Heinz Bolender entdeckte per Zufall die historischen Sportfotos auf RegioWiki

Historische Sportfotos: Ein Schmagauke in Kanada

Heinz Bolender beim Besuch des Grand Canyon in den USA.

Kassel. Eigentlich wollte Heinz Bolender das Wort „Schmagauke“ googeln. Er fand dabei heraus, dass es ein rein kasselänerischer Ausdruck für Lausejunge oder pfiffiger Junge ist.

So steht es zumindest im RegioWiki der HNA. Und dort entdeckte er das historische Sportfoto, welches die beiden Teams nach dem Fußball-Freundschaftsspiel „Rechts gegen Links der Fulda“ im Jahr 2001 zum 75. Geburtstag der Hessenkampfbahn zeigt. Im Hintergrund des Bildes ist die Orangerie zu sehen, und genau diesen Hinweis vermisste Bolender.

Hier geht es zum Portal: Historische Sportfotos

http://regiowiki.hna.de/Portal:_Historische_Sportfotos

Und so schrieb er eine E-Mail an RegioWiki: „Man sollte ruhig dabeischreiben, dass die Aufnahme vor der Orangerie, vor der wir als Kinder als sie noch verbrettert war, immer gespielt haben, gemacht wurde“, bemängelte er und übermittelte Grüße aus Kanada, vom Ahle-Wurscht- Kasseläner, Fullewasser, Fullewasser, hoi, hoi, hoi. Ein Ahle- Wurscht-Kasseläner in Kanada?

Heinz Bolender, heute 66 Jahre alt, wanderte 1966 über Amsterdam nach Ontario in Kanada aus. Warum? Das Abenteuer lockte. In Kanada hatte Bolender seit 1969 den Import und den Alleinvertrieb der Firma Mapa für Nordamerika. Besser, den Verkauf von Kondomen durch Automaten. Bolender wurde zum größten Aufsteller in Nordamerika. Seine 1200 Automaten betreute er in eigener Regie. Aufgewachsen ist Bolender im Süden der Stadt Kassel, wohnte in den Straßen „An der Karlsaue“ und Heckerstraße.

In der Hausnummer 53 der Heckerstraße hatten seine Eltern einen Lebensmittelladen, dort habe er auch „malocht“, wie er schreibt. Bolenders Bruder Achim wohnt noch heute im Haus der inzwischen verstorbenen Eltern im Forstfeld. „Der Kontakt mit der alten Heimat hat bei mir Erinnerungen an die frühere Zeit geweckt“, bedankt sich Bolender in einer weiteren Mail, mit der er auch Bilder von früher und heute schickt. Und einen Link mit dem Lied über die „Ahle Wurscht“.

Diese nordhessische Spezialität hat es Heinz Bolender angetan: „Ich schmuggele se immer nach Kanada“, wenn er Kassel besucht. Das letzte Mal war dies 2006, dann hat er in der Markthalle seine feste Adresse. Und zum guten Schluss der elektronischen Korrespondenz bestätigt Bolender mit dem „Kasseler Wörtchen“, dass er wirklich aus Kassel kommt - „Ich wer dir was schissen und Schiss sprechen.“

Von Peter Fritschler

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