Freitag, der 13. - So abergläubisch sind heimische Sportler

Kassel. Freitag, der 13.! Heute ist für viele ein Tag, der mit Vorsicht zu genießen ist. Für uns liefert der Tag den Anlass, einmal zu schauen, wie es die heimischen Sportler eigentlich mit Aberglaube halten.

Bei Marc Leimbach haben die Wasserflaschen einen festen Ort: Wenn der Tennisspieler sich erstmals hinsetzt auf dem Platz, stellt er sie zwischen die Beine. Foto: Fischer

• Marc Leimbach (36), Zweifacher Tennisweltmeister im Doppel der Herren 35: „Ich denke nicht daran, dass heute Freitag, der 13., ist. Aber Rituale, die habe ich“, räumt Marc Leimbach ein. Zwei davon gibt er preis, wobei eines ohnehin offensichtlich ist. „Wenn ich auf den Platz gehe und mich zum ersten Mal hinsetze, stelle ich die Wasserflaschen zwischen meine Füße. Danach stelle ich sie immer wieder ganz genau an diesen Platz“, sagt Leimbach. Das zweite Ritual ist kaum zu bemerken: „Vor und nach einem Ballwechsel trete ich nie auf eine der Linien.“ Angeeignet habe er sich beides von Rafael Nadal, „der ist ja der Meister der Rituale, und ich bin ein großer Fan von ihm“.

Bei Ehefrau Kim Leimbach, Volleyballerin der TG Wehlheiden, trifft Marc Leimbachs Aberglaube auf wenig Verständnis. „Du hast ’ne Macke, hau doch einfach drauf“, rät sie ihm und pflegt selbst keinerlei Rituale.

Daniel Beyer

• Daniel Beyer (32), Fußballer des Hessenligisten FSC Lohfelden: „Ich habe mittlerweile 60 Paar Fußballschuhe im Schrank. Wenn es schlecht läuft, wird gewechselt“, sagt der 32-Jährige. Im Laufe seiner Karriere hatte der Aberglaube immer einen festen Platz. „Mal habe ich mich länger nicht rasiert, mal ein besonderes T-Shirt unter dem Trikot getragen. Oder drei Monate lang jeden Freitagabend Spinatnudeln mit Hühnchen gegessen“, erinnert sich Beyer. • Katharina Morbitzer (28), Tischtennisspielerin der KSV Auedamm: „Ich habe zwei kleine Angewohnheiten: Wir können ja entweder kurze Hose oder Rock anziehen. Wenn wir gewinnen, und ich habe in kurzer Hose gespielt, trete ich das nächste Mal auch wieder in kurzer Hose an. Verlieren wir, trage ich das nächste Mal Rock.“ Das zweite Ritual: „Vor einem Satz hüpfe ich immer: Und da ich elf Punkte brauche, um einen Satz zu gewinnen, hüpfe ich immer elfmal.“

Pascal Loschke

• Pascal Loschke (24), FußballSchiedsrichter: „Ich bin kein Freund von Gelben und Roten Karten. Muss ich doch einmal Rot ziehen, benutze ich diese Karte nie mehr wieder“, bekennt sich der 24-Jährige zu einem Aberglauben. Konkret begründet ist auch das zweite von ihm gepflegte Ritual: „Ich lasse die Marke, mit der die Seitenwahl gelost wird, immer zur Pause in der Kabine. Als ich das zweimal nicht getan habe, wurde es nach der Pause turbulent und führte zu Sportgerichtsverhandlungen. Meinen besten Tag hatte ich dabei auf dem Feld auch nicht.“

Marco Müller

• Marco Müller (24), Stürmer des Eishockey-Zweitligisten Kassel Huskies: „Oh ja, ich bin abergläubisch“, sagt Marco Müller und lacht. „Ich glaube zwar nicht an Freitag, den 13.. Für uns ist es kein Thema, dass wir ausgerechnet an dem Datum spielen müssen. Entscheidend heute ist, dass wir gegen Landshut ein Heimspiel haben. Ich vertraue aber auf meinen persönlichen Glücksbringer: Das ist ein schwarzer Kapuzenpulli.“ Den trägt Müller vor und nach den Spielen. Mitgebracht hat der 24-Jährige ihn von seinem Ex-Klub Bietigheim Steelers, mit dem er in den vergangenen Saison Vizemeister wurde. Das Besondere: „„Ich habe den Pulli zum letzten Mal vor Saisonbeginn gewaschen. In die Waschmaschine kommt er erst wieder, wenn die Spielzeit vorbei ist“, sagt Müller. „Da es bei uns so gut läuft, gab’s keinen Grund, den Pulli zu wechseln.“

Tobias Orth

• Tobias Orth (29), Torwart des Fußball-Hessenligisten OSC Vellmar: „Linker Pfosten, rechter Pfosten, Latte - wie viele andere Torhüter berühre auch ich die Teile des Torgestänges vor jedem Spiel“, sagt Tobias Orth. Aberglaube spiele bei ihm zwar keine entscheidende Rolle, und doch müssen bestimmte Dinge in der Vorbereitung auf eine Partie immer identisch sein. „Ich bandagiere mir die Finger stets auf die gleiche Art und Weise. Ist das Tape einmal anders angebracht, habe ich schon ein komisches Gefühl“, sagt der 29-Jährige. „Ich brauche einen Wohlfühlfaktor. Wenn es ziept oder zwickt, stört mich das. Auch die Handschuhe müssen immer gewaschen sein.“ Für Orth sind Rituale auch in Bezug auf die mentale Vorbereitung wichtig. (wba/tor/hag/mis)

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