Aktive reisen aus Thüringen nach Waldhessen

Tennisspieler trainieren und hoffen auf Saisonstart im Mai

Die Tennishallen im Kreis sind geöffnet – die Auslastung ist so gut wie lange nicht mehr, berichten Aktive aus mehreren Vereinen.
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Die Tennishallen im Kreis sind geöffnet – die Auslastung ist so gut wie lange nicht mehr, berichten Aktive aus mehreren Vereinen.

Während die meisten Sportler auf ein Ende des Lockdowns und Lockerungen warten müssen, können die Tennisspieler derzeit in der Halle trainieren – wenn auch nur im Einzel und nicht im Doppel. Eine Bestandsaufnahme.

Bad Hersfeld – Bernd Becker, der Vorsitzende der Tennis-Abteilung des TSV Kalkobes, bringt es auf den Punkt. „Dadurch, dass Tennis in Hessen während des Lockdowns unter Auflagen und Beachtung der Hygieneregeln erlaubt ist, sind wir ebenso wie die Golfer schon in einer privilegierten Situation.“

Der 71-Jährige, der für die Herren 70 des TSV in der Hessenliga aufschlägt, berichtet, dass es deutschlandweit keine einheitliche Regelung für den Tennissport gäbe. „In Bayern und Thüringen darf beispielsweise nicht trainiert werden. In Baden-Württemberg kann in Drei-Felder-Hallen nur ein Platz genutzt werden, um Einzel zu spielen.“ So kämen insbesondere aus Thüringen viele Tennisspieler in den Kreis, um beispielsweise in Bad Hersfeld oder aber Philippsthal zu trainieren, habe er gehört.

Und wie halten sich Spieler des TSV Kalkobes im zweiten Lockdown fit? „Montags und freitags trainieren etwa 15 Leute im Wechselsystem in der Halle am Johannesberg. Unsere Damen sind mittwochs in der Halle an der Unterau und freitags am Johannesberg“, berichtet Becker.

Auch beim TC Blau-Weiß Bad Hersfeld fliegen die Tennisbälle trotz der Pandemie regelmäßig übers Netz. „Wir haben sogar 30 Neuanmeldungen und unsere Turniere für die kommende Saison schon angemeldet“, erzählt Sportwartin Annett Deiseroth. Im vergangenen Jahr wollte der Hersfelder Klub eigentlich sein 100-jähriges Bestehen feiern – daraus wurde natürlich nichts. Jetzt hoffen die Blau-Weißen, dass sie ihre Jubiläumsturniere und Feierlichkeiten in diesem Sommer ausrichten können.

Die 48-Jährige berichtet, dass in der Tennishalle an der Unterau zurzeit sehr viel los sei. Das läge unter anderem auch an den Gästen aus Thüringen. Sechs Spieler können an der Unterau zeitgleich auf drei Feldern trainieren. Die Umkleiden seien offen, allerdings dürfe sich nur jeweils eine Person darin aufhalten. „Die Motivation ist bei den Spielern unseres Klubs jedenfalls vorhanden. Alle hoffen, dass die Saison wie im vergangenen Jahr unter Auflagen im Mai beginnen kann“, sagt Annett Deiseroth.

Nicht ganz so optimistisch was den Saisonbeginn anbelangt, ist Oliver Woschek, der für die Herren des TC Johannesberg spielt und sich um die Pressearbeit kümmert. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir wie geplant Anfang Mai beginnen, obwohl der Verband die Spielpläne kürzlich veröffentlicht hat“, sagt der 43-Jährige.

Er rechne eher damit, dass die Medensaison vor und nach den Sommerferien gespielt werde. „Tennis hat nicht eine solche Lobby wie zum Beispiel Fußball. Ich denke, dass die Politik zunächst erst mal grünes Licht für die Fußballer als Publikumssportart Nummer eins gibt und der Rest sich hinten anstellen muss“, spekuliert Woschek.

Wenn es wie geplant losgehen sollte, sieht er seine Teamkollegen und sich gut vorbereitet. „Wir haben durch Corona unseren Trainingsrhythmus etwas angepasst. Während wir früher im Doppel gespielt haben, kann jetzt jeder zumindest eine Stunde pro Woche Einzel in unserer Halle am Johannesberg trainieren. Davon profitiert man schon“, erzählt der verheiratete Familienvater.

Eine Hallenauslastung wie zu Zeiten von Boris Becker und Steffi Graf Anfang der 90er-Jahre hat Carsten Wiegand, der Sportwart des TC Rot-Weiß Philippsthal, festgestellt. „Die Hallenauslastung bei uns in Philippsthal ist gigantisch. Da kommen die Leute sogar aus Erfurt, Gotha, Suhl und Weimar angereist, um eine Stunde Tennis zu spielen“, berichtet der 36-Jährige. Zwei der insgesamt vier Felder in beiden Hallen werden zurzeit nicht bespielt, die Umkleiden sind geschlossen, Kinder- und Jugendtraining findet nicht statt. Die drei Herrenteams trainieren einmal pro Woche im Einzel. Demnächst sollen die Außenplätze vorbereitet werden. „Es wird Zeit, dass es wieder losgeht“, sagt Wiegand.

Von Sascha Herrmann

Oliver Woschek, Medienbeauftragter des TC Johannesberg.
Annett Deiseroth, Sportwartin des TC Blau-Weiß Bad Hersfeld.
Carsten Wiegand, Sportwart des TC Rot Weiß Philippsthal.
Hofft, möglichst bald wieder auf dem Platz zu stehen: Bernd Becker, Vorsitzender der Tennisabteilung des TSV Kalkobes und Mannschaftsführer der Herren 70.

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