Wer es sich vorstellen kann, kann es auch erreichen

Raus aus dem Tief: Mit Mentaltraining die eigenen Ziele erreichen

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Mentaltraining hilft, in schwierigen Momenten beim Laufen fokussiert zu bleiben und wieder in den Flow zu finden.

Mentaltraining klingt abgedroschen, langweilig, esoterisch und riecht vielleicht sogar nach Anstrengung. Ganz falsch! Unsere Kolumnistin Anna C. Hughes erklärt, wie ihr damit garantiert eure Ziele erreicht.

Vielleicht stellen sich dir schon die Nackenhaare hoch, wenn du das Wort Mentaltraining hörst.

Da stellt sich die Frage: Wofür ist Mentaltraining denn nun gut, wenns doch eh ganz ok im Training läuft? Wozu sich also noch mehr aufladen und in den Terminkalender stopfen neben Beruf, Familie und den anderen Verpflichtungen, die die meisten von uns, wie ich immer wieder betone, haben. Ich kann nachvollziehen, wenn du Mentaltraining etwas skeptisch gegenüber stehst. Doch für Läufer jeden Levels ist es hervorragend geeignet.

Es gibt zwei Ansätze dieser Art von Training mit dem Kopf:
1. Problembezogen
2. Lösungsorientiert

Aus meiner langjährigen Erfahrung als Läuferin weiß ich, dass Mentaltraining kein Humbug ist. Im Gegenteil. Es sollte einen wichtigen Bestandteil in deinem Trainingsalltag haben. Warum erfährst du gleich.

Gern winden wir uns daraus und lassen und ablenken von Social Media, Fernsehen und anderen in dem Moment wichtigeren Dingen. Kurzum: Es fällt vielen Läufern eher schwer, sich dem Mentaltraining zu widmen.

Ich erlebe das im Alltag als Laufcoach und Mentaltrainer mit meinen Kunden. Verübeln tue ich es niemandem, denn es ist das schwer Messbare, ein unsichtbares Training, dass da praktiziert werden soll, im stillen Kämmerlein. 

Und nur, um etwas besser zu werden? Lohnt sich das überhaupt? Spätestens beim Lesen der folgenden fünf Vorteile, die das Mentaltraining bei dir bewirken kann, wirst du deine Meinung ändern und sogar Lust bekommen, deine Zeit mehrmals in der Woche für deinen Gewinn zu opfern, dies im besten Sinn.

Mentaltraining hilft dir: 
1. In schwierigen Momenten beim Laufen fokussiert zu bleiben und wieder in den Flow zu finden.
2. Verbessert deine Regenerationsfähigkeit.
3. Hilft, deinen Schlafrhythmus zu regulieren.
4. Sorgt für eine Steigerung deiner Leistungsfähigkeit.
5. Ist effizient, einfach und unkompliziert; bereits mit wenig Zeitaufwand sind große Ergebnisse möglich.

Das bedeutet, dass eine Verbesserung deiner Ausdauer nicht unbedingt durch mehr Kilometer schrubben passiert, sondern du im Kopf deine Abläufe durchdenkst und real durchläufst. Investiere lieber ein paar Minuten in mentales Training als eine Extraschleife zu drehen.

Das Unterbewusstsein kann nicht unterscheiden, ob du deine Bewegungen real ausführst oder dir diese nur vorstellst.

Und genau an diesem Punkt liegt die Kraft und Effizienz des zielgerichteten Mentaltrainings. Denn du kannst also bewusst steuern, was du denkst und ungute Gedanken, zum Beispiel, wenn du aufgeben möchtest, mit Gedankenkraft vertreiben.

Vielleicht hast du schon mal in den Nächten vor einem Halbmarathon, Marathon oder gar Ultralauf Alpträume gehabt, dass du es nicht bis ins Ziel schaffst. Das ist ganz normal. Unterbewusst hast du Angst vorm Scheitern. Dies ist ein wichtiger Hinweis, eben genau an einer neuen Lösung zu arbeiten und dein Denken umzuprogrammieren.

Wie das mit dieser Visualisierungsmethode geht, erfährst du jetzt.

Nimm' dir 3-4 Mal pro Woche ein paar Minuten Zeit und suche dir eine ruhige Ecke in deinem Zuhause. Wenn du viel unterwegs bist, tut es natürlich auch ein Hotelzimmer, sogar die Bahn oder das Flugzeug.

Einfach mal Ruhe.

Es geht darum, dir bewusst Zeit für dich zu nehmen und dir ein genaues Bild davon zu machen, wie du dich beim Laufen siehst. Welche Strecke hast du dir als nächst größeres Ziel vorgenommen? Wo befindest du dich? Wie leicht oder schwer fühlst du dich? Fühlst du dich stark oder eher unsicher?

Sei kreativ und lasse alle Gedanken zu. Stell' dir auch vor, wie du plötzlich nicht mehr kannst, dir die Kräfte ausgehen und du aufgeben möchtest. Dann beginne damit, einen neuen Film zu drehen, indem du nun Bilder davon ablaufen lässt, wie du leicht und mühelos deine Distanz bewältigst. 

Du lachst, hast Spaß und dein Körper läuft zur Hochform auf. Spüre die Gefühle, die dabei hochkommen. Gänsehaut, ein paar Tränen in den Augen oder gar ein Gefühl der Ekstase können hochkommen. Lass' alles zu und speichere diesen Film ab. Rufe ihn regelmäßig ab, schau' ihn dir immer wieder an, bis du merkst, dass alles neu gespeichert ist und deinem Erfolg nichts mehr im Weg steht.

In Gedanken einfach laufen und die eigenen Ziele erreichen.

Mentaltraining zielt auch darauf ab, dich auf Momente von Zweifeln, Unsicherheit und Ängsten vorzubereiten und einen Weg zu finden, damit umzugehen. Der australische Extremläufer Richard Bowles beschreibt dies sehr ausführlich in diesem Interview.

In Vorbereitung auf große Herausforderungen schult er seinen Geist mit Szenarien, die passieren können und setzt sich im Detail damit auseinander. Treten diese und ähnliche Situationen dann auf, weiss er damit umzugehen.

Du hast alle Ressourcen in dir, um dich fit im Kopf zu machen. Du brauchst nicht viele verschiedene Techniken, die dich möglicherweise nur überfordern, sondern einen Plan, den du konsistent umsetzt und integrierst. Diese oben vorgestellte Visualiserungsmethode ist leicht umzusetzen und du wirst schnell die erwünschten Ergebnisse bekommen.

Wer das Ziel vor Augen hat, kann es auch erreichen.

Mach' dir vorher genau klar, was dein Ziel ist. Die Technik funktioniert auch bei Gewichtsabnahme, wenn du in den Anfängen des Laufens steckst und deine ersten 5 Kilometer am Stück meistern willst oder eben als bereits erfahrener Läufer neue Ergebnisse wünschst.

Als abschließenden Tipp lege ich dir ans Herz, jeden Abend vor dem Schlafengehen drei Dinge aufzuschreiben, die dir besonders gut gelungen sind. 

Worüber hast du dich gefreut? Was hast du erreicht? Welchen kleinen oder großen Erfolg kannst du feiern? Indem du dir bewusst machst, dass jeder Tag etwas Positives hat, schulst du zusätzlich dein Unterbewusstsein, dich auf das zu konzentrieren, was gut läuft.

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