NACHSPIELZEIT

Gute Kulissen und einTrauma

Um unerwartet viele Zuschauer bei einem Fußballspiel und Gedanken an Sportler aus Volkmarsen geht es in heutigen Nachspielzeit.

Die A-Juniorenfußballer von Rot-Weiß Erfurt, darunter auch der Eiterfelder Leon Zöll, staunten nicht schlecht, als sie am vergangenen Sonntagmittag in die Rückrunde starteten. Nach Angaben der „Thüringer Allgemeinen“ waren es mehr als 500 Fans, die sich auf dem Nebenplatz des Steigerwaldstadions versammelt hatten, um das Regionalliga-Jugendteam gegen den Berliner SC anzufeuern. Bekanntlich war die erste Mannschaft wegen der Insolvenz vom Spielbetrieb zurückgezogen worden. Hinter dem Tor hatten sich die Ultra-Fangruppen versammelt, die Fahnen schwenkten und Lieder sangen – Gänsehautfeeling pur. Ín der 40. Minute schoss Berlin die 2:1-Führung, die die Thüringer erst in der Nachspielzeit der zweiten Hälfte zum 2:2-Endstand ausgleichen konnte. Der Jubel war groß. Von Spiel und Kulisse war auch Leons Vater Rainer Zöll beeindruckt gewesen. Er schrieb uns: „Wenn nicht Fasching gewesen wäre und nicht ganz so schlechtes Wetter, wären bestimmt mehr Zuschauer gekommen.“

Volkmarsen – das verträumte nordhessische Städtchen steht bis heute für engagierten Sport. Es waren die Sportler des VfR und des TV Volkmarsen, die einige positive Schlagzeilen produzierten. Im Fußball spielte Hans Schäfer, Weltmeister von ‘54, für ein Jahr in Volkmarsen. Es gab Erfolge im Hessenpokal. In den 80er-Jahren sollen zu einem Freundschaftsspiel gegen Bayern München zehntausende Zuschauer gekommen sein. Und in den 90er-Jahren scheiterte Volkmarsen in der Aufstiegsrunde zur Landesliga – unter anderem auch am VfL Eiterfeld. Volkmarsen ist auch eine Faustball-Hochburg. Der TV ist mehrfacher Hessenmeister, nahm an Deutschen Meisterschaften teil und siegte auch bei Turnieren in Bad Hersfeld und Kirchheim. Was aber am Rosenmontag passiert ist, sitzt tief im Gedächtnis der Menschen, nicht nur in Volkmarsen. Es ist selbstverständlich, dass die Partie der Fußballer, die am Wochenende in der Gruppenliga ihren Punktspielauftakt gehabt hätten, sofort abgesagt wurde. Es wird dauern, bis das Trauma der Amokfahrt einigermaßen verarbeitet ist. Der Sport kann dabei helfen.

Der Serienbeginn bei den Fußballern steht auch im Zeichen wetterbedingter Absagen. Schon am Donnerstag wurde die Partie von Eiterfeld in Schlüchtern vom Spielplan wieder abgesetzt. Alles halb so wild, noch ist genug Luft im Spielplan.

Von Erfurt bis Volkmarsen

VON HARTMUT WENZEL

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