Rätsel gelöst: Bilder aus dem Auestadion sind vom Pokalschlager des KSV gegen die Bayern 1970

Holger Brück half bei der Suche

Im Kabinengang: Uwe Habedank, Peter Rabeneck, Rolf Birkhölzer, Reinhard Adler, Alfred Resenberg, Heiner Dittel,Holger Brück, Otto Kastl (linkes Bild), Bernd Gerstner, Birkhölzer (gebückt) Rabeneck, Habedank, Adler, Kastl, Dittel und Brück (rechtes Bild). Fotos: nh

KASSEL. Irgendwann lagen die Bilder in der Redaktion der HNA, irgendwann wanderten sie ins Sekretariat weiter. „Bilder Auestadion - unbekannter Absender“ steht auf dem Umschlag, den die Redaktionssekretärin in der Hand hält. Ob denn das nicht etwas für mich sei? Natürlich nicht für mich persönlich, sondern für das Projekt „Historische Sportfotos“, welches im RegioWiki der HNA seit dem Sommer 2010 existiert.

Es sind 18 kleinere Farbfotos vom Fußball im Auestadion, Spieler im Trikot des KSV Hessen, Spieler der Prominentenmannschaft FC Schmiere.

Einige der abgelichteten Spieler der Löwen erkennt man sofort. Die KSV-Legende Holger Brück ist dabei, Uwe Habedank mit der Kapitänsbinde, Rolf Birkhölzer im gelben Torwart-Sweater oder Heiner Dittel. Auf einem Bild sitzt Udo Lattek auf der Trainerbank und neben ihm sieht man das weiße Hütchen, welches Bayern-Manager Robert Schwan immer trug.

„Montags“, sagt Holger Brück, „Montags spielen wir immer in der Halle bei Mirko Dickhaut Fußball, da können wir uns treffen.“ Im Geviert mit dem Kunstrasen lassen die Kicker von früher den Ball rollen. Schnelligkeit ist Trumpf, Technik gefragt. Fußballgott Thorsten Bauer ist wohl der jüngste Spieler. Horst Knauf ist unter anderem ebenso dabei wie Mario Schäfer, Thomas Kneuer, Horst Prantschke (im Tor) oder Manfred Grawunder. Und natürlich Holger Brück. Der nimmt die Bilder in Augenschein und sagt: „Das muss das Pokalspiel gegen Bayern München gewesen sein, 1970 oder 1971.“

Bei genauerer Inaugenscheinnahme der Fotos ist sich Brück sicher. Am 13. Dezember 1970 erwartete der damalige Regionalligist KSV Hessen Kassel in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals im Auestadion den Bundesligisten FC Bayern München. Schon drei Tage vorher war die Partie ausverkauft, am Spieltag machte kein Kassenhäuschen mehr auf.

32 000 Zuschauer waren im proppenvollen Auestadion. „Die saßen und hingen sogar in den Bäumen“, erinnert sich Uwe Habedank. „Wir waren vorher zur Vorbereitung in Spiekershausen und kamen erst direkt vor dem Spiel ins Stadion.“ Kaum ein Durchkommen habe es damals für den Mannschaftsbus gegeben. Auch bei Holger Brück ist die Erinnerung an das volle Stadion noch da und dass man sich, wie häufig vor wichtigen Spielen, in Spiekershausen vorbereitet habe. „Wir sind am Morgen vor dem Spiel an der Fulle spazieren gegangen.“

2:2 stand es damals nach regulärer Spielzeit und Verlängerung im Auestadion, die Treffer von Reinhard Adler (20.) und Herbert Maciossek (25.) hatte jeweils der Bomber der Nation, Gerd Müller (22. und 39.), ausgeglichen. Im Rückspiel am 23. Dezember unterlag der KSV Hessen an der Grünwalder Straße mit 0:3.

Die Bayern wurden dann durch einem 2:1-Sieg nach Verlängerung über den 1. FC Köln Pokalsieger.

Von Peter Fritschler

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.