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3:2 beim Lichtenauer FV! SV Adler Weidenhausen kurz vor dem Ziel Hessenliga

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Von: Maurice Morth

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Das 3:1 von Jan Gerbig (vorne rechts) fiel für den SV Adler Weidenhausen zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt kurz nach dem Wiederanpfiff. Erster Gratulant war Mittelfeldmotor Tim Ullrich.
Das 3:1 von Jan Gerbig (vorne rechts) fiel für den SV Adler Weidenhausen zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt kurz nach dem Wiederanpfiff. Erster Gratulant war Mittelfeldmotor Tim Ullrich. © Moritz Ziegler

Der SV Adler Weidenhausen pflügt unaufhaltsam in Richtung Hessenliga. Am kommenden Sonntag steht nun das Topspiel gegen CSC 03 Kassel an.

Hessisch Lichtenau – Quasi bis zur allerletzten Sekunde musste der SV Adler Weidenhausen beim 3:2-Auswärtssieg im Kreisderby in der Fußball-Verbandsliga gegen den Lichtenauer FV zittern: Eine Flanke von LFV-Rechtsaußen Maxim Antoniuc landete in der fünften Minute der Nachspielzeit im Adler-Strafraum genau vor den Füßen von LFV-Neuzugang Maxim Soimu, der den vermeintlichen 3:3-Ausgleich erzielte.

Während bei den Heimfans unbändiger Jubel ausbrach und die Adler-Fans schon die Köpfe hängen ließen, signalisierte der Linienrichter Schiedsrichter Marcus Rolbetzki eine Abseitsposition des Torschützen – es blieb beim 3:2.

Torwart Klotzsch: „Jeder hat hier heute alles reingeworfen“

Entsprechend groß war der Jubel nach dem Spiel beim Fußball-Verbandsligisten und seinen gut und gerne 250 mitgereisten Fans, die am Mittwochabend über die vollen 90 Minuten und auch darüber hinaus lautstark auf sich aufmerksam machten.

„Das war ein enges und intensives Spiel. Jeder hat alles reingeworfen. Jeder kämpft hier für den anderen und unser Aufwand wurde zum Ende beim möglichen 3:3 mit einem Quäntchen Glück belohnt“, so ein erleichterter SVA-Keeper Johannes Klotzsch nach dem Abpfiff.

Die rund 800 Zuschauer sahen ein Spiel, in dem sich beide Teams nur kurz abtasteten, denn bei der ersten gefährlichen Offensivaktion klingelte es direkt im Netz: Adler-Spielmacher Kilian Krug fasste sich aus gut 25 Metern ein Herz und setzte den Ball trocken zum 1:0 in die rechte Torecke (10.).

In der Folge verpasste Jan Gerbig mit zwei Schüssen (12. und 14.) sogar die frühe 2:0-Führung. Aber auch der LFV, der sich zunächst nur mit ungefährlichen Halbfeldflanken zu helfen wusste, tauchte plötzlich vor dem Tor auf: Der Kopfball des auffälligen Soimu landete nach einer Ecke aber nur an der Latte (19.).

Besser machten es im Gegenzug hingegen die Weidenhäuser. In einer verletzungsbedingten Unterzahlsituation eroberte Kilian Krug den Ball vom LFV, der gerade im Vorwärtsgang war. Sören Gonnermann vollendete die Aktion mit einem präzisen Flachschuss aus 20 Metern – keine Chance für Keeper Alfred Biserkin, 2:0 (31.).

LFV mit Druckphase vor der Halbzeitpause

Statt die Köpfe nun hängen zu lassen, ließ der LFV bis zur Halbzeit eine Drangphase folgen. Die Konsequenz: Nach einem Pressschlag zwischen Soimu und dem ansonsten bärenstarken SVA-Innenverteidiger Thomas Hammer landete der Ball glücklich vor den Füßen von Mathias Gambetta, der mit einem blitzsauberen Volley aus 16 Metern den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielte (40.).

Nur Augenblicke später klärte dann sogar noch Eike Görs in höchster Not auf der Linie, es wäre das zweite Tor von Gambetta gewesen (43.).

Nach der Pause hatte der SVA sofort die Antwort parat: Der eingewechselte Henrik Renke überbrückte das Mittelfeld mit einem Sprint und über Umwege landete der Ball bei Gerbig, der mit einem präzisen Schuss an den Innenpfosten das 3:1 erzielte und zum Jubeln in die Adler-Kurve abdrehte (48.).

Aber auch jetzt gab der LFV nicht nach und erarbeitete sich in einer Partie, die zunehmend von Zweikämpfen geprägt wurde, weitere Möglichkeiten. Belohnt wurde dann der Ex-Eschweger Jan Kaufmann, der nach einer Ecke zum 3:2 einnickte (62.).

Es entwickelte sich nun ein offener Schlagabtausch mit einer dramatischen Schlussphase, in der der SVA mit dem Abseitstor des LFV das bessere Ende für sich hatte. Doppelt ärgerlich: Schiedsrichter Rolbetzki übersah kurz vor Ende des Spiels einen Ellenbogenschlag gegen Sören Gonnermann, sein kurz zuvor eingewechselter Bruder Jan kassierte wegen Meckerns daraufhin die Gelb-Rote-Karte (90+4.).

Trainer Leonhardt: „Hier musst du erst einmal gewinnen“

„Wir haben viele Sachen gut gemacht, bei manchen waren wir nicht konsequent genug. Dennoch bin ich hochzufrieden, denn hier musst du erst einmal gewinnen“, sagte Adler-Trainer Ronald Leonhardt nach dem Spiel. Weil Verfolger CSC 03 sich gegen Ehrenberg keine Blöße gab (4:0), kommt es am Sonntag zum Entscheidungsspiel auf dem Chattenloh.

Lichtenauer FV - SV Adler 2:3 (1:2)

LFV: Biserkin - Dietz, Mimbala, Fondos, Üstün (Hoffmann/86.), Cucu, Gruso (Salioski/58.), Orschel, Kaufmann, Soimu, Gambetta (Antoniuc/77.).

SV Adler: Klotzsch - Beng, Löffler, Hammer, Görs (Pfliegner/66.), Ullrich, Goebel, Gerbig, K. Krug (J. Gonnermann/78.), M. Krug (Renke/46.), S. Gonnermann.

Schiedsrichter: Marcus Rolbetzki (Schröck).

Zuschauer: 800.

Tore: 0:1 K. Krug (10.), 0:2 S. Gonnermann (31.), 1:2 Gambetta (37.), 1:3 Gerbig (48.), 2:3 Kaufmann (62.).

Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rot J. Gonnermann (Meckern, 90+4.).

(Maurice Morth)

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