HNA-Leser wählen: Wer wird Sportler des Jahres 2014?

Kassel. Das Sportjahr 2014 hatte es aus regionaler Sicht in sich. Es gab Aufsteiger, Europameister, Weltmeister und, und, und.

Kein Wunder also, dass so viele Kandidaten wie nie um den Titel Nordhessens Sportler des Jahres kämpfen. Zwölf Akteure stehen zur Auswahl - und die Leserinnen und Leser der HNA sind aufgerufen, ihren Favoriten zu wählen. Auch dieses Mal gibt es attraktive Preise zu gewinnen. Unterstützt wird die Wahl vom Fan Point Kassel.

Die Frage ist: Wer tritt die Nachfolge von Martina Müller an?  Wobei die Fußballerin vom VfL Wolfsburg dank des Doubles aus Meisterschaft und Sieg in der Champions League erneut zur Wahl steht und ihren Titel verteidigen kann. Um nominiert zu werden, zählen natürlich starke Leistungen. Außerdem müssen die Sportler für einen Verein aus der Region aktiv sein oder aus Nordhessen stammen.

Vor diesem Hintergrund hätte die Liste der Kandidaten durchaus länger sein können. Als Beispiele seien unter anderen die Leichtathletinnen Sharin Oziegbe und Juliane Schulze genannt, die an den Olympischen Jugendspielen teilnahmen. Ruderin Leonie Pless hätte ebenfalls nominiert werden können, Bob-Anschieber Jan-Martin Speer oder Karolin Horchler, die ihr Debüt im Biathlon-Weltcup feierte.

Die Reihe ließe sich weiter fortführen - vor allem mit Blick auf die MT Melsungen und die Kassel Huskies. Die Bundesliga-Handballer qualifizierten sich für den Europapokal, die Schlittenhunde machten den Aufstieg in die zweite Eishockey-Liga perfekt. Sicherlich hätte aus beiden Teams eine Handvoll Spieler auf diesen beiden Seiten auftauchen können. So stehen stellvertretend Michael Müller, der überdies seine Rückkehr in die Nationalmannschaft feierte, und Huskies-Dauerbrenner Sven Valenti für die mitreißenden Erfolge ihrer Mannschaften.

Ohne Zweifel ist diese Wahl hochkarätig besetzt. Fußball-Weltmeister Shkodran Mustafi, Europameister Marc Stendera, Nationalspielerin Jennifer Cramer, Skispringer Stephan Leyhe, Siebenkämpferin Carolin Schäfer - diese Namen stehen für großen Sport. Komplettiert wird das Feld durch den Schach-Strategen Dennis Wagner, Tobias Becker von Regionalligist KSV Hessen Kassel sowie den Handballern Florian Ochmann (Eintracht Baunatal) und Tessa Bremmer (HSG Bad Wildungen).

Nun sind Sie an der Reihe, liebe Leserinnen und Leser. Mitmachen können Sie, in dem Sie den Wahlschein ausfüllen, der in der gedruckten Ausgabe der HNA am Samstag, 17. Januar, erscheint. Die Coupons müssen bis Donnerstag, 22. Januar, in der Redaktion vorliegen. Nächsten Samstag präsentieren wir das Ergebnis.

Die Teilnahme lohnt sich: Es gibt attraktive Preise zu gewinnen.

 

Die Kandidaten im Kurzporträt:

Rückkehrer Michael Müller (MT Melsungen):  Er kriegt häufig auf die Fresse. „Das liegt aber auch an meiner Spielweise. Ich provoziere das ein bisschen“, sagt Erstliga-Handballer Michael Müller von der MT Melsungen. Zwei gute Wackler - und schon hat er den Ellenbogen seines Gegenspielers im Gesicht. „Es hält sich aber alles noch in Grenzen.“

2014 war für ihn ein gutes Jahr, weil er ins deutsche Nationalteam zurückgekehrt ist. Mit druckvollen Aktionen holt er viele Siebenmeter heraus. Zudem kassieren die Widersacher nach misslungenen Abwehrversuchen Zeitstrafen. Nach der Verpflichtung 2013 wurde der 30-Jährige zur Stütze im Team und trug dazu bei, dass die MT im Europapokal spielt. „Ich bin aber nur deshalb in den Vordergrund gerückt“, sagt Müller, „weil das Team funktioniert, in dem ich spiele“. (bjm)

Aufstiegsheld Sven Valenti (Kassel Huskies):  Am 20. Juli wird er 40. Na und? Sven Valenti ist wie ein guter Wein - je älter er wird, desto wertvoller. Von 2001 bis 2007 trug er das Huskies-Trikot und nun wieder seit 2011. Und der Wahl-Kaufunger war einer der Aufstiegshelden beim Weg der Kasseler in die zweite Liga.

