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Handball beim SV Reichensachsen: „Fühlen uns dort wohl, wo wir sind“

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Von: Maurice Morth

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Grund zum Jubeln: 2020 stieg die erste Mannschaft des SVR von der Handball-Bezirksoberliga in die Handball-Landesliga auf. Von links: Kathrin Fey, Laura Heckmann, Melanie Wieditz und Veronika Wagner.
Grund zum Jubeln: 2020 stieg die erste Mannschaft des SVR von der Handball-Bezirksoberliga in die Handball-Landesliga auf. Von links: Kathrin Fey, Laura Heckmann, Melanie Wieditz und Veronika Wagner. © Marvin Heinz

Wir sprachen mit Petra Heckmann, Handball-Abteilungsleiterin beim SV Reichensachsen, über die aktuelle Situation der beiden Frauenteams und Talententwicklung mitten in der Pandemie.

Reichensachsen – 2020 erntete der SV Reichensachsen die Früchte der langjährigen Handball-Jugendarbeit: Die Frauenmannschaft stieg von der Bezirksoberliga in die Landesliga auf und unverhofft folgte die Reserve-Damenmannschaft in die Bezirksoberliga, weil Konkurrent TSV Ost-Mosheim überraschend sein Team zurückzog.

Wir sprachen mit SVR-Handball-Abteilungsleiterin Petra Heckmann über die Zeit seit dem Aufstieg, die aktuelle Saison und die Auswirkungen der Pandemie.

Petra, ihr seid 2020 mit beiden Frauenmannschaften aufgestiegen. Beide Teams stehen tabellarisch derzeit nicht gut da. Bereut ihr es, die Reserve für die Bezirksoberliga gemeldet zu haben?

Nein, das war die richtige Entscheidung. Wir haben im Kreis der Trainer, Betreuer und Mannschaften nie gehadert, dass es der falsche Weg gewesen sein könnte.

Im Gegenteil: Lieber eine Klasse höher und in einem anderen Stil Handball spielen, als jede Partie deutlich zu gewinnen. Wir wollen den Mädels weiter höherklassigen Handball anbieten. Auch, um sich sportlich weiterentwickeln zu können.

Habt ihr keine Angst, dass häufige Niederlagen demotivieren könnten?

Nein, wir fühlen uns mit beiden Frauenmannschaften dort wohl, wo wir sind. Wir wachsen daran und waren beispielsweise am letzten Wochenende beim Spiel der Reserve bis zur letzten Sekunde motiviert und mit Spaß bei der Sache.

Vor über zehn Jahren spielte der SV Reichensachsen noch in der Regionalliga, dann musste der Neuanfang her. Wie sehen eure Ziele nun aus?

Wir haben uns damals entschieden, dass wir auf unsere eigenen Jugendspielerinnen setzen. Unser Ziel ist es, die Landesliga zu halten – und zwar mit Spielerinnen aus der Region, die auch hier ausgebildet wurden.

Stichwort Entwicklung: Wie schwer hat die Coronapandemie die Förderung von Spielerinnen im Jugendbereich gemacht?

Natürlich haben wir häufiger mal den Gedanken: „Hoffentlich geht alles gut.“ Die Mädchen an sich sind sehr zugänglich, aber ihnen fehlt vor allem das eine Jahr – ab dem März 2020 ging im Handball quasi nichts mehr.

Gerade unsere B-Jugend hat eine tolle Entwicklung hinter sich, aber sicherlich passiert alles aufgrund der Corona-Pandemie immer mit weniger Training, mit weniger Spielen und mit weniger Veranstaltungen, die den Mannschaftszusammenhalt fördern. Alles passiert mit angezogener Handbremse.

Die Spieltage sind wegen der Pandemie sehr entzerrt, ein wirklicher Rhythmus kommt nicht auf. Zuletzt hat der Hessische Handball-Verband die Hauptrunde verlängert.

Prinzipiell finde ich es klasse, wenn man sagt, dass man die Saison zu Ende spielen möchte. Aber das sorgt auch für kuriose Umstände. Unsere Landesligadamen spielen am 13. Februar ihr letztes Hauptrundenspiel gegen die TG Rotenburg, die Playoff-/Playdown-Runden sollen aber erst am 23./24. April starten.

Also haben wir quasi dann wieder eine Vorbereitung zu absolvieren. Von einem Rhythmus kann man da nicht sprechen und generell kann man unheimlich schlecht planen.

Was wünscht du Dir allgemein in der nahen Zukunft für den heimischen Handballsport?

Die Rückkehr zur Normalität. Mein größter Wunsch ist es, die Halle wieder mit allen Zuschauern füllen zu können, die kommen wollen, und wieder offener und herzlicher miteinander umgehen zu können.

Die menschliche Nähe fehlt einfach, auch beispielsweise nach dem Spiel mit den Fans noch ein bisschen zusammen zu stehen und ein Bier zu trinken.

(mmo)

Zur Person

Petra Heckmann (55) stammt aus Sontra-Mitterode und ist seit knapp 15 Jahren die Handball-Chefin beim SV Reichensachsen. Und das, obwohl Heckmann erst im Jahr 2000 als Betreuerin beim SV Reichensachsen einstieg und eigentlich aus der Leichtathletik kommt. Die kaufmännische Angestellte wohnt seit vielen Jahren in Reichensachsen, ist verheiratet und hat zwei Töchter. Carolin und Laura spielen in der ersten Damenschaft Reichensachsens. 

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