"Viel Fahrerei für Eltern"

HNA-EAM-Cup: Schirmherr Tobias Becker gibt Tipps vor der Endrunde

Auch sie haben sich für die Endrunde qualifiziert und träumen vom Finale im Auestadion: (von links) Luca Schneppe, Toni Jozanovic und Timon Herdt vom KSV Hessen. Foto:  Malmus/nh

Am Samstag gilt es: Zehn Mannschaften haben sich für die Endrunde des HNA-EAM-Cups qualifiziert, die ab 10 Uhr in Kassel auf dem Sportplatz des TSV Wolfsanger ausgetragen wird.

Vor dem Turnier der F-Jugendfußballer haben wir einmal mit Jugendcup-Schirmherr und KSV-Kapitän Tobias Becker gesprochen, der über seine Anfänge als Fußballer spricht und wertvolle Tipps gibt.

Können Sie sich eigentlich noch an Ihr erstes F-Jugendspiel erinnern? 

Tobias Becker: Genau weiß ich das nicht mehr, weil wir als Kinder eher jeden Tag auf unserem Bauernhof-ähnlichen Grundstück gekickt haben. Ich erinnere mich dann aber, dass meine Mutter sagte, ich soll doch mal in einen Verein gehen - in der E-Jugend.

Haben Ihre Eltern Sie auf dem Weg zum Fußballprofi unterstützt, oder wollten Sie Ihnen lieber einen anderen Berufswunsch nahelegen? 

Becker: Sie haben mich definitv unterstützt. Ich bin nicht nur aufs 30 Kilometer entfernte Gymnasium gewechselt, sondern auch in den dortigen Verein. Das war viel Fahrerei für meine Eltern, die sich dann meist ein bis zwei Stunden an der Arbeit frei nehmen mussten. Als ich dann mit 14 Jahren ins Internat kam, habe ich auch Geld für Essen und Fußballschuhe bekommen.

Gab es ein Schlüsselerlebnis, nachdem Sie auf jeden Fall Fußballer werden wollten? 

Becker: Das eine Schlüsselerlebnis gab es nicht. Ich habe viel Fußball geschaut, war großer Fan vom BVB, was sich nun gelegt hat. Nachgeeifert habe ich vor allem Stars wie Luis Figo, Zinedine Zidane und Roberto Carlos. So ein Team wie Real Madrid spielen zu sehen, war echt klasse.

Welche Tipps würden Sie jungen Fußballern mitgeben, wenn sie Profi werden wollen? 

Becker: Man muss das Ziel hartnäckig verfolgen, immer wieder trainieren und bereit sein, Einbußen und Einschnitte hinzunehmen. Gerade die Pubertät ist eine schwierige Phase, aber auch in der Zeit mit Partys und Disco muss man sich erheblich einschränken. Die Lebensweise ist eine ganz andere, weil sich alles um den Fußball dreht.

Welche Rolle spielt Glück? 

Becker: Eine große. Viele junge Fußballer, die richtig was draufhaben, brauchen natürlich auch einen guten Trainer, der sie unterstützt. Verein und Umfeld sind genauso wichtig. Aber ich habe auch mit vielen Kickern zusammengspielt, wo ich jetzt noch den Kopf schüttele, dass sie mal in der 2. Liga aktiv waren. Aber davon darf man sich nicht unterkriegen lassen, man sollte nur auf sich schauen. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass ich meinen Weg immer wieder gehen würde.

Welchen Stellenwert hatten früher solche großen Turniere wie der HNA-EAM-Cup für Sie? 

Becker: Da war ich mega aufgeregt. Mit nur einem Spiel kann man schon richtig positiv auffallen und sich in die Notizblöcke der Beobachter spielen. Aber in der F-Jugend sollte da schon noch der Spaß im Vordergrund stehen. Von großen Talenten, die mit zwölf Jahren einen Achtjahresvertrag unterschreiben, halte ich persönlich nichts.

Wie sollten die Kinder die Endrunde des HNA-EAM-Cups angehen? 

Becker: Die Kleinen sollen einfach zeigen, was sie können und ihr Bestes geben. Fehler werden passieren, aber am Ende sollte der Spaß im Vordergrund stehen.

Werden Sie beim Jugendcup-Endspiel im Auestadion um 17 Uhr vorbeischauen, oder sind Sie zwei Stunden vor dem Pokalfinale des KSV gegen Gießen schon im Tunnel? 

Becker: Kurz reinschauen ist kein Problem, allerdings haben wir ja auch unsere Abläufe. Früher in der Jugend konnte ich teilweise ein paar Nächte vor einem wichtigen Spiel nicht gut schlafen, heute beginnt das Kribbeln dann erst beim Aufwärmen. Weil man über die Jahre eben auch feststellt, dass Fußball viel, aber auch nicht alles ist.

Tobias Becker (29) wurde am 30. April 1986 in Schildau bei Leipzig geboren. Er spielte in der Jugend für Chemnitz, kam 2010 nach Magdeburg und wechselte 2012 zum KSV. Becker hat einen Bachelor in Reha- und Fitnesssport und absolviert derzeit eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Er ist ledig, aber in festen Händen.

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