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Der Tabata-Selbstversuch funktioniert: Das Fett schwindet

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Kassel. Spätestens beim fünften Durchgang des Bergsteigers komme ich richtig ins Schwitzen. „Der Bergsteiger ist ein Schweinehund“, sagt Trainer Lutz Anders. Recht hat er. Die Beine wollen kaum noch nach vorn, der Bauch zittert.

Das hab ich nun davon, dass ich auch testen wollte, wie es funktioniert, dieses Tabata. Wir stecken in der dritten Serie. Achtmal zwanzig Sekunden Bergsteiger – eine Stützübung, bei der die Beine unter dem Bauch durch an die Brust gezogen werden. Mit Tempo. Alle zwanzig Sekunden zehn Sekunden Pause.

Neben mir keuchen und schwitzen Michaela Streuff und Marie Klement, unsere Redakteurinnen, die den Selbstversuch gestartet haben. Abnehmen mit Tabata und der Glyxdiät. Weg mit dem Fett, her mit einem sportlicheren Körper – funktioniert das? Schon jetzt, zu Beginn der fünften Woche mit Tabata nach zuvor vier Wochen mit vorbereitendem Training und langsamer Ernährungsumstellung kann man sagen: Das funktioniert.

Unser Experte Lutz Anders, Trainer bei Rehamed Wilhelmshöhe, begleitet das Duo bei seinem Versuch. Als wir jetzt das erste Zwischenfazit ziehen, ist er zufrieden: „Beide sind auf einem guten Weg.“ Marie Klement hat netto bereits fast sechs Kilo abgenommen. Anders erklärt dieses erstaunliche Ergebnis mit dem Memory-Effekt. „Marie war früher Leistungsschwimmerin. Ihr Körper erinnert sich daran, was er leisten kann.“

Und dass sie sich quälen kann, zeigt die Online-Redakteurin auch. Ehrgeizig absolviert sie ihre vier Tabata-Einheiten pro Woche. Dazu geht sie zweimal joggen. „Eigentlich habe ich das Gefühl, ich habe mein Ziel bereits erreicht“, sagt sie. Mit der Diät nimmt sie es auch deshalb nicht ganz so genau. Schokoriegel und Pommes sind schon mal drin. Trotzdem trainiert sie natürlich weiter. Der Selbstversuch ist schließlich über 16 Wochen angelegt.

Lutz Anders
Lutz Anders macht den Bergsteiger vor. © Ziemke

Bei Michaela Streuff sind die Trainingsfolge noch nicht so deutlich sichtbar. „Marie kann sich durch ihre sportliche Vergangenheit höher belasten. Michaela benötigt noch Pausen“, sagt Anders. Eine Woche zuvor hat sie richtig Frust geschoben, weil sich keine Erfolge einstellen wollten. Heute jedoch ist das anders, als sie von der Waage kommt. „Ich schwebe auf Wolke sieben,“ sagt sie. 1,5 Kilo Nettogewicht weniger klingen noch nicht so viel.

Aber: Michaela hat über vier Kilo Fett verloren, im Gegenzug über drei Kilo Muskeln antrainiert. „Das ist gesundes Abnehmen“, sagt Anders, der erwartet, dass der höhere Muskelanteil bald für eine stärkere Gewichtsabnahme sorgen wird. Zumal Michaela sich streng an ihren Diätplan hält, zum Beispiel auch auf Nudeln und Reis komplett verzichtet.

Dass ihre Mitstreiterin derzeit einiges voraus ist, damit hat sie kein Problem: „Das ist eher Antrieb und Motivation“, sagt sie. Lutz Anders empfiehlt ohnehin: „Wer kann, sollte in Gruppen trainieren.“

Am kommenden Freitag starten die 14 Leser, die bei unserer Aktion gewonnen haben, das Tabata in ihren Gruppen. Nachdem ich meinen achten Durchgang vom Bergsteiger geschafft habe, kann ich ihnen sagen: Es wird anstrengend.

Von Frank Ziemke

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