Tischtennis-Bezirksoberliga: Aufgedeckter Materialverstoß schlägt hohe Wellen

Vor frischer Tat ertappt

Im Zentrum der Aufmerksamkeit: der Schläger. Foto: nh

Röhrenfurth/Friedewald. Im sechsten Anlauf war‘s soweit: Aufsteiger TSV Röhrenfurth feierte ausgerechnet beim Tabellenzweiten seinen ersten Saisonsieg in der Tischtennis-Bezirksoberliga. Der kam allerdings kampflos zustande. Und ob der Neuling daran noch länger seine Freude haben wird, hängt von der Entscheidung von Klassenleiter Manfred Strube ab, der sich mit einem Fall von „Materialverstoß“ befassen muss.

Seit längerem sind die Noppen des TTC Dreienberg-Friedewald bei den Konkurrenten in Verruf. Dahingehend, dass sie unerlaubt manipuliert werden, um sich bei den Ballwechseln einen Vorteil zu verschaffen. „Wir hatten Hinweise von anderen Mannschaften, dass der Noppenbelag des Schlägers des Friedewalder Spitzenspielers unzulässigerweise mit einem Kleber nachbehandelt worden wäre“, erklärte Röhrenfurths Mannschaftsführer Reinhold Nadler. Und begründet damit den Beschluss zusammen mit Weiterode für die vergangene Auswärtspartie Verbandsaufsicht zu beantragen, ohne die Gastgeber davon vorher zu unterrichten.

Sechs Schläger beanstandet

Also wurden von Oberschiedsrichter Bernd Böhling (Kassel) und dem Beisitzer im Schiedsrichterausschuss, Rainer Haldorn (Kassel), vor Spielbeginn mit drei Messgeräten die Spielgeräte überprüft. Und drei jeder Mannschaft beanstandet und aus dem Verkehr gezogen.

Darunter auch der Schläger von TTC-Spitzenmann Bernd Wolf. „Die Noppen waren chemisch behandelt worden und ganz starr“, erklärte Rainer Haldorn. Die Regel besagt dagegen, dass die Schläger in dem Zustand, wie sie gekauft wurden, auch benutzt werden müssen. Laut Haldorn kein Einzelfall, nachdem schon am 20. Februar beim Spiel des TTC Dreienberg-Friedewald gegen Leimsfeld II zwei Spielgeräte des Gastgebers moniert wurden: „Die spielen dort alle mit chinesischen Belägen und die sind oft problematisch.“

Gegen Röhrenfurth mit Konsequenzen. Denn weil die Friedewalder im Gegensatz zu den Gästen keine Ersatzschläger zur Verfügung hatten und sich weigerten, 15 Minuten nach dem eigentlichen Spielbeginn noch anzutreten, ging die Partie vorerst mit 9:0 an den TSV. „Eine Niederlage“, sagt TTC-Vorsitzender Gerhard Diemel, „die wir in Kauf nehmen sollten.“

Seine Spieler sehen das indes anders. Und wollen eventuell Einspruch gegen eine (aus ihre Sicht negative) Entscheidung des Klassenleiters einlegen. Schließlich wären bei beiden Teams jeweils drei Schläger nicht in Ordnung gewesen. Ob überhaupt eine Bestrafung möglich ist, bezweifelt Gerhard Diemel. Denn schließlich sei ja keiner mit unerlaubtem Spielgerät an den Tisch gegangen.

Von Reinhold Döring und Ralf Ohm

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