Interview mit Schneekoppe-Chef Gerald Wagener über Handball, seine alte Heimat und ein Foto mit Putin

„Habe Riesenrespekt für die TG“

Hält noch Kontakt mit Hann. Münden: Schneekoppe-Chef Gerald Wagener (links) bei seiner Geburtstagsparty mit TG Mündens Spartenleiter Hans Münchberg. Foto: Mai

Krefeld/Hann. Münden. Die Handballer der TG Münden befinden sich seit Saisonbeginn in einem illustren Kreis: TG-Sponsor „Schneekoppe“ mit Firmenchef Gerald Wagener, einem gebürtigen Mündener, unterstützt in erster Linie die Eishockey-Traditionsmannschaften in Düsseldorf und Krefeld sowie die aufstrebenden Basketballspieler des FC Bayern. Am Freitag wurde Wagener 50 und hatte auch Gäste der TG eingeladen. Zur Feier des Tages ließ der Jubilar sogar die Altrocker Jethro Tull auftreten und unter anderem das Niedersachsenlied anstimmen. Und er gab aus Verbundenheit zu seiner alten Heimat das, was er sonst eigentlich nie gibt: Ein Interview. HNA-Mitarbeiter Ulrich Mai stellte die Fragen.

Sie sind gebürtiger Mündener und schon viel herumgekommen. Welche persönlichen Bindungen haben Sie noch in Ihre Heimatstadt?

Gerald Wagener: Meine Eltern leben noch in Hannoversch Münden. Die sind ja inzwischen Oma und Opa, und ich komme gelegentlich mit meinen Töchtern vorbei. Ich muss noch sagen, dass ich tieftraurig bin, wie sich die Stadt entwickelt hat. In meiner Erinnerung war Münden immer eine schmucke, prosperierende Kleinstadt. Heute wirkt die Stadt auf mich abgewirtschaftet. Dabei sitzt Münden mit seiner geostrategischen Lage auf einer Goldmine. Schade, dass nichts daraus gemacht wurde und wird.

Im Handball sieht es derzeit aber so gut wie noch nie zuvor aus. Auch Sie sind daran mit Ihrem Unternehmen, das auf den Auswärtstrikots der TG wirbt, beteiligt. Was war der Grund für das Engagement?

Wagener: Die TG Münden in der 3. Liga ist ein gutes Medium für uns. Die Jungs reisen viel, insofern ist unser Logo mit geringem Aufwand sehr gut überregional präsent. Handball passt als Sport prima zu gesunder Ernährung. Was die TG dort leistet, ist eine tolle Sache! Riesenrespekt.

…. und was war der Auslöser, um sich bei der TG und der JSG in Münden einzubringen?

Wagener: Handball passt. Hans Münchberg und seine Mitstreiter haben ein gutes Konzept für uns präsentiert, also haben wir das gemacht.

Sie wohnen ja nicht gerade um die Ecke. Haben Sie schon ein Spiel der TG gesehen?

Wagener: Ich habe mir fest vorgenommen, im Februar ein Spiel zu schauen. Zur Aufstiegsfeier komme ich sicher (lacht). Ansonsten verfolge ich die TG im Internet oder höre auch etwas über ein paar alte Freunde aus Münden.

Die TG ist derzeit Tabellenführer der dritten Liga Ost. Damit besitzt sie auch Aufstiegschancen. Können Sie sich den Verein in einer künftig eingleisigen 2. Liga vorstellen?

Wagener: Das kann ich von hier schwer ermessen. Ich kenne die Umstände zu wenig. Für eine brauchbare Zweitliga-Mannschaft braucht es sicher einen Etat von 400 bis 500 000 Euro.

Könnten Sie sich vorstellen, im Erfolgsfall ihr finanzielles Engagement zu erhöhen?

Wagener: Wenn der Deal und das Konzept passt - warum nicht?

Mittlerweile leben Sie in Krefeld, wie man hört auf einem großen Gestüt. Was hat es damit auf sich. Reiten Sie selbst?

Wagener: Nein, ich kann nicht reiten, meine Frau ist allerdings recht aktiv. Hinzu kommt, dass das Büro unserer Familien-Holding auch auf dem Gestüt angesiedelt ist, ich brauche also zum Arbeiten meistens unser Grundstück nicht verlassen.

Sie gelten als recht medienscheuer Mensch. Warum eigentlich?

Wagener: Mein Privatleben ist mein Privatleben.

Es soll zum Beispiel ein gemeinsames Foto von Ihnen und dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin geben. Stimmt das, und was hat es damit auf sich?

Wagener: Ja, das Foto gibt es, es steht auf meinem Kamin im Büro. Weiteres ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

Ihre Karriere erinnert etwas an den Aufstieg vom Tellerwäscher zum Millionär. Gibt es ein Erfolgsrezept, gerade auch für junge Menschen?

Wagener: Ich hatte auch Glück. Sport und Geschäft funktionieren eigentlich gleich, also gelten auch die gleichen Regeln: Hart, aber fair spielen, Siegeswillen und Motivation mitbringen, gute Grundlagen schaffen und versuchen, die Chance früh zu erkennen.

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