MT und Huskies dabei 

Hessische Vereine gründen Interessengemeinschaft: „Wir sitzen alle in einem Boot“

+
Nur in der Liga Konkurrenten: Melsunger und Wetzlarer Handballer. Im Bild: MT-Profi Marino Maric (Mitte) gegen Anton Lindskog und Lenny Rubin. 

Handballer, Eishockeyspieler, American Footballer, Basket- und Volleyballer sowie Rollstuhl-Korbjäger – erstmals machen 16 Klubs aus sechs Sportarten gemeinsame Sache.

In der Interessengemeinschaft Teamsport Hessen haben sich auch die MT Melsungen, die HSG Bad Wildungen Vipers, die SG Kirchhof und die Kassel Huskies diesem bunten Bündnis zur gemeinsamen Krisenbewältigung angeschlossen.

„Es geht uns darum, dass man in dieser schwierigen Situation gemeinsam beim Land Hessen vorstellig wird“, sagt MT-Manager Axel Geerken. Maßgeblich zur Bildung dieser Interessengemeinschaft beigetragen hat sein Kollege Björn Seipp, der Geschäftsführer der HSG Wetzlar. Geerken und Seipp pflegen schon seit langer Zeit einen intensiven Kontakt. Zu ihren ersten Unterstützern zählten auch die Basketballer der Gießen 46ers. „Die Corona-Krise war der entscheidende Impuls, noch mit weiteren Klubs in einen regen Austausch zu treten“, erläutert Geerken, der in den vergangenen Jahren einen guten Draht zur Landesregierung aufgebaut hat. „Alle profitieren von dieser Gemeinschaft. Viele Vereine haben ähnliche Probleme.“ Die ranghöchsten Fußball-Teams dagegen haben andere wirtschaftliche Strukturen und passen so nicht in diese Gruppe.

In regelmäßigen Telefonkonferenzen berichten die Klubverantwortlichen jetzt von ihren unterschiedlichen Erfahrungen. Aktuell geht es beispielsweise verstärkt um die anfallenden Beiträge zur Berufsgenossenschaft. Auch fast immer wichtig: der richtige Umgang mit Vertragslaufzeiten.

Joe Gibbs freut sich über den neuen Austausch. „Wir sitzen alle in einem Boot, und es wäre schön, wenn wir gemeinsam etwas erreichen könnten“, sagt der Geschäftsführer der Kassel Huskies. Ein guter Anfang sei gemacht, und schon bald werde das jetzt noch nicht so konkrete Projekt mehr Fahrt aufnehmen.

„Jeder Austausch über Sportarten hinweg, jede Diskussion über Ideen und Probleme eröffnet jedem Einzelnen neue Perspektiven.“ Der aus Toronto stammende Manager sieht Kurzarbeitergeld, Abgaben zur Berufsgenossenschaft und Marketingmaßnahmen als wichtige Themen, „aber auch bei Benefizaktionen können wir Sportler als Aushängeschilder von Städten und Regionen vorangehen“. Gemeinsam.

Denn ausdrücklich bezieht der Eishockeyexperte auch die Amateurvereine mit ein: „Sie leisten in jedem Ort viel wichtige Sozialarbeit und können bei ihrer Krisenbewältigung jede Unterstützung brauchen.“

Renate Denk, die Macherin beim Frauenhandball-Zweitligisten SG 09 Kirchhof, ist zwar seit drei Jahrzehnten im Geschäft. Dennoch stellt sie jetzt fest: „Wir können viel vom Männerbereich lernen.“

Björn Seipp hatte die SG-Verantwortliche direkt angesprochen und gefragt, ob sie sich nicht der Interessengemeinschaft anschließen möchte. Da musste Denk nicht lange überlegen: „Die Menschen in diesem Kreis sind top-informiert.“

Zudem ist das Bündnis in Hessen nicht nur für die Krise gedacht. Auch nach Ende der Corona-Pandemie wollen die Klubs Seite an Seite kämpfen.

Diese Klubs sind dabei: 

Fast alles außer Fußball: Bislang bilden 16 Bundesliga-Teams aus sechs Sportarten die lose Interessengemeinschaft Teamsport Hessen, die von der HSG Wetzlar, der MT Melsungen und den Gießen 46ers initiiert wurde:

American Football: Universe Frankfurt, Marburg Marcenaries Basketball: Skyliners Frankfurt, Gießen 46ers Eishockey: Kassel Huskies, EC Bad Nauheim Handball: HSG Wetzlar, MT Melsungen, HSG Bad Wildungen Vipers, TV Hüttenberg, SG 09 Kirchhof 

Rollstuhl-Basketball: RSV Lahn-Dill, Rhinos Wiesbaden 

Volleyball: Dolphins Marburg, VC Wiesbaden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.