Price gewinnt das Finale

Elmar Paulke Top 5 der Darts-WM: Grinch und eine Aubergine

Gerwyn Price.
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Der neue Weltmeister: der Waliser Gerwyn Price.

Mehr als 1,5 Millionen Menschen saßen am Sonntagabend vor dem Fernseher und verfolgten, wie sich der Waliser Gerwyn Price zum ersten Mal zum Darts-Weltmeister krönte.

Das Finale gegen den Schotten und zweimaligen Weltmeister Gary Anderson gewann der 35 Jahre alte Ex-Rugby-Spieler 7:3. Es war ein einseitiges Duell, bei dem Price gleich elf Matchdarts ausließ. Mit dem zwölften machte er den Erfolg perfekt und ist nun auch die Nummer eins der Weltrangliste. Damit gehen auch fast drei Wochen Darts-WM im Londoner Alexandra Palace zu Ende. Elmar Paulke, Kommentator des Streaminganbieters Dazn, hat uns seine Top 5 dieser Weltmeisterschaft verraten.

1. Dave Chisnall gegen Michael van Gerwen: Für mich das beste Match dieser WM. Man muss sich das mal vorstellen: Chisnall hat vorher 27 Mal in Folge gegen van Gerwen verloren. Und dann spielt er so ein überragendes Viertelfinale. Ich würde sagen, das war sein bestes Match aller Zeiten. Er hat im Endeffekt das vollendet, was Joe Cullen eine Runde zuvor gegen van Gerwen nicht geschafft hat. Cullen hat da auch schon ganz stark gespielt, nur in den entscheidenden Momenten die Doppel nicht getroffen.

2. Gabriel Clemens gegen Peter Wright: Für mich der schönste Moment dieser WM, auch wenn es schwer ist, da einen rauszugreifen. Dass ein Deutscher aber das erste Mal das Achtelfinale erreicht und dann noch gegen den amtierenden Weltmeister, das war schon geil. Das habe ich dann auch beim Kommentieren gemerkt. Da wirst du auch ohne Fans mal richtig emotional. Und in der Minute danach sind gleich einige Tweets eingegangen.

3. Peter Wright als Grinch und Dirk van Duijvenbode mit der Aubergine: Die kuriosesten Einläufe dieses Jahr für mich. Natürlich einmal Peter Wright, der bei seinem ersten Match gegen Steve West als Grinch verkleidet auf die Bühne kam. Und dann der Niederländer Dirk van Duijvenbode, der gegen Bradley Brooks eine Aubergine für seinen Kontrahenten mit auf die Bühne gebracht hat. Das ist schon ein verrückter Kerl. Er arbeitet nebenbei auf einer Auberginen-Farm und hat so die Einstellung: Wenn du nicht mindestens eine Aubergine am Tag isst, dann brauchst du erst gar nicht mit mir zu reden. Brooks war damit glaube ich ein wenig überfordert, das war ja sein erstes Match im Ally Pally.

4. Michael Smith gegen Jason Lowe: Meiner Meinung nach die größte Überraschung der WM. Dass Michael Smith gleich in der ersten Runde ausscheidet, war nicht zu erwarten. Eigentlich ist die WM immer ein gutes Turnier für ihn. Aber das war ein katastrophaler Auftritt. Mit dieser Art und Weise kannst du nicht gewinnen, so negativ wie er über die Bühne gelaufen ist.

5. Das Niveau: Auf die Stimmung bei einer WM will man nicht verzichten. Andersrum hat man gesehen, dass es in Ausnahmesituationen auch ohne Fans funktioniert. Und das Niveau ist nicht gesunken, es ist gestiegen. Der Turnieraverage war mit fast 94 Punkten noch nie so hoch wie in diesem Jahr. Die Unerfahrenen hatten ohne Fans und mit weniger Druck einen Vorteil. (Maximilian Bülau)

Hintergrund

Der erste Waliser

Gerwyn Price ist der erste Waliser, der die Darts-WM der Professional Darts Corporation (PDC) gewonnen hat. Bei der BDO (British Darts Organisation) gab es bislang drei walisische Titelträger: Richie Burnett (1995), Mark Webster (2008) und Wayne Warren (2020). Price ist zudem der erste Waliser, der ein Endspiel bei der PDC-WM erreicht hat. 

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