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Nachspielzeit: Formcheck, Fierche und viel Freude

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Sportredakteur Sascha Herrmann
Sascha Herrmann © LUDGER KONOPKA

Na, wie haben Sie die tollen Tage in Bad Hersfeld bislang überstanden? Hat die Kondition bis hierher gereicht? Haben Sie die ersten Blessuren davongetragen und warten jetzt sehnlichst auf den Abpfiff? Oder geht es an diesem Wochenende in die Verlängerung?

Ist ja schon immer wieder interessant, welche Sportler – und vor allem in welcher Form – man am Lollsmontag so trifft, wenn gefühlt das ganze Städtchen plus Umland auf den Beinen ist, sich ausgelassen feiert und Bad Hersfeld aus allen Nähten platzt. Da gibt es für einige anschließend im Training unter der Woche wohl schon so einiges herauszuschwitzen. Aber was soll’s? Lolls ist Lolls. Und Amateursport ist und bleibt Amateursport.

An diesem Wochenende aber, da zählt’s. Amateursport hin oder her. Wer will am Samstagabend schon mit einer Niederlage im Gepäck am Fierche feiern? Die Fußballer des FSV Hohe Luft auf jeden Fall nicht. „Ich habe die Jungs im Training gefragt, ob sie mit guter Laune auf Lolls wollen, oder nicht“, berichtet der Trainer des Gruppenligisten Waldemar Hafner. Aufsteiger FSV hofft am Samstagnachmittag gegen die SG Elters nicht nur auf ein paar mehr Zuschauer als gewöhnlich, sondern endlich auch auf den dritten Dreier der Saison.

Zur Attacke blasen auch die Landesliga-Handballer des TV Hersfeld. Im Kellerduell gegen Neuling Gensungen/Felsberg II zählt für Trainer Christian Weiß und seine Jungs am Samstagabend in der sicher gut gefüllten und stimmungsvollen Geistalhalle nur ein Sieg. Gepunktet hat das Team bereits am Lollsmontag beim gelungenen Catering in der Johannesstraße, wo sich wie gewohnt das „Who is who“ der Hersfelder Sportszene zu einem intensiven Formcheck eingefunden hatte.

Erfreut hat mich in dieser Woche ein Gespräch mit Ausnahmeläufer Philipp Stuckhardt aus Kohlhausen, der sich freundlich für unsere Berichterstattung bedankte. Er war beim Lollslauf – stark erkältet – im Halbmarathon immerhin als Zweiter der Hessenmeisterschaft ins Ziel gekommen. „Weil es mir immer eine Herzensangelegenheit ist, bei meinem Heimatlauf zu starten und damit auch Bad Hersfeld zu repräsentieren“, sagt er. Der Öko-Landwirt gehört mittlerweile zu den besten Bergläufern Deutschlands und ist kürzlich Deutscher Meister mit dem Team des SSC Hanau-Rodenbach geworden. Zum besseren Verständnis: Als Fußballer würde Stuckhardt wohl Bundesliga spielen. Das vielleicht mal für alldiejenigen, die sich darüber wundern, dass wir „schon wieder über diesen Läufer mit dem Wuschelkopf“ berichten.

Ja, der Lollslauf. Kommt nach zwei Jahren um die

Ecke, als habe es die Pandemie nie gegeben. Nichts zu spüren von verzweifelter Helfer-Suche, Corona-Ausfällen bei Veranstaltern oder aber Sportlern. Es war irgendwie so wie immer. Der Lollslauf ist ein Stückchen Heimat.

2729 Läufer nahmen an dessen Comeback teil und machten die ebenso fleißigen wie versierten Veranstalter vom Ski-Club Neuenstein glücklich. Auch wir von der Hersfelder Zeitung hatten – bei allem Stress am sportlichsten Wochenende des Jahres – Spaß daran, über das herausragendeste sportliche Event in unserem Kreis wieder in seiner herkömmlichen Form zu berichten.

Schönes Wochenende – und Bruuder Lolls

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