Tochter Tabea und Mutter Katja spielen gemeinsam für den KSV Auedamm

Heidelbachs in einem Team

Volle Konzentration: Tabea Heidelbach spielt gern mit der Rückhand. Fotos: Fischer

Ahnatal. Heidelbach heißt die Nummer eins des KSV Auedamm in der Tischtennis-Hessenliga der Damen. Heidelbach spielt aber auch an Position drei. Hinter Namenslisten auf Mannschaftsmeldebögen verstecken sich manchmal spannende Geschichten.

Als die jetzt 13-jährige Tabea Heidelbach ein kleines Mädchen war, verbrachten Mutter Katja und Vater Albrecht viele Stunden in Sporthallen, um Tischtennis zu spielen. Katja Heidelbach hatte es - als sie noch nicht verheiratet war und Katja Röhre hieß - bis in die 1. Bundesliga und zur Teilnahme an den nationalen Titelkämpfen gebracht und war auch nach der Geburt ihrer Tochter noch Spitzenspielerin beim KSV Auedamm in der 2. Bundesliga. Als dann die kleine Tabea mit dem Tischtennisschläger hantierte, war ihr Talent nicht zu übersehen, aber zunächst lockten andere Sportarten: Kunstradfahren, Fußball, Reiten. „Wir haben sie nicht zum Tischtennis gedrängt“, sagt Katja Heidelbach.

Doch Tabeas Eltern waren nicht unzufrieden, als ihre Tochter vom Rad stieg, den Fußball links liegen ließ, sich nicht mehr für Pferde interessierte und stattdessen wieder zum Tischtennisschläger griff.

Neben dem Training beim TTC Burghasungen und den Übungsstunden mit dem All-5-Trainer Wladimir Kaprow gab es Extra-Lektionen von Vater Albrecht im Keller des Ahnataler Eigenheims, sodass Tischtennis für Tabea Heidelbach bald weit mehr wurde als ein Hobby. Montags, dienstags, donnerstags und freitags wird geübt, und die Wochenenden werden vom Spielplan der Hessenliga und diversen Ranglistenturnieren geprägt.

Unterdessen lässt es Katja Heidelbach etwas ruhiger angehen. Für die 37-Jährige Lehrerin steht das Dienstag-Training beim KSV Auedamm auf dem Programm, aber es kommt schon mal vor, dass auch sie beim All-5-Training den Schläger in die Hand nimmt. Dabei tritt sie die Reisen nach Baunatal oder Elgershausen eigentlich nur als Tabeas Fahrerin an.

Bei den Heidelbachs dreht sich viel, aber längst nicht alles um Tischtennis. So muss Tabea den Lernstoff der achten Klasse des Engelsburg-Gymnasiums bewältigen und für so manche Fete mit den Klassenkameraden bleibt ebenfalls noch Zeit. „Ich schaffe das nur, weil ich immer Lust auf Tischtennis habe“, sagt Tabea Heidelbach.

Noch hat die 13-Jährige im direkten Duell mit ihrer Mutter keine Chance, doch in zwei oder drei Jahren könnte sich das Blatt gewendet haben. Vermutlich wird sich dann das geduldige, von Rückhand-Topspins geprägte Spiel Tabeas gegen die auf Angriff ausgerichteten Vorhand-Schläge ihrer Mutter durchgesetzt haben.

Und vielleicht ist die Reihenfolge auf dem Mannschafts-Meldebogen des KSV Auedamm dann so: Nummer 1: Tabea Heidelbach, Nummer 2: Katja Heidelbach.

Von Gerd Brehm

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