Hessenpokal der Frauen

Raßdorf/Bosserode kürt sich zum Pokalsieger: FSG siegt 3:2 gegen die SG Neuenstein

Duell der Kapitäninnen: Raßdorfs Lara Heinzerling (rechts) kämpft gegen Neuensteins Lea Henning um den Ball.
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Duell der Kapitäninnen: Raßdorfs Lara Heinzerling (rechts) kämpft gegen Neuensteins Lea Henning um den Ball.

Bosserode – Die Freude war bei den Fußballerinnen aus Raßdorf und Bosserode nach dem 3:2-Sieg im Kreispokalfinale gegen die Gruppenligakickerinnen der SG Neuenstein groß. Im Vorfeld hatte Kreisoberligist FSG Raßdorf/Bosserode zwar auf eine Überraschung gehofft, war aber mit dem nötigen Respekt in die Partie gegangen.

Von Beginn an übernahmen die Wildeckerinnen das Kommando. Sophie Schuchhardt, die fast anderthalb Jahre außer Gefecht gesetzt war, wirbelte ein ums andere Mal die Neuensteiner Abwehr durcheinander, der krönende Abschluss fehlte aber. Bei der SG, die auf Konter lauerte, blieb es bei einer Möglichkeit von Lena Bolender, doch war der Winkel zu spitz. Zahlreiche Wechsel nach nur 20 Minuten auf beiden Seiten lähmten dann ein wenig den Spießfluss, ehe die Heimelf vor dem Pausenpfiff noch einmal mal richtig Gas gab. Schuchhardt‘s Schuss nach Alleingang ging am langen Pfosten vorbei und Ann Kathrin Schäfer scheiterte an der glänzend reagierenden Torfrau Annika Stippich.

Dann die Erlösung: Lara Heinzerling, ein Vorbild in kämpferischer Hinsicht, setzte sich auf der rechten Seite schön durch und ihre lange Eingabe landete bei Schuchhardt, die zur zu diesem Zeitpunkt hochverdienten Führung vollstreckte. Bei den Gästen war deutlich zu erkennen, dass wichtige Leistungsträgerinnen fehlten. So musste SGN-Trainer Sascha Mans mit Maya Volland, Luisa Bolender und Leona Heussner den kompletten Sturm ersetzen. „Da hat uns dann einfach die Schnelligkeit gefehlt und auch körperlich hat man unserer jungen Truppe angemerkt, dass es da noch fehlt“, sagte Mans nach dem Spiel. Zudem kam auch noch der Ausfall der etatmäßigen Torhüterin.

Die Gastgeberinnen, die auch nicht den kompletten Kader zur Verfügung hatten, knüpften nach dem Wechsel da an, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Mannschaftsführerin Heinzerling hatte gleich zweimal das 2:0 auf dem Fuß, scheiterte aber jeweils an Neuensteins Keeperin. Den Nachschuss beim zweiten Versuch setzte Leni Müller an die Latte. Auf der Gegenseite fand Melissa John in Raßdorfs Torfrau Cindy Schade ihren Meister. Einen Freistoß von Nia Wallmeier klärte die umsichtige und sicher stehende Libera Kerstin Müller. In dieser Phase hatte der Gast ein wenig an Oberwasser gewonnen und deshalb forderte Raßdorfs Coach Michael Tann auch mehr Bewegung von seinem Team.

Jubel über den Pokalsieg: Das Team der FSG Raßdorf/Bosserode freut sich über den 3:2-Erfolg im Finale des Hessenpokals gegen die SG Neuenstein. Die Pokalübergabe leiteten Monika Brehl (links), Referentin für Frauenfußball, und Pokalspielleiter Thomas Becker (rechts).

Bei einem Konter über Heinzerling und Schuchhardt kam Patricia Bachmann einen Schritt zu spät, ehe Schäfer und Heinzerling, die verwertete, eine gelungene Freistoßvariante zum 2:0 nutzten. Danach verstärkte die Mans-Elf noch mal die Offensive und brachte die Abwehr der Wildeckerinnen etwas ins Wanken. Mit dem Anschlusstreffer durch Nia Wallmeier, die den Ball aus dem Gewühl heraus über die Linie bugsierte, keimte ein wenig Hoffnung auf.

Kurz darauf avancierte dann aber auf der Gegenseite die Jüngste auf dem Feld, Leni Müller, mit ihrem Treffer zur Matchwinnerin. Im zweiten Versuch versenkte die 15-Jährige die Kugel im Kasten. Sarah Hofmann verpasste dann nach einem feinen Spielzug über drei Stationen den Deckel endgültig drauf zu machen. So wurde es nach Paulina Heussners Anschlusstreffer, sie traf nach Foul an Sabrina Steinhauer vom Elfmeterpunkt, noch einmal interessant.

„Der Sieg war verdient, auch wenn wir es am Ende noch einmal unnötig spannend gemacht haben“, resümierte Tann nach dem Spiel zufrieden. Ein besonderes Lob galt Nachwuchstalent Leni Müller, deren Treffer äußerst wichtig gewesen sei. Während den Wildeckerinnen dieser Sieg Auftrieb für den Punktspielauftakt am Wochenende in Schemmern geben dürfte, sieht es bei den Gästen etwas düster aus. Lena Bolender sowie Lena und Nora Linnemann werden zum Saisonstart auf jeden Fall fehlen. „Wir müssen das Beste aus der aktuellen Situation machen“, hofft Mans trotzdem auf einen positiven Start in Lispenhausen.

FSG Raßdorf/Bosserode: Schade - Nehrdich (26. Emely Bachmann), Höpfner (22. Ott), Katzman, Kerstin Müller, Schäfer, Patricia Bachmann, Leni Müller, Hofmann (19. Fiedler), Heinzerling, Schuchardt.

SG Neuenstein: Stippich - Spill, Keiner (34. Wallmeier), Henning, Heusner, Nora Linnemann (42. Steinhauser), Altenburg, John, Jana Linnemann, Bolender (19. Wehner).

Tore: 1:0 Schuchhardt (44.), 2:0 Heinzerling (68.), 2:1 Wallmeier (77.), 3:1 Leni Müller (78.), 3:2 Heussner (87.).

Schiedsrichter: Frank Peter Günther (Schenklengsfeld). Zuschauer: 100. (Thomas Becker)

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