Mit 14 Toren und 47 Vorlagen, vor allem aber mit seiner Präsenz, Ruhe und Abgeklärtheit, als Führungspersönlichkeit für die jungen Wilden. Sein wichtigster Treffer in der Oberliga-Saison 13/14 gelang dem Verteidiger am 23. März. 109 Sekunden vor Schluss traf Valenti zum 1:1 gegen Duisburg. Und rettete den Huskies einen Punkt gegen die Füchse, der zum Einzug in die Verzahnungsrunde mit den Zweitligisten reichte. Ohne diesen Treffer wäre es nichts geworden mit dem Aufstieg. (sam)

Antreiber Tobias Becker (KSV Hessen Kassel):  Er schießt beim KSV Hessen Kassel die Freistöße und Elfmeter. Er ist defensiv wie offensiv eine absolute Stütze im Team des Fußball-Regionalligisten.Kurzum: Tobias Becker ist für das Team von KSV-Trainer Matthias Mink unverzichtbar. Seit dem Einstieg von Mink im Januar 2014 als Trainer bei den Löwen trägt Antreiber Becker die Kapitänsbinde. „Er ist ein eher ruhiger Vertreter, stets seriös und zuverlässig, einfach ungemein wichtig für uns. Genau so stellt man sich einen Mannschaftsführer vor“, lobt der erfahrene KSV-Angreifer Tobias Damm seinen Namensvetter. In der Hinserie der Saison 2014/15 erzielte der 28 Jahre alte Becker, der 2012 aus Magdeburg zu den Nordhessen kam, sechs Treffer. (bjm)

Die Durchstarterin Carolin Schäfer (Leichtathletik):  Plötzlich stand sie im Rampenlicht. Die Bad Wildungerin Carolin Schäfer ist im August bei der Leichtathletik-EM in Zürich durchgestartet. Im Siebenkampf bestritt die 23-Jährige, die so unbeschwert und sympathisch daherkommt, den besten Wettbewerb ihrer Karriere und verpasste Bronze nur knapp. Prompt gab's die erste Auszeichnung: Der Landessportbund kürte die Siebenkämpferin, die wieder für ihren Heimatverein TV Friedrichstein-Alt Wildungen startet, im September zu „Hessens Sportlerin des Jahres“. (lip)

Die Überraschung Stephan Leyhe (Skispringen):  2013 dachte er schon über Rücktritt nach. Für 2014 war sein Saison-Ziel ein bescheidenes: „Ich wollte im Continental Cup unter die Top fünf, um mich für die A-Mannschaft zu empfehlen“, sagte Skispringer Stephan Leyhe vom SC Willingen unlängst im Interview.

Doch der 23-Jährige ist die größte Überraschung des Winters: Denn mit starken Auftritten empfahl er sich nicht nur für die A-Mannschaft, sondern trumpfte auch im Weltcup auf: Im Dezember und Januar gab er sein Debüt beim Skisprung-Klassiker Vierschanzentournee - und beendete den Wettkampf gleich als 14. des Gesamtklassements. „Damit habe ich niemals gerechnet“, sagt er danach. Seine Erklärung ist ganz einfach: „Irgendwie hat sich der Knoten gelöst.“ Die nächste Premiere folgte: der erste Einsatz beim Skiflug-Weltcup am Kulm in Österreich. Und weil die Form stimmt, hat er nebenbei auch die WM-Norm geknackt. Gut möglich also, dass der Höhenflug des Schwalefelders 2015 weitergeht. (mis)

Titelsammlerin Martina Müller (Fußball):  Sie ist zwar im für Leistungssportler fortgeschrittenen Alter von 34 angekommen - Erfolge aber sammelt die Kaufungerin Martina Müller immer noch fleißig. Die Fußballerin des VfL Wolfsburg ist nicht nur Titelverteidigerin bei dieser Wahl, die sie insgesamt schon viermal für sich entschieden hat.

