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Länderspiel als Höhepunkt: Referee Felix Berger erlebt fünf verrückte Tage

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Von: Maurice Morth

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Voller Fokus auf den Zweikampf: Regionalliga-Schiedsrichter Felix Berger aus Herleshausen (links) pfiff am Dienstagvormittag sein erstes Länderspiel in leitender Position. Die Partie zwischen der U16 von Deutschland und Italien endete im hessischen Wetzlar 1:2.
Voller Fokus auf den Zweikampf: Regionalliga-Schiedsrichter Felix Berger aus Herleshausen (links) pfiff am Dienstagvormittag sein erstes Länderspiel in leitender Position. Die Partie zwischen der U16 von Deutschland und Italien endete im hessischen Wetzlar 1:2. ©  IMAGO/xEibner-Pressefotox EP_RWS

Fünf wirklich aufregende Tage hat der heimische Regionalliga-Schiedsrichter Felix Berger (26) erlebt. Das Highlight gab es für den Fußball-Referee dann am Dienstagvormittag.

Eschwege – Als Schiedsrichter in der Fußball-Regionalliga ist Felix Berger lange Reisen und Übernachtungen in fremden Hotelbetten gewohnt. Die vergangenen Tage waren aber selbst für den 26-jährigen Unparteiischen des TSV Herleshausen, dem 2020 der Aufstieg zum leitenden Referee in der Regionalliga Südwest gelang, stressig, verrückt und aufregend zugleich.

Tausende Kilometer legte er für seine Leidenschaft zwischen einem Regionalligaspiel im Saarland am Samstag und einem U16-Länderspiel am Dienstag im hessischen Wetzlar zurück.

Für ein Spiel in der Regionalliga Südwest ins Saarland

„Nach der Arbeit in Bebra ging es für mich am Freitag gegen 17 Uhr direkt nach Zweibrücken, wo wir am späten Abend angekommen sind“, sagt der 26-Jährige, der Inhaber eines Autoteilehandels ist. Am Samstag stand dann um 14 Uhr in der Regionalliga Südwest die Partie zwischen dem FC 08 Homburg und der TSG Balingen an.

„Das ist ein wirklich schöner Spielort. Nach der Partie sitzt du dann auf der Heimfahrt im Auto und schaust auf dem Tablet gespannt auf die Zusammenfassung im SR-Fernsehen. Wirst du als Schiedsrichter nicht erwähnt, dann lief es meistens gut“, scherzt Berger.

Gegen 22.30 Uhr kam er am Samstag wieder in seinem Wohnort in Reichensachsen an – aber eigentlich nur, um seine Sporttasche umzupacken. Denn bereits am Sonntagmittag schaute er seinem Schiedsrichterkollegen Tobias Lecke dabei zu, wie der das Hessenligaspiel zwischen Bad Vilbel und dem SV Steinbach pfiff.

Treffen der Talentfördergruppe in Stuttgart

„Das hat gepasst, denn ich bin danach in Frankfurt geblieben, weil ich am Montagmorgen zu einem Schiedsrichter-Stützpunkttreffen nach Stuttgart musste“, so Berger, der dort beim Treffen der Talentfördergruppe von Regionalligaschiedsrichtern unter 27 Jahren dabei war, die berechtigt sind, in der Junioren-Bundesliga zu pfeifen. Weil der Termin bis 18 Uhr dauerte, erreichte er Reichensachen erst wieder spät in der Nacht.

Das absolute Highlight folgte für den Schiedsrichter dann aber erst noch am vergangenen Dienstagvormittag, denn erstmals pfiff er mit den Assistenten Jannis Jäschke und Simon Henninger ein Länderspiel – die Begegnung zwischen den U16-Teams von Deutschland und Italien in Wetzlar.

„Diese Gelegenheit kriegst du nicht so oft. Das war ein wirklich tolles, beeindruckendes Erlebnis und auch eine Auszeichnung für mich. Wenn du vor dem Spiel die Nationalhymnen hörst, dann kriegst du einfach eine Gänsehaut“, schwärmt der 26-Jährige, der bislang nur als Vierter Offizieller bei einem U-Länderspiel zwischen Israel und Italien in Erfurt mit dabei war, von der sehr professionellen Struktur.

Felix Berger: „Die 3. Liga wäre schon cool“

Selbst nach diesem herausragenden Erlebnis war der Dienstag aber noch längst nicht gelaufen: „Nach dem Länderspiel in Wetzlar bin ich noch einmal für zwei Stunden an die Arbeit nach Bebra, nur um dann am Abend beim Stützpunkttreffen der Hessenliga-Schiedsrichter in Niederaula noch meine Leistungsprüfung zu absolvieren. Es hat eigentlich nur noch gefehlt, dass ich am Sonntag für den SV Adler Fußball spiele.“

Für das Schiedsrichterwesen nimmt der 26-Jährige wirklich sehr viel in Kauf – zu viel? „Fußball ist meine Leidenschaft, aber das Wochenende war schon krass, weil du konntest keinen sozialen Faktor wahrnehmen, warst nur beschäftigt“, sagt er.

Auch die berufliche Selbstständigkeit mache nicht alles leichter, eher habe man noch mehr Verpflichtungen. „Zum Glück haben meine Mitarbeiter dafür Verständnis und stehen hinter mir“, so Berger.

Das ist auch gut so, denn Ziele hat er auch für die Zukunft: „Ich habe einen gesunden Ehrgeiz. Die 3. Liga wäre schon cool – egal ob als Schiri oder Assistent. Da pfeifst du dann in Magdeburg oder Kaiserslautern vor Zehntausenden“, sagt der 26-Jährige, der dafür sicher auch bereit wäre, noch einmal solche verrückten Tage zu durchleben.

(Maurice Morth)

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