„Urgestein“ Walter Herale über die Faszination Handball und die Zusammenführung zweier Klubs

Fusion war „der richtige Schritt“

Ein Foto aus alten Zeiten: Walter Herale (unten ganz rechts) mit den dritten Herren der HSG Nörten-Angerstein als Meister der 2. Handball-Kreisklasse 1985/86. Stehend von links: Hans-Jürgen Becker, Bruno Lange, Günter Reimann, Dieter Harms, Lutz Hartmann, Horst Opel, Betreuer Günther Längert, Volker Kalinowski. Vorne von links: Gotthard Standke, Ulrich Lechte, Karl-Heinz Knoke, Karsten Längert Torsten Bruns und Walter Herale. Foto: nh

northeim. Sein Name ist weit über die Grenzen der hiesigen Handballszene hinaus bekannt: Walter Herale. Wann immer in den Sporthallen von Nörten-Hardenberg oder Bovenden der Handball rollt: Walter ist dabei! Und bestens vertraut ist auch seine Stimme. Denn Walter Herale hat sich dem kleineren runden Leder mit Leib und Seele verschrieben. Er lebt den Handball. Ihn bei den Spielen zu erleben, ist Emotion pur. Wir sprachen mit dem „Mister Handball“ der heutigen HSG Plesse-Hardenberg.

Herr Herale, was macht für Sie die Faszination Handball aus?

Herale: Am Handball fasziniert mich am meisten das schnelle, körperbetonte Spiel. Es fallen - besonders in den letzten Jahren - immer mehr Tore, und man kann (fast) nie im Voraus sagen, ob ein Spiel nach einer Halbzeit bereits entschieden ist. Mit dem richtigen Kampfgeist kann selbst ein verloren geglaubtes Spiel noch gedreht werden. Dadurch ist dieser Sport immer interessant. Außerdem ist es immer schön, die Stimmung in der Halle und besonders die Freude der Mannschaften mitzuerleben, wenn ihnen das gelungen ist.

Ihr schönstes sportliches Erlebnis? Die größte Enttäuschung?

Herale: Das schönste sportliche Erlebnis für mich war 1995, als der THW Kiel in Nörten gegen unsere 1. Herrenmannschaft ein Freundschaftsspiel bestritt. Die größte Enttäuschung war der Abstieg der 1. Damenmannschaft aus der Oberliga nach nur einer Saison 1989/1990.

Welche Funktion haben Sie aktuell inne? Wie sieht Ihr Aufgabengebiet aus?

Herale: Im Moment bin ich der stellvertretende Vorsitzende der HSGPH. Ich erledige eigentlich alle Aufgaben mit, die so im Verein anfallen, wobei mir unsere Damenmannschaft besonders am Herzen liegt.

Wie beurteilen Sie die derzeitige Situation in Ihrem Verein?

Herale: Nach zwei Jahren HSGPH denke ich, es war der richtige Schritt, die HSG Plesse und die HSG Nörten-Angerstein zusammenzuführen, da wir nun so über mehr Breite verfügen und die Lasten auf mehr Schultern verteilt sind und wir deshalb die Möglichkeit haben, viele Mannschaften auf einem höheren Niveau spielen zu lassen. Dass dieses erfolgreich ist, sieht man derzeit auch daran, dass unsere höherklassigen Seniorenmannschaften (1. und 2. Herren, 1. Damen) in ihren jeweiligen Spielklassen mit oben dran stehen und wir auch mit einigen Jugendmannschaften in der Landesliga vertreten sind.

Wie sieht die langfristige Planung aus?

Herale: Langfristig wollen wir erreichen, dass in allen Altersklassen in der Jugend zwei Mannschaften vertreten sind. Dafür muss besonders der Mini- und E- und D-Jugend-Bereich weiter ausgebaut werden. Außerdem würden wir es uns wünschen, dass entweder die 1. Damen oder die 1.Herren bald den Sprung in die Oberliga schafft und den Platz dort dann auch halten kann.

Gibt es Gedanken ans Aufhören oder Pläne für eine Zeit ohne Handball?

Herale: Nach 35 Jahren Vorstandsarbeit im SSV Nörten, in der HSG Nörten-Angerstein und der HSG Plesse-Hardenberg denke ich, es ist langsam an der Zeit, kürzer zu treten und den Weg für Jüngere frei zu machen, die neue Ideen mit einbringen können.

Von Andreas Schridde

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