Sportakrobatik: Spektakel bei Hessenmeisterschaft in Baunatal

Ein Hauch von Zirkus in der Rundsporthalle

Standfest: Andrea Heidt (links), Ivana Riskjevic und Lotta Brendel (oben). Foto: Schachtschneider

Baunatal. Ein Hauch von Zirkus liegt schon in der Luft, wenn die Sportakrobatinnen im Rahmen der Hessischen Einzelmeisterschaften loslegen. Und wie auch nicht? Sowohl in Balance- als auch in Dynamik- und Kombiübungen ist vieles zu bestaunen, was im Zirkuszelt heimisch ist.

Immer wieder zieht es daher die Stars der Sportart in die großen internationalen Zirkusse oder den Cirque du Soleil, wie Helmut H. Hack, Pressereferent des Hessischen Sportakrobatik Verbandes, berichtet. Zudem sind die Sportakrobaten „bei den großen Hallensportschauen immer ein Clou“, so Hack weiter.

Und auch in der Rundsporthalle sind viele Zuschauer erschienen und sehen feine Darbietungen. Nicht zuletzt durch die dreifachen Sieger Jana Mendel/Xenia Mehlhaff von der SVH Kassel. Die zweifachen Deutschen Meister turnen nahezu tadellos, obwohl sie in ihrer Startklasse ohne Gegner sind. Ob das trotzdem Spaß macht? „Es ist immer ein Ansporn, dem Publikum etwas zu bieten und zu zeigen, was man kann. Und glänzende Pokale kann man nicht genug bekommen“, erklärt die 17-jährige Mendel, nachdem sie mit ihrer zehnjährigen Partnerin mit 28,150 Punkten in der Balance- und 81,700 im Mehrkampf Spitzenwertungen turnte. Nicht umsonst gewannen die beiden in dieser Saison alle Ligawettkämpfe.

Ebenso zufrieden waren Ivana Riskjevic, Andrea Heidt und Lotta Brendel. Die Dreiergruppe des KSV Baunatal hatte schon in der Balanceübung eine Bestleistung erzielt und schaffte dies auch in der Dynamikübung. Groß war der Jubel und auch durch einen Punktabzug nicht zu schmälern. Aber was war passiert?

Hatten die Baunatalerinnen ihre Darbietung zur Musik von Nina Simone nicht regelkonform nach 2,30 Minuten beendet, lagen Ärmel und Hosen nicht eng genug an oder verstießen sie gegen ein anderes aus zahlreichen Gebote? Der Stein des Anstoßes für die Augen der Kampfrichter war der in der Achselhöhle von Heidt sichtbare BH. Das Strafmaß: ein Abzug von 0.3 Punkten.

Die Freude am erfolgreichen Wettkampf konnte der Lapsus dem erst seit einem Jahr in der Formation turnenden Trio nicht nehmen. „Es macht einfach Spaß auf der Matte, wir probieren viel aus und halten toll zusammen“, sagt Riskjevic im Wissen um die Bedeutung der Harmonie: „Es kann mal passieren, dass alles zusammenkracht. Aber wir halten uns immer. Man muss fangen und darf keinen wegfliegen lassen.“ Dass manchmal ein wenig Furcht mit im Spiel ist, will Heidt nicht verhehlen: „Aber man muss die Angst überwinden.“ Bei drei Bronzemedaillen scheint dies gelungen.

Von Wolfgang Bauscher

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