Bei Tampa Bay

Gronkowski und Brady wiedervereint: Der Wahnsinnige und der Chirurg

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Ein erfolgreiches Duo: Tight End Rob Gronkowski (Mitte) und Quarterback Tom Brady (rechts) gewannen gemeinsam drei Super Bowls mit den New England Patriots. Nun sind beide bei den Tampa Bay Buccaneers wieder vereint. 

Kassel – Erst war es ein Aprilscherz, jetzt ist es Realität.

Am 1. April hatte unter anderem „Ran“ verkündet, dass es eine spektakuläre Wiedervereinigung in der nordamerikanischen Profi-American-Football-Liga NFL geben werde: Demnach sollte Tight End Rob Gronkowski zu den Tampa Bay Buccaneers wechseln. Zu dem Klub, wo auch sein ehemals genialer Partner, der Quarterback Tom Brady, gelandet war. An die Westküste Floridas in den USA – nach Tampa an der Tampa Bay (zu Deutsch: Bucht), in die drittgrößte Stadt des südlichen Bundesstaates.

Weil es aber nun mal der 1. April war, Gronkowski seine Karriere bei den New England Patriots nach dem dritten Super-Bowl-Sieg (2015, 2017, 2019) beendet hatte und das alles eben mehr wie Träumerei als Wirklichkeit wirkte, stellte sich schnell heraus: nur ein Aprilscherz. Dieses Football-Märchen wird es nicht geben. Brady, der im Alter von 42 nach 20 Jahren die Patriots verlassen hatte, muss ohne seinen kongenialen Partner in den Sunshine State umziehen.

Nicht ganz. Drei Wochen später ist aus dem Spaß nun doch Wirklichkeit geworden. Gronkowski, dieser 1,98 Meter große Koloss, kommt aus dem Ruhestand zurück, um mit Brady sowie den beiden Star-Passempfängern der Buccaneers, Mike Evans und Chris Godwin, der Liga Angst einzujagen. Es ist die Neuauflage eines Gespanns, das jahrelang in etwa so funktionierte und erfolgreich war: Brady, der Spielmacher, der wahrscheinlich beste Quarterback der Geschichte, sezierte das Spielfeld auf seiner Suche nach einem Passempfänger wie ein Chirurg und schnitt Löcher in die Verteidigung. Wenn er doch mal keine Löcher fand, dann war da immer noch Gronkowski, den er irgendwie anspielen konnte, und der den Football schon aus der Luft pflückte. Besser noch: Stand Brady mal unter Druck, dann blockte Gronkowski für ihn auch schon mal einen anrollenden Verteidiger zur Seite.

2019 wollte der Tight End aber nicht mehr. Karriereende mit 29 Jahren. Und auch wenn er schwere Verletzungen in seiner aktiven Zeit erlitt – Kreuzbandriss, Bandscheibenvorfall und Armbruch – meinten viele Experten, das sei zu früh. „Gronk“, so der Spitzname des großen Mannes, war aber immer schon ein wenig anders. Eine Maschine auf dem Feld. Ein Partymonster. Einer, der über sich selbst sagt, er möchte nicht verrückt genannt werden. Verrückt seien nur Langweiler, denen es peinlich sei, dass sie langweilig sind. Er würde dann doch eher „durchgeknallt“ oder „wahnsinnig“ gut finden. Der Wahnsinnige und der Chirurg – das stand lange für ein beinahe unschlagbares Duo.

Eines, das es nun wieder gibt. Denn statt zu catchen oder Werbung für Marihuana zu drehen, steht bei Gronkowski wieder Training auf dem Programm. Experten haben keine Zweifel, dass der geborene New Yorker bis zum Saisonstart fit sein wird.

Dieser ist bislang für den 10. September vorgesehen. Und genau das ist einer der großen Vorteile der NFL. Anders als die weiteren amerikanischen sportlichen Glanzlichter, die NHL (Eishockey), die NBA (Basketball) und die MLB (Baseball), hat der Football bislang kaum unter der Coronapandemie gelitten. Gespielt würde derzeit sowieso nicht. Einzig der Draft, also die Auswahl der Nachwuchsspieler, der in der vergangenen Nacht gestartet ist, findet dieses Mal ohne Zuschauer und per Telefon- und Videokonferenz statt.

Wichtig, um in solchen Zeiten weiterhin in aller Munde zu sein, sind Comebacks wie das von Gronkowski. Der Football bleibt im Rampenlicht, steht in den Schlagzeilen. Ein weiteres könnte bald hinzukommen. Denn nun wird heiß diskutiert, ob auch der skandalträchtige Passempfänger Antonio Brown zu Tampa geht. Brown ist vertragslos und sorgte im vergangenen Jahr für ziemlich viel Aufregung. Mit Gronkowski würde er sich sicher gut verstehen.

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