Mit ihrem Verein wiederholte sie zwei Triumphe aus dem Jahr 2013: Im Finale der Champions League, in deren Verlauf sie insgesamt zehnmal traf, erzielte sie einen Doppelpack - darunter den Siegtreffer zum 4:3. Mit den Wölfinnen wurde sie erneut Deutsche Meisterin. Auch aktuell liegt das Team auf Titelkurs, ging als Herbstmeister in die Winterpause. Und wer führt die teaminterne Torschützenliste an? Müller natürlich, deren Treffsicherheit auch international ausgezeichnet wurde. Schon bei der Wahl zu Deutschlands Fußballerin des Jahres wurde sie Zweite - ebenso wie bei der Wahl zu Europas Fußballerin des Jahres. (mis)

Der Stratege Dennis Wagner (Schach):  Ein 17-Jähriger aus Söhrewald-Wellerode schickt sich an, die Schachwelt zu erobern: Dennis Wagner wurde 2014 nicht nur Deutscher Vizemeister bei den Männern (!), der Kaderspieler des Deutschen Schach-Bundes belegte auch Rang zehn bei der Jugend-WM U 18, gewann hochkarätig besetzte internationale Turniere und beeindruckte im Bundesliga-Team des SK Hockenheim.  Der nächste große Schritt steht im März bevor: Der Schach-Stratege wird als derzeit jüngster Deutscher vom Weltverband zum Großmeister ernannt. (sam)

Aufsteiger Florian Ochmann (GSV Eintracht Baunatal):  Am 3. Mai feierte er mit der Baunataler Eintracht den Sprung in die 2. Handball-Bundesliga - und gab nach sieben tollen Jahren des steten Aufstiegs auch seinen Abschied. Wie wichtig er als Abwehrstratege und Führungsperson war, wurde anschließend deutlich, als dem Team genau diese Stärken fehlten. Inzwischen 32, ist Erfolgsgarant „Ochi“ nun als Spielertrainer wieder bei seinem Heimatverein TSV Korbach aktiv - und führt mit dem Team die Landesliga-Tabelle an. (sam)

Europameister Marc Stendera (Fußball):  Das Fußballspielen hatte Marc Stendera beim TSV Heiligenrode und beim OSC Vellmar gelernt. Inzwischen hat sich der offensive Mittelfeldspieler nach überstandenem Kreuzbandriss zurückgekämpft ins Bundesliga-Team von Eintracht Frankfurt. Ende November erzielte der 19-Jährige sogar sein erstes Tor im Fußball-Oberhaus, Anfang Dezember folgte das zweite. Trainer Thomas Schaaf setzt auf den jungen Mann mit der besonderen Schusstechnik. Zuletzt stand er immer in der Frankfurter Startelf. Wie heißt es so schön: Stendera ist angekommen im Bundesliga-Betrieb.

Und nicht vergessen: Im Juli gehörte der Kasseler zu jener Junioren-Auswahl des DFB, die in Ungarn U-19-Europameister wurde. (lip)

Aufsteigerin Tessa Bremmer (HSG Bad Wildungen): Für Tessa Bremmer war das Jahr 2014 in vielerlei Hinsicht ein besonderes: Mit der HSG Bad Wildungen gelang der Aufstieg in die Handball-Bundesliga, zu dem die 31-Jährige 228 Tore beisteuerte. Damit setzte sich Bremmer die Torjägerkrone der 2. Liga auf. Im Sommer rückte sie zur Trainerin auf. Unter ihr spielen die Vipers bislang eine Saison fern der Abstiegsränge. Auch privat gab's Grund zum Feiern: Der Hochzeit mit Christoph folgte im November die Geburt von Tochter Fleur. (tsp)

Weltmeister Shkodran Mustafi (Fußball):

Das Jahr des Shkodran Mustafi war schlicht und ergreifend nurWahnsinn. Der 22-jährige Verteidiger, der in Bebra aufgewachsen ist, stand Ende Februar erstmals und überraschend im Kader von Fußball-Bundestrainer Joachim Löw. Im Mai gehörte er zum vorläufigen WM-Aufgebot, für den verletzten Marco Reus rückte Mustafi schließlich nach, gegen Portugal kam er zu seinem ersten WM-Einsatz, am Ende war er Weltmeister. Und dann noch der Transfer zum spanischen Topklub Valencia. Wahnsinn. Unfassbar. (lip)

Die Etablierte Jennifer Cramer (Fußball): 

Sie ist gerade mal 21 Jahre alt – doch längst nicht mehr wegzudenken aus der Verteidigung der deutschen Frauen-Fußball-Nationalmannschaft und der Defensive des Bundesligisten Turbine Potsdam: Jennifer Cramer aus Birkenbringhausen in Waldeck-Frankenberg. 2014 hatte sie entscheidenden Anteil daran, dass die Fußball-Frauen in beeindruckender Manier das Ticket für die Weltmeisterschaft lösten: neun Spiele, neun Siege – und das bei einem Torverhältnis von gerade einmal 60:4. (mis)

Von Robin Lipke

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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