Weidenhausen kam immer besser in Fahrt

„Fortsetzung wäre reizvoll gewesen“ - Verbandsligist SVA zum Saisonabbruch

Ist froh, dass durch den Saisonabbruch nun Klarheit herrscht: Tim Gonnermann.
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Ist froh, dass durch den Saisonabbruch nun Klarheit herrscht: Tim Gonnermann.

Der Hessische Fußball-Verband wird die Saison 20/21 annullieren. Wir sprachen mit Stefan Stederoth und Tim Gonnermann vom Verbandsligisten Adler Weidenhausen darüber.

Eschwege – „Es ist bitter, dass man die Saison nicht werten konnte, aber wie Kreisfußballwart Holger Franke richtig gesagt hat, die Gesundheit steht an erster Stelle“, sagt Stefan Stederoth, Abteilungsleiter beim Fußball-Verbandsligisten SV Adler Weidenhausen. Die Entscheidung des Hessischen Fußball-Verbandes, die Saison 20/21 abzubrechen, sei zu erwarten gewesen, denn in vielen Klassen hätten noch sehr viele Spiele nachgeholt werden müssen.

Rein sportlich wäre eine Fortsetzung der Hinrunde für den SVA „sehr reizvoll“ gewesen, so Stederoth. Denn da kam das Team nach Startschwierigkeiten immer besser in Schwung: Nach einem 1:1 am 1. Spieltag gegen die junge Mannschaft der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz II folgten zwei klare Siege – Ruhe kehrte aber nie richtig auf dem Chattenloh ein.

Nach dem Trainerwechsel ging es aufwärts

Nach Niederlagen gegen Eichenzell und Dörnberg und einem mageren Unentschieden gegen das Kellerkind Sandershausen zog Trainer Maikel Buchenau Anfang Oktober die Reißleine, um dem Team einen neuen Impuls zu geben. Neuer Chef wurde der bisherige Co-Trainer Ronald Leonhardt, der zwar das erste Spiel verlor, danach aber eine Serie von fünf Siegen in Folge hinlegte und das Team vom Mittelfeld bis an die Tabellenspitze führte. Kurz darauf folgte der Stopp der Saison.

„Es wäre eine große Aufgabe gewesen, die restlichen Spiele der Hinrunde, darunter unter anderem gegen die Topteams Lichtenauer FV, SG Bad Soden, CSC Kassel und SSV Sand, erfolgreich zu bestreiten“, sagt Stederoth. Eine kleine Chance habe bestanden, dadurch bis zum Ende in der Spitzengruppe mit dabei zu bleiben.

„Wir Fußballer können uns aber im Vergleich mit anderen Sportarten wirklich glücklich schätzen, dass wir überhaupt diese zweieinhalb Monate Spielbetrieb im Herbst hatten“, so der SVA-Abteilungsleiter. Die Hoffnung sei bei Spielern, Funktionären und Zuschauern groß, dass durch die Impfungen wieder ein Stück Normalität auf den Fußballplätzen und Entspannung in der Gesellschaft einkehren könne.

Hoffnung auf unbeschwerte Spielzeit

Rein sportlich sei die „sehr kompakte Zeit“ von Mitte August bis Ende Oktober vor allem für die höherklassigen Fußballmannschaften mit vielen englischen Wochen „grenzwertig“ gewesen. Es sei im Sinne der Spieler, wenn dies wieder etwas runtergefahren werden könnte, so Stefan Stederoth. Der SV Adler Weidenhausen beginne nun mit der Kaderplanung für die kommende Saison, spruchreifes gebe es aber noch nicht: „Es wird sicher auch noch ein bisschen dauern, bis wir damit fertig sind“, so Stederoth.

Ein bisschen enttäuscht ist SVA-Akteur Tim Gonnermann: „Jeder hatte gehofft, dass die Situation nach der Winterpause wesentlich besser aussieht und wir die Saison zu Ende spielen können.“ Sowohl der SVA als auch der SVA II hätten sich gute Ausgangslagen geschaffen, aber das Coronavirus sei noch immer „unser täglicher Begleiter“ und der Abbruch die richtige Entscheidung.

Nun herrsche endgültige Klarheit und keiner müsse mehr wegen der Option, die Hinrunde noch zu Ende spielen zu können, in der Luft hängen.

Er selbst hoffe, dass die kommende Spielzeit wieder unbeschwerter möglich sei und ein bisschen Normalität zurückkehre. „Ich freue mich, die Jungs nicht nur im Zoom-Meeting zu sehen, sondern wieder auf und abseits des Rasens. Sowie auf gesellige Stunden mit den Fans und Gönnern“, so Gonnermann.

Durchmarsch des Lichtenauer FV gestoppt

Nachdem der Abbruch der Saison besiegelt ist, ist auch klar, dass Rafal Klajnszmit aus Eschwege kein Spiel mehr beim Aufsteiger Lichtenauer FV als Trainer bestreiten wird. Nachdem vor der Saison 20/21 kräftig in den Kader investiert wurde, mussten sich die Lichtenauer in zehn Spielen nur gegen Barockstadt Fulda-Lehnerz II und gegen Willingen geschlagen geben. Ein möglicher direkter Durchmarsch in die Hessenliga wurde nun aber erst einmal gestoppt. Das von Unternehmer Gerhard Klapp kräftig unterstützte Team will in der kommenden Saison einen Sparkurs einlegen (wir berichteten).

Erkan Kilci, Sportlicher Leiter des LFV, bedauert zwar, dass der Verein um einen möglichen Aufstieg gebracht wird, aber: „Wie der Vorstand entschieden hat, ist richtig. Es geht nicht anders. Die Vereine brauchen schließlich Planungssicherheit.“ Nun könne man sich voll auf die neue Saison konzentrieren. (Maurice Morth)

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