Umfrage zur Europameisterschaft

„Sieben Jahre eine Qual“: Heimische Fußballer äußern sich zum deutschen EM-Aus und Jogi Löw

Die Vorentscheidung: Englands Raheem Sterling (Mitte) erzielte in der 75. Minute das Tor zum 1:0. Deutschlands Innenverteidiger Mats Hummels (links) und Torhüter Manuel Neuer können dem Ball nur noch hinterherschauen.
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Die Vorentscheidung: Englands Raheem Sterling (Mitte) erzielte in der 75. Minute das Tor zum 1:0. Deutschlands Innenverteidiger Mats Hummels (links) und Torhüter Manuel Neuer können dem Ball nur noch hinterherschauen.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist nach der 0:2-Niederlage gegen England bei der Europameisterschaft ausgeschieden. Wir haben uns bei heimischen Fußballern aus dem Altkreis Rotenburg umgehört, was sie zum EM-Aus und Bundestrainer Jogi Löw sagen.

Rotenburg – Die Fußball-Europameisterschaft ist für die deutsche Nationalmannschaft Geschichte. Nach der 0:2 (0:0)-Niederlage gegen den großen Rivalen England schied das Team von Bundestrainer Joachim Löw aus der Europameisterschaft aus. Lange Zeit war der Klassiker eine Partie auf Augenhöhe, dann bescherten Raheem Sterling (75.) und Harry Kane (86.) mit ihren Toren dem Gastgeber den Einzug ins Viertelfinale. Damit endet zudem die 15-jährige Ära von Jogi Löw als Bundestrainer. Wir haben uns bei heimischen Fußballern umgehört, wie sie auf das deutsche EM-Aus blicken.

Lars Schneider, TV Braach: „Ich bin enttäuscht, aber nicht überrascht. Wir haben gegen England gar nicht so schlecht gespielt, aber ich habe mich relativ schnell mit dem Aus abgefunden. Geblendet hat das Spiel gegen Portugal, die etwas naiv gegen uns gespielt haben. Gegen die anderen Teams, die taktisch gut ausgerichtet waren, hat man gemerkt, dass wir mit Ballbesitz nicht gut umgehen können und dass ein richtiger Stürmer fehlt. Was Jogi betrifft: Den richtigen Zeitpunkt kennt man nie. Im Nachhinein hätte er 2014 aufhören sollen, spätestens aber nach der Niederlage gegen Spanien.“

Dirk Stache, SG Wildeck: „Ich bin nicht so enttäuscht, weil ich mit einem früheren Aus gerechnet habe. Der Trainer war nicht gut, das System hat nicht gestimmt und die Mannschaft hat null Einsatz und null Willen gezeigt – bis auf Kimmich. Wenn man das mit Frankreich vergleicht, die haben wenigstens gekämpft. Gefallen hat mir gar nichts. Wer von vier Spielen nur ein Spiel gewinnt, der ist verdient ausgeschieden. Es war eine Sache, die sich angebahnt hat. Jogi hätte aufhören sollen, als es am schönsten war – und das war 2014. Die vergangenen sieben Jahre waren eine Qual.“

Anna Schumacher, SC Lispenhausen: „Das Aus war weder tragisch noch unglücklich, da muss man sich nichts vormachen. Wir hatten Glück, dass wir überhaupt ins Achtelfinale gekommen sind. Es ist natürlich traurig, aber die Spiele der deutschen Mannschaft warn auch nicht besonders interessant und zum Teil auch langweilig. Die Gruppendynamik und das Engagement hat nicht gepasst. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Spieler mit Herzblut dabei sind. Für Jogi nimmt die EM natürlich nicht das erhoffte Ende, aber er hat in den 15 Jahren viel erreicht und wird hoffentlich im Guten gehen.“

Matthias Sippel, SG Nentershausen/Weißenhasel/Solz: „So wie Deutschland bei dieser EM gespielt hat, war das Aus absehbar. Es ist ärgerlich, aber nicht unverdient. Im deutschen Team steckt viel Potenzial, das hat gegen Portugal kurz aufgeblitzt, aber wir haben es nicht auf den Platz gebracht. Wir haben zwar die Todesgruppe überstanden, sind aber schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt. Wir haben keine Mittel gefunden, Chancen zu kreieren und uns fehlt dieser reine Stoßstürmer im Gegensatz zu anderen großen Nationen. Und man hat gemerkt, es muss was Neues her. Mit Jogi hat es nicht mehr gepasst.“

Martin Marth, TSV Baumbach: „Als Deutschland-Fan bin ich natürlich sehr enttäuscht, aber so ist es im Fußball. Auf so einem Niveau entscheiden Kleinigkeiten. Die deutsche Mannschaft hat sich nicht daneben benommen, aber effizienter waren die Engländer. Ich hatte mir mehr erhofft und auch gewünscht. Gegen England haben die Tiefenläufe und der Mut gefehlt, ins Eins-gegen-Eins zu gehen und den Abschluss zu suchen. Für Löw ist so ein Ende nach 15 Jahren schade, aber hinterher ist man immer schlauer. Nachtreten ergibt keinen Sinn, man sollte ihm den gebührenden Respekt für seine Arbeit erweisen.“ (Alicia Kreth)

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