24. Oktober 1976: Handballerinnen aus Deutschland trafen auf Frankreich

Als die beiden Großsporthallen in Eschwege mit einem Länderspiel eingeweiht wurden

Die Sporthallen des OG (links) und der Beruflichen Schulen (rechts) wurden 1976 mit dem Frauen-Länderspiel offiziell ihrer Bestimmung übergeben.
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Die Sporthallen des OG (links) und der Beruflichen Schulen (rechts) wurden 1976 mit dem Frauen-Länderspiel offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Die beiden Großsporthallen am Südring in Eschwege, die Halle des Oberstufengymnasiums und der Beruflichen Schulen, sind in der Kreisstadt nicht wegzudenken. Wir blicken heute auf deren feierliche Übergabe.

Eschwege – Der 24. Oktober 1976 war für die Handballfreunde aus Eschwege und Umgebung ein Freudentag. Der Grund: Vor 45 Jahren übergab Landrat Eitel O. Höhne die neuen Sporthallen des Oberstufengymnasiums am Südring ihrer Bestimmung. In der oberen Halle wurde an diesem Tag mit der Partie der deutschen Handballfrauen gegen Frankreich auch das erste offizielle Länderspiel in Eschwege ausgetragen, das die französischen Gäste mit 11:10 gewannen.

Großer Handballtag

Als sich Anfang 1976 abzeichnete, dass Ende des Jahres die beiden neuen Sporthallen am Südring dem OG und dem Sport – vor allem dem Handball – zur Verfügung stehen werden, war es der Handball-Kreisspielausschuss um Kreisspielwart Bertram Schrot (BSA), der sich für die offizielle Übergabe um eine attraktive Partie bemühten. Unterstützt von Gerhard Heuckeroth (Kassel), dem Vorsitzenden des Süddeutschen Handballverbandes, gelang es tatsächlich, das Frauenländerspiel nach Eschwege zu holen. Es war so etwas wie ein Rückspiel, denn einen Tag vorher trafen beide Teams bereits in Kassel aufeinander.

Für Eschwege war es jedenfalls „ein großer Handballtag“, wie der Autor dieses Beitrages für die Werra-Rundschau berichtete. Rund 450 Zuschauer füllten die Ränge der OG-Halle, unter ihnen Landrat Eitel O. Höhne, der die Sportlerinnen beider Nationen begrüßte. Er freue sich, dass er „die Sporthalle mit einem Länderspiel ihrer Bestimmung übergeben“ könne. Weitere Ehrengäste neben dem Kreisspielausschuss der Kasseler Gerhard Heuckeroth, Stadtrat Günter Wagner und Sportkreisvorsitzender Willi Michel, die voll des Lobes „über eine so attraktive neue Sportstätte“ waren, die für ein Länderspiel durchaus geeignet sei.

Länderspielstimmung

Das Spiel selbst war eine gutklassige Partie, in der das Publikum begeistert mitging und für echte Länderspiel-stimmung sorgte. Die Französinnen revanchierten sich mit einem etwas glücklichen 11:10-Sieg für die 6:7-Niederlage in Kassel. Das französische Team hatte die Vortags-Niederlage recht gut verdaut, denn die Gäste begannen voller Schwung, führten nach wenigen Minuten bereits 4:0. Die etwas geschockte deutsche Mannschaft holte zwar vor allem durch Treffer der beiden erfolgreichen Werferinnen Heike Fleth (Kiel) und Ulla Gertz (Greven) auf 5:7 auf, schaffte es aber nicht, auszugleichen. Über 7:8 und 8:9 gelang den cleveren Gästen der knappe und verdiente 11:10-Erfolg.

Alles in allem eine echte Werbung für den Frauen-Handball. So sahen es auch die Gäste und Betreuer beider Mannschaften: Die deutschen Frauen nach dem Sieg in Kassel, die Gäste nach der Revanche in Eschwege. Der DHB-Trainer Tschochohei (Erlangen) nach der Partie: „Das schnelle 0:4 hat uns wehgetan. Wir haben spielerisch mitgehalten, hatten auch viele gute Torchancen, aber unserem jungen Team fehlte die Nervenkraft, um heute erfolgreicher zu sein. Die Gäste hatten die besseren und routinierteren Einzelspielerinnen, und das hat heute den Ausschlag gegeben.“

Die Treffer für das deutsche Team in beiden Partien warfen Gertz 5, Kerger 4 (beide Greven), Fleth 4, Nielsen 2 (beide Harriesleh), Oelschläger 1 (Esssen), Beyer 1 (Bremen). Für die Gäste erfolgreich: Martin 5, Trijoulet 4, Folliot 2, Carre 2, Pecout 2, Aspas , Penati je 1.

Von Siegfried Furchert

So berichtete die Werra-Rundschau im Jahr 1976 über das Länderspiel. Der Autor: Siegfried Furchert.
Eine Szene aus dem Spiel: Die französische Angreiferin kann von der deutschen Abwehr gebremst werden. Archiv

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