Gitarrenklänge vom Garagendach

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Sänger mit Gitarre: Ex-Fußballer Claus Döpper in seinem Partykeller.

Auf dem Höhepunkt der Coronakrise nahm Claus Döpper die Gitarre und kletterte aufs Garagendach. Der Ex-Fußballer der SG Hessen Hersfeld spielte für die Bewohner eines Altenheims.

Über die Hospitalgasse klangen nicht nur Schlagermelodien wie „Hulapalu“ von Andreas Gabalier, sondern auch das bekannte „Halleluja“ von Leonard Cohen. „Ich wollte den Bewohnern des Altenzentrums nebenan eine kleine Freude bereiten, sie unterhalten. Denn es herrschte ja Besuchsverbot“, erzählt der 54-jährige Hersfelder.

Viermal gab er einen kleinen Auftritt. Die Bewohner, die von den Balkonen und vom Eingang aus zuhörten, nahmen die Unterhaltung dankend an und spendeten Applaus. „Das hat mich sehr gefreut“, erzählt er. Daumen hoch auf Facebook - im Internet wurde der Film mit seinem Mini-Konzert oft geteilt.

Döpper ist nicht nur im Freundeskreis für seine Gesangseinlagen bekannt. Als einmal das Konzert von Dayton Quince am Fackelzugsonntag des Lollsfests ausfiel, lud er Verwandte und Bekannte ganz einfach zu einer Spontan-Fete in die Garage ein – es wurde eine kultige Party. Zusammen mit seinem Bruder Uwe am Schlagzeug spielte Hits von „BAP“ oder „Wannsee“ von den „Toten Hosen“.

In seinem Partyraum neben dem Heizungskeller stehen verschiedene Instrumente. An der Wand hängen Akkordeon und Gitarre, in der Ecke stehen Keyboard und Schlagzeug. Die Begeisterung von Döpper für Instrumente kommt nicht von ungefähr. Schließlich stammt er aus dem Musikhaus Döpper in Bad Hersfeld. Schon als Jugendlicher spielte er Gitarre beim Zeltlager. Oder beim Grillen auf dem Hessenplatz. Denn Döpper spielte einst für den Hersfelder Traditionsverein in der erfolgreichen Zeit in der Landesliga in den 80er- und 90-er Jahren.

Udo Jung, Andreas Schmier, Karsten Walper, Thomas Hack, Heiko Englert, Norbert Rickert oder Andreas Schmier waren damals seine Mannschaftskameraden.

Einst ein erfolgreicher Fußballer: Claus Döpper, knieend Zweiter von rechts, als Landratspokalsieger der A-Jugend mit der SG Hessen Hersfeld. Foto: Archiv U. Jung

Aus dieser Generation dürfte er der Einzige sein, der ausschließlich für die Hersfelder spielte, während es die anderen in die Ober- oder sogar in die Regionalliga zog: Schmier, Walper, Englert, Jung und Rickert gingen nach Neukirchen, Hack zurück nach Fulda.

Die Zeit in den Senioren glich für Döpper einer Achterbahnfahrt. Als er nach Jahren in der Jugend, wo er wegen seiner Schnelligkeit in der Offensive spielte, in die Senioren aufrückte, kickte zunächst nur in der dritten und ab und zu einmal in der zweiten Mannschaft. „Eigentlich war ich drauf und dran, aufzuhören bis mich Kurt Greb, er war damals Trainer der Zweiten, wieder zurückholte.“ Werner Weigelt, Coach der Hessen, förderte sein Talent.

An sein erstes Landesligaspiel kann sich Döpper noch genau erinnern: „Es war gegen Hünfeld vor großer Kulisse. Uwe Rumpeltes hatte in der Abwehr keinen guten Tag erwischt. Als Weigelt zu mir sagte - Klaus, mach dich fertig - bekam ich ganz schön Herzklopfen.“ Aber Döpper machte seine Sache auch in der Defensive gut, Gegen Stürmer wie den Hünfelder Göbel musste er seine ganze Schnelligkeit aufbieten. Und zwar so gut, dass er fortan nicht mehr aus der Startaufstellung wegzudenken war. „Ich war sogar in meiner Bundeswehrzeit Stammspieler, obwohl ich da nur einmal in der Woche trainieren konnte“, erzählt er. Mit 27 Jahren heiratete er – und beendete seine Laufbahn, ein Wechsel zu einem anderen Verein kam nicht in Frage. Döpper: „Für mich gilt der Leitspruch noch heute: Einmal ein Hesse, immer ein Hesse.“

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