher Turbulenzen blühte der FCK auf, fand zudem eine ungewöhnliche, aber geschätzte Heimat und fährt immer mehr sportliche Erfolge ein. 

Zugegeben, das Ambiente ist ein wenig speziell. Wer in die Heimat des Fechtclubs Kassel will, muss klingeln. Und zwar am Eingang der früheren Gaststätte der Königstorhalle. Nachdem sich die Tür geöffnet hat, geht man wie auf Zeitreise durch einen Gang, am alten Tresen vorbei, lässt die im einstigen Gastraum aufgestellten Fitnessgeräte rechts hinter sich und kommt schließlich im Allerheiligsten des Vereins an. Wo ehemals auf Kegelbahnen die Kugeln rollten, trainieren heute auf Fechtbahnen die Aktiven des FCK.

Gewöhnungsbedürftig waren die Räumlichkeiten zunächst auch für den auf Suche befindlichen Verein. Karsten Schwartz vom Sportamt Kassel kam die zunächst befremdlich anmutende Idee. „Aber wir haben nicht daran gedacht, gleich abzuwinken. Die Halle hat sofort unsere Fantasie geweckt. Es war uns klar, dass man daraus was machen könnte“, sagt Daniel von der Ahé, seit 20 Jahren als Fechtmeister im Verein engagiert. Fast alle Umbauarbeiten schaffte der FCK in Eigenregie. „Es war eine Heidenarbeit. Allein das zweifache Streichen der Zementdecke war hart, wie auch die Beseitigung der als Wandverkleidung dienenden Stoffbahnen inklusive der 50 Jahre Zigarettenqualm“, sagt Schatzmeisterin Tatjana Seibel.

Auch den Wasserschaden nach einem defekten Ablauf in der Sporthalle oben drüber bewältigten die Fechter dank des Engagements der Mitglieder. Längst wird das ungewöhnliche Zuhause laut Seibel von den Mitgliedern als „unsere Halle wahrgenommen. Sie fühlen sich viel mehr verantwortlich als in einer ganz normalen Turn- oder Sporthalle“.

Doch der FCK punktet nicht nur über seinen Zusammenhalt. Auch die sportlichen Erfolge können sich sehen lassen. Und zwar bei Alt und Jung. Franz Hirt, mit 82 Jahren ältester Aktiver, ficht noch bärenstark, Katja Lüke wurde Deutsche Meisterin im Rollstuhlfechten. Aber auch der Nachwuchs trumpft auf. Kathrin Meißner wurde Hessenmeisterin der A-Jugend, Martha Seibel, Lilly Becker, Patricia Schulenburg und Elisa Süvern belegten die Plätze zwei bis fünf. „Das hat Hessen schockiert. So was gab’s sonst nur in Offenbach“, sagt von der Ahé. Meißner qualifizierte sich damit für die Europameisterschaften Ende Februar in Italien.

Erfreulich für den FCK zudem, dass über 60 Prozent der Aktiven unter 18 Jahre alt sind. Die Zukunft scheint gesichert, zumal sich längst  eine Erkenntnis breitmachte, wie von der Ahé betont: „Fechten ist nicht elitär, wie das Klischee lange besagte, sondern egalitär. Ist die Maske unten, sind alle gleich.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.