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TV-Expertin und Spitzenreiterin

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Von: Torsten Kohlhaase

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Voll auf den Ball konzentriert: Nach dem Bruch der Kniescheibe hat sich die Niestetaler Tischtennisspielerin Sophia Klee wieder ins Wettkampfgeschehen zurückgekämpft.
Voll auf den Ball konzentriert: Nach dem Bruch der Kniescheibe hat sich die Niestetaler Tischtennisspielerin Sophia Klee wieder ins Wettkampfgeschehen zurückgekämpft. © Privat

Nach dem Bruch der Kniescheibe im Sommer hat sich Sophia Klee wieder zurückgekämpft. Erst unverhofft TV-Expertin bei den European Championships in München, dann U21-EM in Rumänien und nun Tabellenführer mit Weinheim in der Tischtennis-Bundesliga: Wir blicken mit der 19-jährigen Niestetalerin noch einmal zurück auf ein ereignisreiches halbes Jahr.

Plötzlich im Fernsehen

„Eigentlich sollte ich für den Deutschen Tischtennis-Bund nur bei der U18-DM kommentieren. Das kam dann so gut an, dass ich bei den Europameisterschaften in München auch für unseren You-Tube-Kanal Videos drehen durfte“, erinnert sich Klee. Darauf wurden dann ARD und ZDF aufmerksam und verpflichteten sie als Expertin. „Auch da sollte ich dann erstmal hinter den Kulissen der Tischtennis-EM zum Einsatz kommen, ehe ich auch als Co-Kommentatorin eingesetzt wurde. Das hat verdammt viel Spaß gemacht“, so die Abiturientin. Eine Fortsetzung ist übrigens nicht ausgeschlossen.

Plötzlich neben Stars

Auch die Abschlussfeier der European Championships ließ sich Klee nicht nehmen. „Ich hatte ja ohnehin nichts zu tun, war ja noch verletzt. Und auf einmal standen da Serge Gnabry und Joshua Kimmich neben mir“, erzählt sie. Die Bayern-Stars waren gerade von einem Spiel zurückgekommen und mischten sich unter die Sportler. „Sie haben erzählt, dass sie die Tischtennis-Wettbewerbe bis zum Schluss verfolgt haben. Sie standen drei Stunden in unserer Nähe und sind nicht groß aufgefallen. Ich glaube, dass es auch für solch große Superstars ein entspannter Abend war, weil sie mal nicht im Mittelpunkt standen“, berichtet Klee.

Plötzlich wieder zurück

Und dann kam das sportliche Comeback, die Rückkehr in den Wettkampf. „Ich habe mit meiner Trainerin lange hin und her überlegt, ob ich bei der U21-EM in Cluj starten soll. Wir haben uns dann für eine Teilnahme entschieden“, sagt die Niestetalerin, deren erste Schritte nach der schweren Knieverletzung nicht einfach gewesen seien. „In manchen Situationen hatte ich noch Angst, war vorsichtig und musste immer daran denken, als ich umgeknickt bin“, sagt Klee. Am Ende ging es für sie bis ins Viertelfinale, als dann Endstation war gegen ihre deutsche Teamkollegin und spätere Finalistin Franziska Schreiner. „Unter den besten acht zu landen, war nach meiner Verletzungsgeschichte schon ein Erfolg. Zudem war es ja erst mein zweites internationales Turnier des Jahres“, so Klee.

Plötzlich eigene Bleibe

Im Oktober folgte dann der nächste Schritt zur Unabhängigkeit: die eigene Wohnung in Düsseldorf. Also dort, wo sie auch mit der Nationalmannschaft trainiert. „Durch die vielen Reisen stehe ich ja schon eine ganze Weile auf eigenen Füßen. Aber es ist eine Umstellung, jetzt das Essen und die Wäsche selbst zu machen, das Training zu organisieren und das richtige Trikot in die richtige Tasche zu packen“, berichtet Klee.

Plötzlich an der Spitze

Und dann wäre da ja noch die Bundesliga-Spielzeit mit dem TTC Weinheim. Nach nur einem Sieg in den ersten vier Spielen ging es schleppend los. Aber dann folgte Ende November der Paukenschlag. 6:2 vor 200 Zuschauern gegen den Deutschen Meister aus Berlin und am Tag darauf ein 6:3 in Böblingen – aktuell ist Klee mit ihrem Team Tabellenführer, und das zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte. „Unser Manager kann das immer noch nicht glauben. Wenn wir die Vorrunde auf den Plätzen eins bis drei abschließen, wäre das schon super“, sagt die Niestetalerin, die eine Einzel-Bilanz von 4:4 aufweist.

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