Winterberg übernimmt

„Ich habe nicht die Kraft und Motivation“: Lars Schneider legt Traineramt in Braach nieder

Dieses Bild wird es künftig nicht mehr geben: Lars Schneider hat sein Amt als Trainer in Braach abgegeben.
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Dieses Bild wird es künftig nicht mehr geben: Lars Schneider hat sein Amt als Trainer in Braach abgegeben.

Die A-Liga-Fußballer des TV Braach werden künftig von Frithjof Winterberg trainiert. Der bisherige Betreuer übernahm das Amt vom bisherigen Spielertrainer Lars Schneider, der den Vereinsvorstand darum bat, ihn aus persönlichen Gründen von seinen Aufgaben als Trainer freizustellen.

Braach – „Ich habe aufgrund von Baustellen im Privaten keine Kraft und Motivation, die Mannschaft aus dieser Situation zu führen“, gibt Schneider die Gründe für seine Entscheidung offen zu. „Der Kopf war nicht immer zu hundert Prozent beim Fußball“, erklärt der 38-Jährige, der das Team seit 2015 mit kurzer halbjähriger Unterbrechung leitete. „Den Jungs jedes Mal eine Fassade vorzuspielen, erscheint für mich keine Lösung.“

Die Entscheidung, den TV nach sechs Jahren zu verlassen, sei deshalb auch lange in ihm gereift. Währnd seines B-Lizenz-Lehrgangs in Grünberg hatte er genügend Zeit, „um über Alles nachzudenken“. Den ersten Warnschuss, wie Schneider ihn nennt, gab es am ersten Spieltag der Saison in Solz, als er nach dem Spiel zusammengebrochen war und mit Herzrhythmusstörungen ins HKZ gebracht werden musste. Seither seien seine Gedanken tiefgründiger geworden.

Beim A-Ligisten geht damit eine kleine Ära zu Ende. „Braach ist mein Baby geworden. Es ist ein komischer Gedanke, am Freitag nicht mehr zum Training zu fahren“, sagt der 38-Jährige, der die Pause dafür nutzen möchte, den Akku wieder aufzuladen und die Zeit mit seiner Frau und der 18 Monate alten Tochter zu verbringen. „Sonntagmorgen aufzustehen und mal nicht die Absagen auf dem Handy zu sehen, sondern die Zeit der Familie zu widmen, das kam die vergangenen Jahre zu kurz, und darauf freue ich mich“, sagt Schneider, der später wieder als Trainer arbeiten möchte – ob in der älteren Jugend oder bei den Senioren aufwärts der Kreisoberliga sei erstmal dahingestellt. Doch: „Jetzt ist erstmal gut. Ich bin alle und möchte mal gar nicht an Fußball denken.“

Frithjof Winterberg

Frithjof Winterberg, der in den vergangenen Monaten schon ab und zu als Vertretung das Training übernahm, übernimmt nun als Interimstrainer vorerst bis zur Winterpause. „Ich unterstütze die Mannschaft so lange wie es notwendig ist“, sagt Winterberg, der die aktuell enge Spielerdecke als momentan größtes Problem sieht.

„Wir wollen zwei funktionierende Teams auf den Platz bringen, das ist meine Aufgabe“, betont der 38-Jährige, der in Braach lebt. Mit mehr als zehn verletzten Spielern seien dermaßen große Löcher zu stopfen, „da bleibt auch die Qualität auf der Strecke“, erklärt Winterberg, der sich am Sonntag, 15.30 Uhr, beim Heimspiel gegen die SG Haselgrund/Breitenbach eine Reaktion des Teams erhofft. „Das Ziel für die letzten drei Spiele ist es, mit erhobenem Haupt vom Platz zu gehen“, betont der Coach, der von den Braachern Einsatz und Laufbereitschaft fordert.

Die Winterpause wolle man dann nutzen, um die Verletzungen auszukurieren und im nächsten Jahr wieder erfolgreichen Fußball zu spielen. (Alicia Kreth)

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