„Ein ganz anderes Universum“

Bewegung für Nordhessen: Schwimmer starten in die Fitness-Aktion

Guten Mutes vor dem ersten Training: (von links) Tibor Pezsa, Sandra Rüdiger, Andreas Gerlach sowie Jens Herbst (Leiter Kasseler Bäder) und Trainerin Annika Mehlhorn. Foto: Schachtschneider

Kassel.  Start für die Schwimm-Gruppe bei der HNA-Fitness-Aktion "Bewegung für Nordhessen": Im Kasseler Auebad gab es die erste Einheit mit Trainerin Annika Mehlhorn.

Die passende Musik treibt Sportler schon mal dazu an, Anstrengungen als weniger stark zu empfinden. In einem Bereich des Kasseler Auebads dröhnt der Hit aus den Boxen: „I´m sexy and I know it.“ Dazu marschieren mehr als ein Dutzend Menschen im Gleichklang durchs Wasser – die Gruppe vom Aquafitness am Montag in Aktion.

Auch auf der gegenüberliegenden Seite des Beckens sind die wummernden Beats noch deutlich zu hören. Nur dafür haben die Teilnehmer der HNA-Aktion Bewegung für Nordhessen (mit den Kasseler Bädern als Partner) kein Ohr. Ihre Aufmerksamkeit gilt ausschließlich den Kommandos ihrer Schwimm-Trainerin Annika Mehlhorn, die sich an diesem Abend ein erstes Bild von ihren Schützlingen für die nächsten drei Monate machen muss.

DIE TEILNEHMER 

Drei Menschen mit komplett unterschiedlicher Ausgangslage: Da ist Tibor Pezsa (54), der Zeitungsredakteur, der als Kind gern geschwommen ist und nun seit einem Jahr wieder regelmäßig seine Bahnen zieht: Er packt die zwei Kilometer in 53, 54 Minuten – als Brustschwimmer.

In diesem Stil fühlt sich auch Sandra Rüdiger (44) am ehesten wohl. Lässt es die Zeit zu, dann geht die Vellmarerin zweimal pro Woche schwimmen. Dritter im Bunde ist Andreas Gerlach: früher mal Fußballer, dann Marathon gelaufen. Mit dem kühlen Nass kam der 46-Jährige nur bei Kurz-Triathlons in Berührung: „Da wurde ich aber auf der Schwimmstrecke immer von allen anderen überholt.“

DIE TRAINERIN 

Um Geschwindigkeit geht es nicht, als Mehlhorn beim Aufwärmen das Trio das erste Mal auf den 50 Metern bis zur Wende und zurück beobachtet. „Es wird schwierig, die drei unter einen Trainingsplan zu bringen“, stellt die ehemalige Baunataler Weltklasse-Schwimmerin schon nach kurzer Zeit fest, „das ist auch für mich eine Herausforderung.“ Die C-Lizenz-Inhaberin arbeitete mit Kindern, auch mit Triathleten – aber noch nicht mit Erwachsenen ohne besondere Vorkenntnisse.

DER TRAININGSEINSTIEG 

Ausgestattet mit einer im Wettkampfsport üblichen Schwimmhilfe, kurz Pullbouy genannt, absolvieren Mehlhorns Schützlinge die ersten Übungen. Tibor Pesza darf sich über ein erstes kleines Lob freuen. „Tibor“, sagt Mehlhorn, „Deine Gleitphasen sind schön.“ Als ein paar Bewegungsabläufe aus dem Bereich des Kraul – was alle drei unbedingt erlernen möchten – geprobt werden, darf sich Sandra Rüdiger freuen. Ihr bescheinigt die Übungsleiterin eine gute Atmung. Was die Vellmarerin offenkundig selbst überrascht: „Ich krieg‘ doch kaum Luft.“

DER TAG 1 IN DER ANALYSE 

Eine Stunde sollte die Übungseinheit dauern – es wurden fast zwei. Der Ehrgeiz stärker als die Ernüchterung. „Es war sehr gut, weiter so“, kommentierte Pezsa den Trainingsabend. Kein Problem, dass die Unsicherheit ständiger Begleiter war: „Es ist ein ganz anderes Universum. Man merkt aber, dass es klappen kann“, sagt der 54-Jährige. Dem kann die Frau im Team nur beipflichten. „Die Übungen fühlen sich noch etwas komisch an. Aber es macht viel Spaß“, betonte Rüdiger.

Daran hat vor allem Annika Mehlhorn großen Anteil. Andere Badegäste rieben sich die Augen: „Ist das nicht?“ Ja, konnte Jens Herbst, Leiter der Kasseler Bäder, bestätigen. Es war die Vize-Weltmeisterin von 2002. Dann fragten einige sogar an, ob sie sich der Gruppe anschließen könnten. „Annika hat viel Geduld mit uns“, freute sich Gerlach, „anstrengend war es aber sehr“. Daran konnte auch die fetzige Musik nichts ändern.

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