Sportschützin aus Lengers startet bei Paralympics in Tokio

Natascha Hiltrop: Ich bin nicht schlecht drauf

Sportschützin Natascha Hiltrop aus Lengers.
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Natascha Hiltrop aus Lengers wird bei den Paralympics in Tokio in vier Wettbewerben starten.

Bereits zum dritten Mal nach 2012 und 2016 nimmt Sportschützin Natascha Hiltrop aus Lengers für Deutschland an den Paralympics teil. Am Montag fliegt sie von Frankfurt aus nach Tokio.

Frau Hiltrop, am Montag hebt der Flieger in Richtung Tokio ab. Kribbelt es schon?

Nein, ehrlich gesagt bin ich ganz gelassen. Nervosität stellt sich bei mir eigentlich immer erst am Abend vor dem Wettkampf ein.

Und das wäre bei den Paralympics dann wann?

Am Montag, 30. August, steht für mich der erste Wettkampf mit dem Luftgewehr an. Ich starte ja in insgesamt vier Disziplinen. Am 1., 3. und 5. September finden die weiteren Wettbewerbe statt.

Sie haben also eine Woche Zeit, um sich in Tokio auf den ersten Start vorzubereiten. Wird das nicht eine verdammt lange Zeit?

Ich denke nicht. Die Reise mit dem Zwölf-Stunden-Flug wird ja anstrengend genug. Dazu kommen die Zeitumstellung und die schwüle Hitze in Tokio. Da ist es sicher gut, dass man einige Tage hat, um sich zu akklimatisieren. Ich werde mich ausruhen, so gut es geht und auf die vier Wettkämpfe konzentrieren.

Sie haben 2012 in London und 2016 in Rio bereits erfolgreich an den Paralympics teilgenommen. Was erwarten Sie von den Spielen in Zeiten der Pandemie?

Es ist schon klar, dass es diesmal komplett anders wird. Wir haben ja schon einige Infos vom Verband bekommen. Wir werden uns jeden Tag testen lassen müssen, dürfen das olympische Dorf nur zu unseren Wettkämpfen verlassen. Und Wettkämpfe ohne Zuschauer sind natürlich auch nicht so schön.

Sie haben ja sicher die Olympischen Spiele in Tokio verfolgt und gehört, dass die Mehrzahl der Athleten mit den Bedingungen vor Ort nicht gerade zufrieden war.

Ja, das habe ich natürlich mitbekommen. Es ist schade, dass man einmal in Tokio ist und dann nichts von dieser riesigen Weltstadt mitbekommt. Aber in London und Rio hatte ich zwischen Training und Wettkämpfen irgendwie auch nie Zeit, mir großartig etwas anzuschauen.

Natascha Hiltrop mit der Silbermedaille von Rio 2016.

Wie lief das Training in Zeiten der Pandemie, und wie gut sind Sie in Schuss?

Anfangs – also in 2020 – war es natürlich schwierig zu trainieren, weil ja alles geschlossen war. Seit Ende letzten Jahres haben sich die Bedingungen verbessert. Ich sag’s mal vorsichtig: Ich denke, ich bin nicht schlecht drauf (lacht).

Aus Rio haben sie eine Silbermedaille mitgebracht. Mit welchen Zielen fliegen Sie nach Tokio?

Ich will am Ende mit mir zufrieden sein. Mal schauen, was herauskommt. Die Finalteilnahme der besten Acht sollte immer das Ziel sein. Dann geht es ohnehin von Null los, und die Tagesform wird über die Medaillen entscheiden.

Nehmen Sie eigentlich einen Glücksbringer mit nach Tokio?

Ja, ich habe einen bemalten Stein von meinem Neffen. Den nehme ich mit.

Wie heißt denn Ihr Neffe?

Ach, ich weiß nicht, ob das in die Zeitung sollte. Warten Sie mal kurz, bitte (Natascha Hiltrop fragt nach) ... ist okay, er heißt Collin.

Dann wünschen wir Ihnen viel Erfolg – mit Ihrem Glücksstein von Collin.

Vielen Dank.

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