Endlich wieder ein Lehrgang

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Deutschlands größtes Tischtennis-Talent: U18-Nationalspielerin Sophia Klee. 

Training in Heiligenrode und am Montag Start mit der Nationalmannschaft

Sie ist glücklich. „Ich freue mich, dass es wieder losgeht“, sagt Sophia Klee. Denn am Montag steht nach langer Zeit der erste Lehrgang mit der Nationalmannschaft auf dem Programm. In Düsseldorf trifft das Tischtennis-Ass auf ihre Teamkameraden. Und damit beginnt so langsam auch das Leben nach Corona für die 17-Jährige.

Die angehende Abiturientin des Kasseler Friedrichsgymnasiums blickt positiv nach vorn. Auch wenn sie der Zwangspause der vergangenen Wochen durchaus ebenfalls etwas Positives abgewinnen kann und konnte: „Im letzten Jahr ging es für mich von einem Standort zum nächsten, dazu die Schule. Es ist schön, mal Zeit zum Durchschnaufen zu haben.“

Doch damit ist es nun so langsam aber sicher vorbei. Heißt: Der gewohnte Alltag der vergangenen Wochen gehört spätestens ab Montag der Vergangenheit an, wenn der einwöchige Lehrgang in Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt beginnt. Es ist der erste Schritt zurück ins Aktivenleben. Zuletzt hat sie häufig allein in der Trainingshalle in Heiligenrode trainiert – eine Ausnahmegenehmigung für die Kaderathletin machte es möglich. Dazu bot die Tischtennisplatte zuhause eine Alternative, zweimal pro Tag trainierte sie dort. „Das war natürlich nicht wie vorher. Aber schon ein Vorteil für uns Einzelsportler.“

Doch Klees Blick geht natürlich über den Lehrgang hinaus. Ab September könnten die ersten richtigen sportlichen Herausforderungen anliegen. Noch steht die Jugend-EM (U18) im kroatischen Zagreb auf dem Programm. „Deutschland überlegt aber gerade, ob es als Vorbild vorangehen und absagen sollte“, sagt Klee.

Bei ihrem neuen Klub, dem Bundesliga-Aufsteiger ESV Weil am Rhein, ist in der vergangenen Woche das Training unter Auflagen wieder gestartet. Klee aber wird dort nur zu den Spielen erwartet.

Alles andere wäre logistisch auch schwer machbar. Klee geht in Kassel zur Schule, Weil am Rhein ist gut 600 Kilometer entfernt an der Grenze zur Schweiz. Für den Bundesliga-Aufsteiger tritt sie künftig an die Platte, nachdem ihr letzter Klub Bad Driburg zurückziehen musste. Gut möglich, dass im September die ersten Heimspiele im Süden über die Bühne gehen. Es sehe gut aus, sagt sie. „Ich werde dann wohl freitags runterfahren und Sonntag in der Nacht zu Montag zurück. Je nachdem, wann die Ansetzungen sind.“ Eine nicht ganz einfache Situation, die Klee aber gern in Kauf nimmt. „Das Aus bei meinem alten Verein kam ziemlich kurzfristig. Ich bin froh, überhaupt solch ein Angebot bekommen zu haben. Deshalb nehme ich die weiten Wege gern in Kauf.“

Zunächst wird es wohl nur Geisterspiele geben. „Ohne Zuschauer zu spielen, ist schon komisch. Sie pushen einen schon. Das glaubt man gar nicht. Wenn alles leer ist, fühlt es sich eher an wie Training. Aber es ist eine Ausnahmesituation.“ Die nun so langsam ein Ende findet.

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