Finale als Ziel? „Extrem schwierig“

Kasseler Turner Glenn Trebing geht bei WM in Japan an den Start

Der Kasseler Turner Glenn Trebing möchte bei der WM in Japan mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machen.
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Der Kasseler Turner Glenn Trebing möchte bei der WM in Japan mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machen.

Am Montag startet die Turn-WM in Japan. Dann ist auch der Kasseler Turner Glenn Trebing am Start. Er freut sich auf seine erste WM, auch wenn diese mit ein paar Querelen verbunden ist.

Kitakyushu – Die Anreise hat mehr als 31 Stunden gedauert. Und trotzdem hat Glenn Trebing mit Jetlag keine Probleme. Der 21 Jahre alte Kasseler Turner vom TK Hannover geht ab Dienstag bei den Weltmeisterschaften im japanischen Kitakyushu an den Start. Es ist ein weiterer Höhepunkt in einem besonderen Sportjahr für Trebing.

Der Turner selbst bleibt bescheiden: „Insgesamt ist es ein ziemlich gutes Jahr.“ Das kann man wohl so sagen. Erst die EM-Teilnahme im April in Basel mit einem 24. Platz am Pferd und Rang 27 am Barren, dann die Bronzemedaille am Barren bei den Deutschen Meisterschaften sowie Platz sechs im Mehrkampf. Bei der Olympiaquali in München scheiterte er, auch weil ihn eine Schulterverletzung einschränkte. „Dass ich es nicht zu Olympia geschafft habe, ist Meckern auf hohem Niveau“, so Trebing.

Viel Fahrerei und Quarantäne im Hotel

Nun also seine erste WM, nun also Japan. Von dem Land, wo auch die Olympischen und Paralympischen Spiele stattfanden, bekommt Trebing aktuell aber wenig mit. „Wir sind hier in unserem Hotel in Quarantäne, verlassen es nur für das Training“, erzählt er. Am Dienstag war die Delegation des Deutschen Turner-Bunds losgeflogen, in der Mittwochnacht japanischer Zeit angekommen. Mit in der Unterkunft sind die Mannschaften aus Großbritannien, Brasilien und Tschechien. Die meiste Zeit verbrachten Trebing und seine Teamkollegen bisher aber im Bus. „Das ist schon schwierig. Vom Hotel beträgt die Fahrtzeit 20 Minuten zum Training und 30 bis 40 Minuten zu dem Ort, wo wir essen“, sagt er. Da bleibt wenig Zeit für Abwechslung, seinen Koffer hatte er am Donnerstag noch nicht ausgepackt.

Trebing bei mehreren Disziplinen am Start

Die WM-Teilnahme hat er am vergangenen Wochenende beim Qualifikationsturnier in Kienbaum klargemacht. Nicht angetreten waren die Olympiaturner Andreas Toba, Lukas Dauser und Philipp Herder, die sich eine Regenerationspause nehmen. Hinter Carlo Hörr (80,1/Schmiden) wurde Trebing mit drei Zehnteln Rückstand (78,8) im Mehrkampf Zweiter. Mit seiner Vorstellung an den Geräten war er weitestgehend zufrieden: „Das war mein bester Wettkampf in diesem Jahr, deshalb kann man sich nicht beschweren.“ Er bemängelt aber ein paar Fehler am Boden und einen Sturz an den Ringen. „Dafür habe ich endlich die Reckübung durchgeturnt, die ich seit einem Jahr trainiere und zeigen will.“ Wie nah Hörr und Trebing beieinanderliegen, zeigt ein interner Wettkampf nach der Quali, bei dem Trebing mit sieben Zehnteln vor Hörr lag.

Am Dienstagnachmittag (Ortszeit) starten nun die Qualifikationen in den verschiedenen Disziplinen, die Finals stehen 23. und 24. Oktober an. Trebing geht am Pauschenpferd, an den Ringen, an Barren und Reck an den Start. „Eine Platzierung wie bei der EM wäre schön, das wird aber schwierig. Ich bin besser geworden, aber das Niveau bei der WM ist mit den Amerikanern und Asiaten deutlich höher“, schätzt Trebing ein. Sein Ziel: „Es wäre schön, ein Finale zu erreichen. Das ist aber extrem schwierig.“ Vor allem möchte er die Atmosphäre aufsaugen – bei seiner ersten WM in diesem besonderen Jahr.

Von Björn Friedrichs

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