Gisbert Ey: Trainerjob hat vorrang vor Spielerkarriere - Aufhören kein Thema

Fußball ist sein Leben

Ein Vulkan an der Linie und ein guter Stürmer auf dem Feld: Gisbert Ey, Trainer des TSV Obermelsungen und Spieler der SG Mandern/Ungedanken. Foto: Hahn

FELSBERG. Es gibt Menschen, für die Fußball ein Lebenselixier ist. Eine Art Jungbrunnen, der zum festen Bestandteil der eigenen Persönlichkeit geworden ist. Gisbert Ey gehört sicher zu diesen „Fußballverrückten“, die sich ein Leben ohne diesen Kampf ms runde Leder nicht vorstellen können. Die Doppelfunktion des 45-Jährigen kommt also nicht von ungefähr: Er ist Trainer des Frauen-Hessenligisten TSV Obermelsungen und schnürt selbst noch die Stiefel für den A-Ligisten SG Mandern/Ungedanken.

Sein Job als Coach beim TSV hat dabei „absoluten Vorrang“. Denn: „Es ist eine echte Herausforderung, mit den Mädels den Klassenerhalt zu schaffen.“ Damit das klappt, erwartet der in Felsberg wohnende Schlosser, der seine Brötchen im VW-Werk in Baunatal verdient, dass sich seine Schützlinge in der Rückrunde der Hessenliga erheblich steigern. Dazu gilt es, „konzentriert weiter zu arbeiten“, um nach dem Aufstieg „eine weitere Stufe nach oben zu nehmen.“

Gisbert Ey gibt dabei nicht nur im Training sonder auch neben dem Platz alles. Rauft sich die langen Haare, wenn seine Angreiferinnen mal wieder vor dem Tor die letzte Entschlossenheit vermissen lasssen oder hadert lautstark mit den Schiedsrichtern, wenn er mit deren Entscheidungen nicht einverstanden ist. Der Mann lebt Fußball, von ganzem Herzen. Und mit viel Herzblut. Als seine Spielerinnen im letzten Heimspiel gegen Opel Rüsselsheim kurz vor Schluss beim Stande von 2:2 einen Foulelfmeter versiebten und in der Nachspielzeit gar das 2:3 kassierten, verschwand ihr Coach wortlos und unansprechbar in der Kabine. „Das war einer der schwärzesten Tage, die ich je im Fußball erlebt habe“, sagt Gisbert Ey.

Dass er noch für Ungedanken/Mandern als Spieler auf dem Platz steht, ist für ihn - natürlich - eine Herzensangelegenheit: „Ich habe bei Blau-Weiß Mandern das Fußballspielen gelernt. Dafür will ich noch etwas zurückgeben.“ Dabei hat der Stürmer mit der SG schon einiges erlebt. Als größten Erfolg den Aufstieg in die damalige Bezirksoberliga (heute Gruppenliga), als größte Enttäuschung den Abstieg in die Kreisliga A in der letzten Saison. In der liegt „ManU“, wie sich die Jungs aus Mandern und Ungedanken gerne nennen, mittlerweile auf dem ersten Platz.

Auch dank Gisbert Ey, der vor seiner Rückkehr zu den Vereinigten beim Bezirksoberligisten Gensungen/Felsberg und Bezirksligisten Niedermöllrich/Rhünda am Ball war. Er kann sich durchaus vorstellen, ein weiteres Jahr als Spieler bei „ManU“ dranzuhängen. Alles andere wäre wohl auch eine Überraschung.

Von Peter Pfeiffer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.