Grimmers Schritt aus dem Schatten

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Steht jetzt in der Verantwortung: Tobias Grimmer trainiert den Fußball-Kreisoberligisten SG Mecklar/Meckbach/Reilos.

Tobias Grimmer ist der neue Trainer des Fußball-Kreisoberligisten SG Mecklar/Meckbach/Reilos.

Auf den Sportplätzen der Region ist Tobias Grimmer kein Unbekannter, bisher war er jedoch nie alleiniger Verantwortungsträger. Mit seinem Engagement bei der SG Mecklar/Meckbach/Reilos hat sich dies nun geändert, der Fußball-Kreisoberligist ist seine erste Haupttrainer-Station. Im Interview spricht er über den Fußball in Zeiten von Corona, seine neue Rolle und den Zusammenhalt im Verein.

Im Herbst sind Sie angetreten, um die Klasse zu halten, nach drei Spielen war dann aber schon wieder Schluss. Fühlen Sie sich durch die Corona-Krise ganz besonders ausgebremst?

Nein, nicht mehr als andere. Klar hat man es sich anders vorgestellt, aber letztlich geht es mir wie allen anderen auch. Ich denke der Fußball ist in der aktuellen Zeit auch nicht das, was die allergrößte Priorität haben sollte.

Wie finden Sie die Empfehlung des HFV, die Saison vorzeitig zu beenden?

Gut finde ich vor allem, dass es bald endlich eine Entscheidung gibt. Ich denke, dass es zum empfohlenen Abbruch kommen wird, und diese Lösung wäre besser als beispielweise im September weiterzuspielen. So wäre das ein klarer Schnitt - von dem wir natürlich profitieren würden. Ich glaube allerdings, dass wir den Klassenerhalt auch sportlich geschafft hätten.

Wie einige andere Vereine sind auch Sie nun wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen: Wie sieht das Geschehen auf dem Platz in diesen Tagen aus - gerade auch vor dem Hintergrund, dass die Saison vielleicht gar nicht fortgesetzt wird?

Natürlich muss man anders trainieren, da vieles wegen der Vorschriften nicht geht, an Dingen wie Spieleröffnung, Torschuss, Kondition oder Athletik lässt sich aber arbeiten. Dass bis mindestens September nicht gespielt wird, heißt nun natürlich, dass es kein Ziel gibt, auf das man hinarbeiten kann. Ich denke, im Vordergrund sollte jetzt einfach stehen, dass sich alle nach Wochen wiedersehen und das Gefühl ein bisschen zurückkommt.

Trotz der sportlich durchwachsenen Lage lobten Sie zuletzt stets die Stimmung im Team. Glauben Sie, die Geschehnisse der vergangenen Wochen haben daran etwas verändert?

So wie ich die Jungs kenne, glaube ich das nicht. Das ist ein eingeschworener Haufen und ich denke es freut sich jeder, wenn er jetzt einfach mal wieder auf den Platz gehen kann. Dass das Vereinsheim geschlossen ist und nicht mal geduscht werden darf, macht alles natürlich ein wenig anders, aber im Großen und Ganzen wird das nicht auf die Stimmung drücken.

Die Stimmung im Verein soll auch ein sehr wichtiger Faktor bei Ihrer Vertragsverlängerung gewesen sein…

Ja, das stimmt. Ich hatte vorher nicht den allergrößten Bezug zum Verein und war mir auch am Anfang nicht ganz sicher, ob ich das Traineramt übernehmen soll. Auch, weil ich mir bewusst vorgenommen hatte, nun erst einmal Pause zu machen. Dann habe ich aber zugesagt und es hat von Beginn an mit der Mannschaft richtig gut funktioniert. Auch das Drumherum ist wirklich sehr angenehm - das sind schon so Kleinigkeiten wie gemeinsames Essen und Zusammensitzen freitags nach dem Training. Das hatte ich zuletzt in der Form nicht mehr.

Unterscheidet sich das Drumherum von anderen Vereinen?

An die Zeit in Oberaula, wo ich von 2002 bis 2008 war, erinnere ich mich auch sehr gerne. Wir sind aufgestiegen und hatten eine super Mannschaft - da habe ich mich immer sehr wohlgefühlt.

Nach Ihrer Zeit als Spieler haben Sie im lokalen Fußball in der Regel als Co-Trainer fungiert. Nun haben Sie erstmals die alleinige Verantwortung für ein Team. Wie fühlt sich das an?

Natürlich fühlt es sich gut an, weil es schon anders ist. Als Co-Trainer hat man immer mehr eine beratende Funktion und arbeitet eher im Hintergrund. Das ist sicherlich auch wichtig, aber anders als die Verantwortung zu tragen und die Entscheidungen zu treffen. Klar macht das jetzt ein wenig mehr Spaß.

Gegen die Hohe Luft haben Sie zuletzt aber nicht nur an der Seitenlinie, sondern auch selbst ein paar Minuten auf dem Platz gestanden. Wird aus dem Trainer Grimmer doch wieder der Spielertrainer?

Es juckt schon immer noch mal ein bisschen, vor allem wenn man im Training ein wenig mitspielt. Dass ich neulich wirklich noch einmal auf dem Feld gestanden habe, lag auch etwas an der Personalsituation. Eigentlich will ich es nicht mehr machen – auch in Anbetracht meiner zurückliegenden Achillessehnenverletzungen wäre das sicher vernünftig.

Von Kristina Marth 

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