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Harte Arbeit bis ins Ziel: SVR-Frauen kommen gegen SVH mit blauem Auge davon

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Von: Harald Triller

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Glücklich, aber auch im Bewusstsein, dass sie gegen den SVH Kassel mit einem blauen Auge davon gekommen sind: die Spielerinnen des SV Reichensachsen.
Glücklich, aber auch im Bewusstsein, dass sie gegen den SVH Kassel mit einem blauen Auge davon gekommen sind: die Spielerinnen des SV Reichensachsen. © Harald Triller

Wie dicht Glück und Pech beieinanderliegen, das wurde beim Frauenhandball-Landesligaduell zwischen Reichensachsen und dem SVH Kassel mehr als deutlich

Reichensachsen – Am Ende sind die Spielerinnen von Trainer Matthias Meinl beim 22:20 (8:10)-Sieg mit einem blauen Auge davongekommen, um allerdings den knappen Vorsprung ins Ziel zu transportieren, war ein ganz hartes Stück Arbeit nötig.

Allein die letzte Minute war an Dramatik nicht zu überbieten. Es stand 21:20 als der SVH nach 59:22 Minuten eine Auszeit nahm. Sechs Sekunden nur benötigte die bullige Cornelia Seyfahrt bis zum vehementen Abschluss, aber die Granate landete an der Querlatte.

„Selbst wenn unsere Mädels jetzt noch einen Bock schießen, den einen Punkt haben wir sicher“, sagte auf der Tribüne der Vorsitzende des SVR-Gesamtvereins, Jürgen Beck.

Die Uhr zeigte noch 28 Sekunden, Trainer Meinl nahm elf Sekunden vor der Schlusssirene eine Auszeit, wollte den Weg zur Entscheidung besprechen.

Und das gelang, Michelle Friman startete zum Kreis durch, bekam den Ball von Laura Heckmann und erzielte drei Sekunden vor dem Ende das 22:20.

Taktikänderung verändert das Spiel für den SV Reichensachsen

Auf der einen Seite lösten die Spielerinnen grenzenlosen Jubel über den äußerst glücklichen Sieg aus, und auf der Tribünenseite war große Entspannung zu spüren, die Zuschauer konnten nach der wilden Achterbahnfahrt sprichwörtlich „herunterfahren“.

Mit der doppelten Pressdeckung gegen Vanessa Künzli und Anna-Lena Schmalz hatte Trainer Matthias Meinl ab der 43. Minute ein ganz wichtige taktische Verschiebung in der Abwehr vorgenommen, weil dem ohnehin sehr unorthodoxen Spiel der Gäste damit die Seele geraubt wurde.

„Dadurch haben wir uns viele Bälle im wahrsten Sinne des Wortes ergaunert und in eigene Tore umgemünzt“, machte der Coach aber kein Hehl daraus, dass seine Mannschaft weit unter Normalform blieb und völlig unverständlich Nervosität zeigte, was wiederum die Vielzahl an Abspielfehlern oder technischen Unzulänglichkeiten bestätigten.

Kassel kommt nach 17:20 noch einmal zurück

Selbst als die Zuschauer das Spiel gedreht sahen, Lacey Brand und Sophie Hohmann machten mit jeweils zwei Treffern zwischen der 45. und 48. Minute aus dem 12:15 das 16:15, agierte der SVR weiter übernervös und fehlerhaft, sodass der Gast nicht entscheidend abgeschüttelt werden konnte.

„Ich denke, wir sind durch“, sagte Jürgen Beck beim 20:17 in der 55. Minute. Doch weit gefehlt, nach einer völlig unnötigen Zwei-Minuten-Strafe gegen Maxie Hauschild kam der SVH wieder auf 19:20 heran und vertagte die Entscheidung bis in die beschriebenen letzten Sekunden.

In der torarmen ersten Hälfte drehte der Gast bis zur 13. Minute den 0:2-Rückstand in die 4:2-Führung und brachte den Vorsprung in die Pause, was auch daran lag, dass der SVR permanent an der ganz starken Torhüterin Jasmin Baumbach scheiterte, allen voran Leistungsträgerin Hauschild, die einen rabenschwarzen Tag erwischte.

Auch wenn Lacey Brand und Sophie Hohmann gute Möglichkeiten verstreichen ließen, das Duo auf der rechten Seite zeichnete zusammen für elf Treffer verantwortlich und hatte großen Anteil am Erfolg, den wir, so Trainer Meinl, „ganz schnell zu den Akten legen müssen.“ (Harald Triller)

SV Reichensachsen - SVH Kassel 22:20 (8:10).

SVR: Hesse, Heckmann - Weiner 1, C. Heckmann 1, Hohmann 4, Friman 3, Brand 7, Hauschild 2, Krengel, Hoffmann, L. Heckmann 2/1, Küch 2, Wagner.

SVH: Brückmann, Seyfarth 3, Günther 2, Gönül, Böse 1, Künzli 5/1, Zipf, Haas 1, Bürmann 2, Stumbaum 1, Müller, Schmalz 5, Baumbach, Ceylan.

Schiedsrichter: Diegeler/Zapke.

Zuschauer: 200.

Spielfilm: 2:0 (4.) – 2:4 (13.) – 4:7 (22.) – 6:10 (26.) – 8:13 (38.) – 12:15 (45.) – 16:15 (48.) – 20:17 (55.) – 21:20 (59.).

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