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Handball-WM: Das macht das deutsche Team so stark

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Von: Björn Mahr

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Stark gegen Serbien: Torhüter Joel Birlehm.
Stark gegen Serbien: Torhüter Joel Birlehm. © Imago/Kessler-Sportfotografie

Nach dem knappen 34:33-Sieg gegen Serbien trifft die deutsche Handball-Nationalmannschaft heute (Dienstag, 17. Januar) auf Algerien.

Kattowitz – Das erste Zwischenziel ist erreicht: Die Handball-Nationalmannschaft wird bei der WM in Polen und Schweden vier Pluspunkte mit in die Hauptrunde nehmen. Nach dem knappen, aber dennoch verdienten 34:33-Sieg gegen Serbien ist ihr schon vor dem abschließenden Vorrundenspiel heute ab 18 Uhr (ZDF) in Kattowitz gegen Schlusslicht Algerien der Sieg in Gruppe E nicht mehr zu nehmen. Das macht die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) so stark.

Die Offensive

Dass die Mannschaft über eine durchaus stabile Deckung verfügt, ist bekannt. Bei der WM gelingt es ihr zunehmend, auch in der Offensive zu begeistern. „Wir haben ein Super-Spiel im Angriff gezeigt. Ich bin extrem stolz“, erklärte Kapitän Johannes Golla. Es sagt viel über die Qualität einer Mannschaft aus, wenn ihr 34 Treffer gegen ein serbisches Team gelingen, das mit Spielern wie Mihajlo Marsenic und Ilija Abutovic über kompromisslose Verteidiger verfügt. Juri Knorr, Philipp Weber und Kai Häfner schaffen es, viel Tempo zu machen. Dadurch ergeben sich Räume für die Kreisläufer Golla und Jannik Kohlbacher sowie für die Außen Lukas Mertens und Patrick Groetzki.

Die Torhüter

Andreas Wolff glänzte zwar zum Auftakt gegen Katar, fand aber gegen Serbien nicht ins Spiel. Was aber nicht sonderlich ins Gewicht fiel, weil Joel Birlehm im zweiten Abschnitt prächtig parierte. „Ich bin mit zwei gehaltenen Rückraum-Bällen gut ins Spiel gekommen“, sagte der 25-Jährige von den Rhein-Neckar Löwen, der für dieses Turnier etwas überraschend den Vorzug vor Wetzlars Till Klimpke erhalten hatte. In der Schlussphase wehrte er drei ganz schwierige Würfe ab. „Er hat uns den Sieg gerettet“, betonte Golla.

Der Zusammenhalt

Vor einem Jahr brach bei der EM in der Slowakei im deutschen Kader das Corona-Chaos aus. Insgesamt 18 Infizierte meldete der DHB. Was damals zu einem nahezu unlösbaren Problem wurde, erweist sich im Nachhinein als Trumpfkarte. Die an Corona erkrankten Spieler bekamen auf Distanz von ihren gesunden Kollegen jegliche Unterstützung, die sie benötigten. „Wir sind als Team in Bratislava sehr gut zusammengewachsen“, sagt Philipp Weber vom SC Magdeburg. Die Stimmung hebt auch Groetzki hervor: „Jeder hat das Gefühl, dass er gehört wird.“

Die Fans

Zwar hielten auch einige serbische Anhänger ihre Landesfahne hoch, die Arena Spodek in Kattowitz war aber fest in deutscher Hand. Schätzungsweise mehr als 2000 Zuschauer aus Deutschland trieben die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason unentwegt nach vorn. Weber betont: „Wir sagen uns vor jedem Spiel: Wir pushen die Fans, dann pushen sie auch uns.“ Es ist davon auszugehen, dass die Unterstützung zur Hauptrunde, in der das DHB-Team unter anderem auf Norwegen und Niederlande trifft, noch zunimmt.

Der Löwen-Block

Birlehm im Tor, Knorr auf der Mitte, Kohlbacher am Kreis und Groetzki auf Rechtsaußen – das ist der Löwen-Block, der bislang absolut prägend war für das deutsche Spiel. „Am meisten zeigt es sich bei der Kooperation von Juri und Kohli“, betont Groetzki. Wiederholt wurde der Kreisläufer hervorragend eingesetzt und traf in unnachahmlicher Manier. Etwas, das auch auf dem Weg zum nächsten Zwischenziel helfen soll. Ab Donnerstag geht es ums Viertelfinale. (Björn Mahr)

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