Nordhessens Topteams

Fritzlar verzichtet auf Aufstieg, die anderen haben gemeldet

Mitten in der Coronakrise sollen Sportklubs jetzt Lizenzen für die nächste Saison beantragen. Aber wie können heimische Topteams jetzt seriös planen, kaufmännisch solide kalkulieren? Eine Bestandsaufnahme:

Die Handball-Frauen von SVG Fritzlar gehen das Risiko eines Aufstiegs in die 2. Bundesliga nicht ein. Wie ist die Lage in Nordhessen?

Handball

Männer, 1. und 2. Bundesliga: Wie alle anderen Klubs hat auch die MT Melsungen die Zulassung zur Saison 20/21 bereits erhalten. Zweitliga-Schlusslicht Krefeld verzichtet. Mit dieser Entscheidung unter dem Vorbehalt der sportlichen Qualifikation will die HBL „ein positives, motivierendes und absolut notwendiges Zeichen an die Klubs senden.“ Einige Klubs bekamen die Lizenz mit der Auflage der Begrenzung des Personalaufwands. Alle Vereine sind zu einer außerordentlichen Nachlizenzierung bis Ende August 2020 verpflichtet, „da die Auswirkungen der Corona-Pandemie zurzeit kaum überschaubar sind.“ 3. Liga: „Wir werden fristgerecht zum 15. April wieder für die dritte Liga melden“, sagt Claus Umbach, Abteilungsleiter beim GSV Eintracht Baunatal. Kaufmännische Zahlen seien nicht gefordert, allein „eine Deckungssumme von 10 000 Euro müssen wir wie üblich hinterlegen“.

Das hat auch Aufsteiger ESG Gensungen/Felsberg auf den Weg gebracht. „Wir haben gemeldet und gebürgt“, bestätigt der Sportliche Leiter Michael Stahl. Offen sei nun noch der Termin für die Abnahme der Kreissporthalle.

Frauen, Bundesliga: Der Klassenerhalt ist fix – „wir wissen also, woran wir sind und haben wieder für die erste Liga zugesagt“, erklärt Simon Hallenberger, Mitgesellschafter der HSG Bad Wildungen Vipers. Obwohl die mit 300 000 Euro über das wohl kleinste Budget in der Liga verfügen, sei erneut konservativ kalkuliert worden. Deshalb habe er wenig Sorge, „dass es kritisch wird bei uns, zumal es in den Sponsorengesprächen einige Erfolgserlebnisse gab“. Die für alle Klubs übliche Ausfallbürgschaft über 50 000 Euro sei hinterlegt. „Und selbst wenn sich die Rahmenbedingungen auch für unsere Liga ändern, erwartet ich keine Nachforderungen zur Lizenzerteilung“, sagt Hallenberger. 2. Bundesliga: „Wir haben zum 1. März erneut für die zweite Liga gemeldet“, sagt Renate Denk, Managerin der SG Kirchhof. „Das war ein Zahlenwerk mit 96 Seiten und 20 Unterschriften.“ Aber was sind diese Zahlen jetzt noch wert? „Das wird sich erst noch erweisen. Ich gehe davon aus, dass da noch nachgefordert wird, wenn sich abzeichnet, wohin für uns alle die Reise geht. Der Ausfall der Handball-Feriencamps trifft uns hart, auch die Einnahmen aus den Patenschaften gehen uns ab.“ Bekanntlich zahlen Paten bei den Heimspielen der Melsunger pro Torwartparade und pro Tor je einen Euro.

3. Liga: Obwohl Germania Fritzlar beim Abbruch die Tabelle anführte mit 29:7 Punkten vor Eddersheim (27:7), das ein Spiel weniger absolviert hat, meldet der SVG nicht für die 2. Bundesliga. „Das wirtschaftliche Risiko ist zu groß“, erklärt Abteilungsleiter Steffen Schmude angesichts vieler Unsicherheiten. „Wir bleiben, wo wir sind und werden froh sein, wenn wir wieder seriös für die dritte Liga planen können.“ Und da gilt dasselbe wie bei den Männern in Baunatal und Gensungen.

Fußball

Hessenliga: Kopfzerbrechen über Lizenzierungsfragen müssen sich die Verantwortlichen bei KSV Hessen Kassel und KSV Baunatal nicht machen. „Wir müssen unsere Wirtschaftlichkeit nicht nachweisen, sondern nur die Meldung abgeben“, sagt German Jaeschke, neuer Abteilungsleiter der VW-Städter. Regionalliga:Was passiert, wenn die Kasseler Löwen direkt aufsteigen sollten, in die Relegation kommen oder gar als Nachrücker gefragt sind, weil „oben“ Klubs kollabieren? „Wir sind für alle Eventualitäten gerüstet“, erläutert Jens Rose, Vorstand des KSV Hessen. „Alle Unterlagen wurden ausgefüllt und pünktlich abgegeben.“ Und das mit seriösen und soliden Zahlen, Stand Ende März. Aber: „Was wird, das weiß niemand.“

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