Höhepunkte des Sportjahres: Schmitt, Eintracht und Marathon

Verabschiedete sich in Willingen vom Leistungssport: Skispringer Martin Schmitt. Foto: Schachtschneider

Es war einiges los in der Region im Sportjahr 2014. Wir nennen nur die Stichworte Schmitt, Marathon und Eintracht Baunatal. Wir fassen die Höhepunkte zusammen.

Ab und Auf mit dem KSV Baunatal: Tobias Nebe.

1. Verrückte Welt: Durch ein Wechselbad der Gefühle gehen – diese bekannte Redensart ließ sich im Juni vortrefflich auf die Fußballer des KSV Baunatal anwenden. Eigentlich hatte der Regionalligist schon lange für die Hessenliga geplant. Der Abstieg war beschlossene Sache. Als Tabellenvorletzter gab es bereits weit vor dem letzten Spieltag keine Chance mehr, den Abstiegsrängen zu entfliehen. Und nach dem 34. Spieltag war es dann Gewissheit. Nach einer Spielzeit in der Regionalliga musste der KSV wieder den Gang abwärts antreten. So weit, so ärgerlich.

Doch es kam alles anders. Weil sowohl Großaspach als auch die zweite Mannschaft des FSV Mainz den Aufstieg in die Dritte Liga perfekt machten und zudem aus der Hessenliga kein Team nachrückte, schaffte das Team von Trainer Tobias Nebe doch noch den Klassenerhalt. Verrückte Welt. Logisch, dass die Freude bei den Nordhessen riesengroß war. Es dürfte nicht viele Vereine geben, die in so kurzer Zeit ab- und gleich wieder aufgestiegen sind. Respekt.

2. Getrübter Genuss: 49:11 Punkte, 876:749 Tore: Mit fünf Punkten Vorsprung auf die Reserve des SC Magdeburg machen die Handballer der Baunataler Eintracht am 11. Mai die Meisterschaft in der Ostgruppe der dritten Handball-Liga perfekt und krönen eine sensationelle Runde. Spaß am Spiel und ein großartiger Teamgeist zeichnen die Truppe von Trainer Ralf Horstmann aus.

Doch dem Jubel folgen in der zweiten Bundesliga großes Verletzungspech und tiefe Ernüchterung. Der Verlust von Co-Trainer und Abwehrstratege Florian Ochmann als Spielertrainer nach Korbach sowie die Ausfälle von Philipp Botzenhardt, Marvin Gabriel, Paul Gbur und Fabian Struif treffen den Neuling hart, er zahlt reichlich Lehrgeld. Und so stehen nun am Ende dieses Jahres der letzte Tabellenplatz und nur fünf Punkte für die Eintracht zubuche.

Laufen als Massenveranstaltung: Der Kassel-Marathon war einmal mehr ein Erfolg. Foto:  Malmus

3. Dauer(b)renner: Der Eon Kassel Marathon bleibt ein Dauer(b)renner in der Region.Die achte Auflage am 4. Mai war wieder gut für einige beeindruckende Zahlen: 11 583 Anmeldungen, 9809 Finisher, 110 Schulen mit 5029 gemeldeten Schülern, 22 000 Liter Mineralwasser und isotonische Getränke, 105 000 Becher und 6000 Flaschen alkoholfreies Weizenbier, 10 000 Bananen, 500 Kilogramm Nudeln, 50 000 Zuschauer, 32 000 Schritte bis ins Ziel pro Marathonläufer. Bei denen hatten in diesem Jahr wieder die Läufer aus Afrika die Nase vorn. Der Kenianer Kiprotich Kirui und seine Landsfrau Caroline Kwambai liefen nach 2:14:09 und 2:43:58 Stunden über die Ziellinie im Kasseler Auestadion.

Wie in den Vorjahren waren der Halbmarathon und der Mini-Marathon die Läufe mit den meisten Teilnehmern. Vor allem der Mini-Marathon mit dem Zehntel der Originalstrecke (4,2 Kilometer) lockte erstmals über 5000 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre auf die Strecke im Buga-Gelände.

4. Abschied im Upland: Einer stand beim Skisprung-Weltcup in Willingen im Mittelpunkt, der gar nicht mehr sportlich aktiv war: Martin Schmitt. Der 36-Jährige erklärte am Rande der Veranstaltung im Upland seinen Rücktritt vom Leistungssport – und zog damit die Aufmerksamkeit auf sich. Mehr als ein Dutzend Kamerateams waren nach Willingen gekommen, um die Pressekonferenz mit Schmitt zu filmen. Nachdem die Nachricht durchgesickert war, dass der Sportler des Jahres von 1999 seinen Abschied bekannt geben würde, akkreditierten sich 70 Journalisten zusätzlich für Willingen. Schmitt hatte auch ein Lob für den Weltcup dort parat: „Willingen hat mich meine ganze Karriere über begleitet. Der Weltcup hier war immer ein Highlight, eine Skisprungparty mit toller Stimmung.“

Hochklassiger Sport wurde im Upland Anfang Februar aber auch geboten. Vor allem Severin Freund sprang sich in den Vordergrund: Der deutsche Athlet wurde zweimal Zweiter – jeweils hinter dem Polen Kamil Stoch. Am Abschlusstag waren 13 800 Zuschauer zur Mühlenkopfschanze gekommen. Abermals eine tolle Kulisse. Insgesamt kamen diesmal 37 500.

Auch erwähnenswert: Der Slowene Jurij Tepes stellte mit einem Sprung von 152 Metern den Schanzenrekord des Finnen Janne Ahonen ein. Martin Schmitt betrachtete die Leistung als Zuschauer.

Von Frank Ziemke

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