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Hessisches Netzwerk will mit Kampagne für mehr Fairness im Sport sorgen

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Von: Lea-Sophie Mollus

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Haben ein klares Ziel für die EM 2024: André Schubert (hinten von links), Thomas Geiß, Claus Menke, Maike Freitag, Matthias Schmelz, Felix Dittmar (vorne von links), Saskia Appel und Thorsten Schenk.
Haben ein klares Ziel für die EM 2024: André Schubert (hinten von links), Thomas Geiß, Claus Menke, Maike Freitag, Matthias Schmelz, Felix Dittmar (vorne von links), Saskia Appel und Thorsten Schenk. © Privat/NH

Mit der Kampagne „Euro 2024 – wir sind dabei!“ will Fair Play Hessen Vereine motivieren, sich für ein faires Miteinander auf und neben dem Fußballplatz einzusetzen.

Kassel – Die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar steht kurz bevor. Es ist eine WM, die polarisiert, bei der Themen wie Menschenrechte, Korruption und Nachhaltigkeit den Sport nahezu in den Hintergrund rücken. Auf dieses Großereignis folgt 2024 die Europameisterschaft in Deutschland – dann will Fair Play Hessen zeigen, dass es besser geht als in Katar.

Mit der Kampagne „Euro 2024 – wir sind dabei!“ will das Netzwerk, das bereits aus 570 Partnervereinen besteht, weitere Vereine motivieren, sich für ein faires Miteinander auf und neben dem Fußballplatz einzusetzen. Der Ansporn: Tickets für ein EM-Spiel in Frankfurt.

Punkte sammeln und live bei der EM 2024 dabei sein

Das Ganze funktioniert so: Auf der Internetseite von Fair Play Hessen können Vereine einfach und kostenlos Netzwerkpartner werden. Dann bekommen sie Unterstützung bei Aktionen und Veranstaltungen zum Thema Fair Play und können an entsprechenden Workshops teilnehmen. Für jede Maßnahme gibt es Punkte – und wer am Ende die meisten Zähler auf dem Konto hat, hat die Chance, live bei der EM 2024 in Frankfurt dabei zu sein.

„Das Punktesystem ist in meinen Augen aber zweitrangig“, sagt Matthias Schmelz, der beim Hessischen Fußball-Verband – einem der Netzwerkpartner – für die Region Kassel zuständig ist. „Die Karten sollten nicht im Vordergrund stehen, sondern die Werte, die die Kampagne transportiert. Der Fokus sollte auf dem Miteinander liegen, das beim Fair Play gelebt wird – nicht nur in den 90 Minuten auf dem Platz.“

Darauf aufmerksam zu machen, ist wichtig, findet er: „Es sind die kleinen Dinge, die jeder schon weiß, aber gerne schnell wieder vergisst.“ Fairness auf dem Platz fängt laut Schmelz zum Beispiel schon damit an, den Ball ins Aus zu kicken, wenn ein Spieler verletzt am Boden liegt.

Auf Info-Tour in allen 32 hessischen Fußballkreisen

Er kritisiert, dass der Fokus der Öffentlichkeit meist nur auf negativen Aktionen liegt – Attacken auf Schiedsrichter oder Ausschreitungen in Fanblöcken zum Beispiel. „Die vielen guten Aktionen finden gar keinen Platz. Wir wollen das Positive in den Vordergrund stellen“, sagt Schmelz.

Im Rahmen einer Info-Tour sind Verantwortliche von Fair Play Hessen zwischen Mitte August und Ende Oktober in allen 32 hessischen Fußballkreisen zu Gast – für die Vereine aus Kassel und Umgebung sowie dem Werra-Meißner-Kreis in Kaufungen. Auch der Landtagsabgeordnete Oliver Ulloth, Landrat Andreas Siebert sowie die Initiative Offen für Vielfalt waren vor Ort.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion stellten sich Maike Freitag, Ansprechpartnerin für Integration und Prävention im Hessischen Ministerium des Innern und für Sport, André Schubert, ehemaliger Bundesligatrainer und Claus Menke, Präsidiumsmitglied des Hessischen Fußball Verbands, den Fragen von Thorsten Schenk, Geschäftsführer der Sozialstiftung des Hessischen Fußballs. Vor allem die Beiträge von André Schubert lösten zustimmenden Applaus aus, berichtet Schmelz. (Lea-Sophie Mollus)

Das steckt dahinter

Fair Play steht für die Einhaltung sportlicher Regeln aber auch Chancengleichheit und Respekt. Um diese Werte auf und neben dem Sportplatz zu fördern, hat sich bereits vor 20 Jahren das Netzwerk Fair Play Hessen gegründet – mittlerweile sind 570 Partner dort vertreten. Träger ist die Sozialstiftung des Hessischen Fußballs, Hauptförderer seit vielen Jahren das Hessische Ministerium des Innern und für Sport (HMdIS). Weitere Unterstützer sind die Hessische Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) und der Hessische Fußball-Verband (HFV), die auch als Partner für die EM-Kampagne zur Verfügung stehen.

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