Stephan Leyhe: SCW muss warten             bis nach Klingenthal und Zakopane

Geehrt             wird später

Arbeit erfolgreich erledigt: Stephan Leyhe im Auslauf der Schanze in Hinterzarten. Erst in einer Woche wird er in Willingen erwartet. Foto: Seeger

Hinterzarten. Was für ein Jubel beim Ski-Club Willingen. Die Nachricht vom Gewinn der Silbermedaille von Stephan Leyhe verbreitete sich im Weltcup-Ort wie ein Lauffeuer (HNA berichtete).

Eine Woche vor dem Doppel-Weltcup an der Mühlenkopfschanze vom 5. bis 7. Februar als Finale der FIS-Team-Tour sprang der 18 Jahre alte Stephan Leyhe vom SC Willingen bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Hinterzarten in die Schlagzeilen. Mit dem deutschen Junioren-Team gewann der Schwalefelder hinter Top-Favorit Österreich die Silbermedaille.

Es gab natürlich eine Feier für Stephan Leyhe und seine Mannschaftskameraden. „Aber die war gemäßigt. Wir sind im WM-Dorf geblieben“, sagte der junge Adler gestern am Telefon.

Stunden zuvor hatte der Skispringer aus Schwalefeld, der die Bretter für den SC Willingen anschnallt, in Hinterzarten im Schwarzwald den bisher größten Erfolg seiner Karriere gefeiert.

Dabei sah es noch vor zwei Wochen nicht nach solch einem Erfolg aus. „Stephan hat sich für die WM nicht qualifiziert“, sagte seinerzeit sein Heimtrainer Jörg Pietschmann. Markus Eisenbichler aus Siegsdorf war in der internen Ausscheidung einen Tick stärker gewesen.

Vor einer Woche dann die Meldung, dass der Schwalefelder doch noch in den Schwarzwald reisen darf. Richard Freitag aus Breitenbrunn hatte sich eine so schwere Mittelohrentzündung zugezogen, dass er im Krankenhaus behandelt werden musste. Leyhe rückte nach und nutzte seine Chance.

Vor dem Einzelspringen am Donnerstag gab es noch eine interne Ausscheidung zwischen dem 18-Jährigen und Eisenbichler, die der SCW-Springer gewann.

Als dann auch noch ein toller Probesprung heraus kam, „waren sich die Trainer sicher, dass Stephan der Mannschaft weiterhelfen kann“, sagte Pietschmann. Er freut sich, dass sein früherer Schützling immer konstanter springt. „Er ist super drauf und hat gezeigt, was er kann.“

„Das war nicht so einfach im ersten Sprung“, berichtet Stephan Leyhe aus Hinterzarten. „Da hatte der Schneefall schon eingesetzt.“ Trotzdem gelang ihm ein 96-Meter-Satz. Sogar 99 Meter waren es bei seinem zweiten Sprung. „Da war nur wenig Wind. Schnee fiel gar keiner mehr“, so der 18-Jährige.

Ob die gewonnene Medaille Be- oder Entlastung ist, will er noch nicht einschätzen: „Jetzt hab ich erst Mal die Medaille und freue mich darüber. In die nächsten Springen will ich locker, aber auch konzentriert reingehen. Dabei ist mir der Alpencup wichtig. Auf Dauer soll es aber schon der Conti-Cup sein.“

Das Wort Weltcup nimmt Stephan Leyhe also noch nicht in den Mund, auch wenn er am Mittwoch bei der Qualifikation der FIS-Team-Tour in Klingenthal teilnimmt. Ein Springen, dass auch in die Weltcup-Wertung eingeht.

Danach geht es zum Conti-Cup nach Zakopane, weshalb er auch das Weltcup-Wochenende seines Heimatvereins in Willingen nicht vor Ort miterleben wird.

Erst nach Zakopane kommt der Vize-Weltmeister nach Hause. Eigentlich hatten sich die Verantwortlichen des SC Willingen auf einen Empfang am gestrigen Abend eingestellt. Jetzt fällt dieser gemeinsam mit dem Kehraus der FIS-Team-Tour in der kommenden Woche.

Überglücklich waren auch Stephans Vater Volker und Bundesstützpunktleiter Thomas Grellmann im Auslauf der Schanze. Grellmann informierte Ski-Club-Präsident Jürgen Hensel während dessen Rückfahrt nach Willingen vom Skifliegen in Oberstdorf via Handy-Live-Reportage von der Entscheidung.

„Ich gratuliere Stephan von ganzem Herzen und freue mich über diesen grandiosen Erfolg“, so Hensel. Per SMS wurden sofort viele Ski-Club-Mitglieder in der Heimat über die Silbermedaille informiert. (hwx)

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