Football-Star von nebenan: Ron Hairston aus Kassel deutscher Meister

Der Meisterspieler: Footballer Ron Hairston aus Kassel hat eine steile Sportlerkarriere hinter sich und noch viel vor. Foto: privat

Kassel. Ron Hairston spielt in der besten Deutschen Footballmannschaft – und lebt in Kassel. Vor mehr als 12.500 Zuschauern bezwang der 31-Jährige mit seinem Team, den New Yorker Lions aus Braunschweig, kürzlich die Schwäbisch Hall Unicorns in Berlin. Die Lions holten dort den Deutschen Meistertitel im Football, den „German Bowl“.

Hairston, dessen Vater US-Amerikaner ist und dessen Mutter aus Kassel stammt, hat bereits eine steile Sportlerkarriere hinter sich. Als Mitglied der Deutschen Football-Nationalmannschaft spielte der verheiratete Familienvater in diesem Jahr ganz weit oben mit. 2012 wurde er zum besten Spieler in der Kategorie „sack-leader“ gekürt. Gemeint ist damit eine bestimmte Spielerposition in einer Football-Mannschaft.

Der Kasseler ist innerhalb seines Teams auf den gegnerischen Quarterback, den Spielgestalter und Kopf der Mannschaft, angesetzt. Ihn soll Ron Hairston attackieren und blockieren. Der hochgewachsene Spieler macht dies mit großem Erfolg.

Hairston, der in Kassel aufwuchs und die Hegelsbergschule besuchte, ist dabei eine imposante Erscheinung – sein sportliches Kapital. „Kräftig gebaut, muskulös und nicht unter 1,90 Meter Körpergröße“, beschreibt der Kasseler den idealen Defensivspieler und damit sich selbst. Obwohl sein Vater aus dem Heimatland des Footballs komme, sei er durch einen Freund zu diesem Sport gekommen, berichtet er.

Sein Aufstieg zum Spitzenspieler begann 2008 bei den Kassel Titans. Es folgten Engagements bei den Paderborner Dolphins und den Marburger Mercenaries. Zu Beginn dieses Jahres wurde Hairston dann von den New Yorker Lions abgeworben.

„Nicht nur auf dem Footballplatz, sondern auch außerhalb des Sports sind Teamgeist und Disziplin gefragte Eigenschaften“, betont Hairston.

Das will er auch seinen Auszubildenden vermitteln. Der Sportler arbeitet hauptberuflich als Ausbilder für Maler und Lackierer bei der Jafka in Kassel, einer gemeinnützigen Gesellschaft für Aus- und Weiterbildung. „Vom Football allein kann man in Deutschland noch nicht leben“, erzählt der Footballer. Die Wochenenden seien für das intensive Training und die Spiele reserviert, sagt er. Seine Frau und sein kleiner Sohn säßen dabei häufig auf der Zuschauertribühne.

Mit seinen Azubis steht er täglich in der Werkstatt und zeigt ihnen, wie sie die unterschiedlichsten Materialien bemalen und lackieren können. Jugendlichen, die es auf dem ersten Ausbildungmarkt nicht geschafft haben, hilft Hairston, ihre Stärken zu entwickeln und einen Ausbildungsabschluss zu erreichen. Mit seinen sportlichen Erfolgen und ehrgeizigen Zielen ist er für sie ein Vorbild zum Anfassen. Nächstes Jahr will er mit seinen New Yorker Lions um den europäischen Meistertitel kämpfen.

Von Jesko Giessen

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