Leichtathletik: Süddeutsche Titel für Matthis-Leon Wilhelm und Tilman Garthe

Gold nach 7,23 Metern

Weiter Satz: Matthis-Leon Wilhelm sicherte sich mit starken 7,23 Metern den Titel im Weitsprung. Foto: Görlitz

Karlsruhe. Zwei heimische Leichtathleten haben am Wochenende bei den süddeutschen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe überrascht: Matthis-Leon Wilhelm (TSV Frankenberg) sicherte sich mit starken 7,23 Metern den Meistertitel im Weitsprung. Tilman Garthe (LG Eder) siegte über die 800 Meter souverän in 1:56,62 Minuten.

Den Auftakt machte Matthis-Leon am Samstag um 12.55 Uhr mit einem 6,84 Meter-Sprung. Im ungültigen vierten Versuch landete er bereits jenseits der 7-Meter-Marke. Als sich die nächstplatzierten Mark Andreas Maurer (Germersheim, 6,80 Meter) und Julian Horf (LSG Saarlouis, 6,75 Meter) sich im sechsten und letzten Versuch nicht mehr verbesserten, stand der Sportler des TSV Frankenberg bereits als Süddeutsche Meister fest.

Und das beflügelte ihn so richtig. Bei seinem letzten Versuch setzte der Edertalschüler alles auf eine Karte – und es stimmte alles. Als er den Balken haargenau getroffen hatte, segelte er weit und landete bei starken 7,23 Metern.

Damit hatte er erstmals mit einem gültigen Versuch die Sieben-Meter-Marke (Qualifikation für die deutschen U20-Hallenmeisterschaften in Sindelfingen) übertroffen und seine persönliche Bestmarke vom Vorjahr gleich um 25 Zentimeter verbessert. Zur Norm für die Olympischen Jugendspiele (16. bis 28. August in Nanjing/ China) fehlen ihm nur noch sieben Zentimeter. Die Weite hätte ihn in der Bestenliste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes 2013 Rang eins eingebracht. In der ewigen hessischen Bestenliste rangiert Matthis-Leon jetzt auf Rang neun.

„Diese Entwicklung bei dem geringen Trainingsaufwand von drei Einheiten pro Woche ist kaum zu glauben“, freute sich sein Trainer Heinz Vollmar. Nach dem Ende der Hallensaison ist geplant, das Trainingspensum auf vier Einheiten erweitern.

Der Hochsprung entwickelte sich am Sonntag auch zu einem spannenden Wettbewerb, wobei Matthis-Leon ein wenig Glück fehlte. Mit 1,90 Metern übersprang er die gleiche Höhe wie der Bronzemedaillengewinner, der allerdings weniger Fehlversuche aufwies. Gold und Silber gingen mit 1,93 Metern weg, Matthis-Leon belegte Rang fünf.

Gut eine Stunde nach der Weitsprungentscheidung ging die zweite Goldmedaille nach Frankenberg. Tilman Garthe war mit seiner Hallenbestleistung von 1:57,56 Minuten leichter Favorit für das 800 Meter-Rennen. Nachdem seine vermeintlich stärksten Konkurrenten Lukas Abele (SSC Hanau-Rodenbach) und Lukas Eisele (LG Filder) sich für den 1500 Meter-Lauf entschieden hatten, war Tilman nun der Topfavorit.

Dieser Rolle wurde er durch einen souveränen Start-Ziel-Sieg gerecht. Nach 1:56,62 Minuten hatte er im Ziel fast fünf Sekunden Vorsprung auf Clemens Lutterbach von der LC Rothaus.

Nach seiner Disqualifikation bei den Hessischen über 3000 Meter hatte der 16-jährige Sabbona Abdulkadir (LG Eder) ein weiteres Mal Pech. In der letzten Schulsportstunde vor dem Start in Karlsruhe bat er seinen Sportlehrer nach eigenen Angaben um eine Teilnahmebefreiung, die aber abgelehnt wurde. Sabonna verletzte sich in der Schulstunde prompt am Fußgelenk und konnte bei den Süddeutschen trotz intensiver therapeutischer Behandlung nicht starten. Dabei hatte der gebürtige Äthiopier über die 800 Meter gute Chancen auf Silber oder Bronze. (zma)

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